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Polizei nimmt mit Super-Sprinter Lkw ins Visier

Abgelenkte Lkw-Fahrer im Visier - Polizei setzt neuen Super-Sprinter ein

Mit einem neuen Super-Sprinter macht die hessische Polizei ab sofort Jagd auf unaufmerksame Lkw-Fahrer. Während der Fahrt können die Beamten ins Führerhaus der Lastwagen filmen. Den Transporter haben Innenminister Peter Beuth und Landespolizeipräsident Udo Münch am Mittwoch bei der Pressekonferenz zur aktuellen Verkehrsunfallstatistik in Wiesbaden vorgestellt.

Morgentoilette während der Fahrt im Lkw

Ganz unscheinbar in weiß kommt der Sprinter daher. Aber er hat es in sich: Vier hochauflösende Kameras sind installiert, drei auf dem Dach, eine ganz versteckt an der Seite. Die können direkt ins Führerhaus der LKW filmen. Das war vorher mit den zu niedrigen Polizeiautos nicht möglich. Die Kameras sind leider nötig, bestätigt Polizeipräsident Münch gegenüber FFH:

Polizei nimmt mit Super-Sprinter Lkw ins Visier

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Der Einatz des neuen Transporters ist ein Pilotprojekt. Er wird dieses Jahr getestet und falls er sich bewährt, sollen ab 2020 alle Polizeipräsidien in Hessen mit diesen Sprintern ausgerüstet werden. Einer der Hintergründe ist sicherlich die Präventiv-Kontrolle der Polizei auf hessischen Lkw-Parkplätzen Ende Januar. Hierbei stellten die Beamten fest, dass 190 von 1.200 Fahrern unter Alkoholeinfluss standen, 79 durften zunächst nicht weiterfahren.

Beuth für Null-Promille-Grenze

In den vergangenen drei Jahren waren laut Innenministerium alkoholisierte Lkw-Fahrer an mehr als 380 Unfällen beteiligt. "Wer Alkohol getrunken hat, darf mit so einem großen und schweren Fahrzeug nicht am Straßenverkehr teilnehmen", forderte Innenminister Beuth bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz. Er will sich beim Bund für eine Null-Promille-Grenze bei Berufskraftfahrern einsetzen. Im Moment liegt die, wie bei Autofahrern auch, bei 0,5 Promille. 

Donna Schwarz

Reporter:
Donna Schwarz

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