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Haftstrafe im Prozess gegen Betrüger im Internet

Urteil in Frankfurt gefallen - Fake-Shop-Betreiber müssen ins Gefängnis

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Symbolbild

Als Betreiber einer betrügerischen Firma im Internet sind zwei 48 und 55 Jahre alte Geschäftsleute vom Landgericht Frankfurt zu Haftstrafen verurteilt worden. Der ältere Angeklagte erhielt drei Jahre und neun Monate, sein jüngerer Komplize drei Jahre. Der 32 Jahre alte dritte Angeklagte wurde zu einer Bewährungsstrafe von 21 Monaten verurteilt. Die Wirtschaftsstrafkammer hielt es für erwiesen, dass sich die drei Angeklagten 2017 in den Dienst türkischer Hinterleute gestellt hatten und in Deutschland als Verantwortliche der betrügerischen Internet-Firma fungierten. Tausende Kunden leisteten dabei insgesamt rund 3,9 Millionen Euro Vorauszahlungen auf Elektronik-Artikel, die es in Wirklichkeit gar nicht gab. Die Staatsanwaltschaft prüft Revision.

Handgeld für Fluchthilfe

Laut Urteil handelten die Angeklagten lediglich als Gehilfen der in der Türkei ansässigen Hinterleute, die sie für ihre Dienste gut bezahlten. Dem 55-Jährigen waren beispielsweise 100 000 Euro Handgeld angeboten worden, um eine nötig werdende Flucht zu organisieren. 

Hoher Schaden für viele Betroffene

Aufgrund der untergeordneten Funktion der Angeklagten blieb die Wirtschaftsstrafkammer im Strafmaß hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück. Gleichwohl müsse die "allgemeine Bereicherungsabsicht" der Männer und der hohe Schaden für viele Betroffene strafverschärfend berücksichtigt werden, hieß es im Urteil. Von dem betrügerisch erlangten Geld müssen zwei Angeklagte 122 000 Euro beziehungsweise 35 000 Euro im Wege der Verfallserklärung an die Staatskasse zahlen. Den Ermittlungen zufolge wurden mit dem Geld der betrogenen Kunden vor allem Goldgeschäfte und der Handel mit Mobiltelefonen getätigt. 

Diese Tipps helfen, um sich vor betrügerischen Shops im Internet zu schützen.

Katharina Burow

Reporter:
Katharina Burow

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