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Wolf reißt drei Schafe in Kalbach

Osthessische Schäfer besorgt - Wolf reißt drei Schafe in Kalbach

© dpa

Symbolbild

Ein Wolf hat Mitte April in Kalbach-Mittelkalbach drei Schafe gerissen – das berichtet die Fuldaer Zeitung. Demnach hat das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie eine DNA-Analyse in Auftrag gegeben – und die hat ergeben, dass definitiv ein Wolf die Tiere getötet hat.

Wolfs-Nachweis auch in Ulrichstein

Das Hessische Umweltministerium geht davon aus, dass es sich um ein durchziehendes Tier handelt – es gebe bisher keine Hinweise darauf, dass ein Wolf in Hessen heimisch ist. Der Vogelsbergkreis hat in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass auch bei Ulrichstein ein Wolf nachgewiesen wurde - auch hier geht das Umweltministerium von einem wandernden Tier aus - es könnte sich also um denselben Wolf handeln. 

Wölfin lebt im Kreis Rhön-Grabfeld

Nachweislich lebt eine Wölfin im Kreis Rhön-Grabfeld – die habe sich bisher aber nur von Wild ernährt, so das zuständige bayerische Landesamt für Umwelt. Ende März hatte ein Wolf bereits bei Alheim im Kreis Hersfeld-Rotenburg zwei Schafe gerissen, heißt es in der Fuldaer Zeitung. 

Schäfer: "Ich kanns nachts nicht mehr ruhig schlafen"

Wilfried Lenz ist Schäfer in Schlüchtern-Elm - und macht sich große Sorgen wegen der Wolfsrisse. Er hat eine Herde mit 1000 Schafen - und sagt im Gespräch mit HIT RADIO FFH, dass er nicht mehr ruhig schlafen könne. Seine Schafe würden nachts zusammengepfercht werden, weil er seine Tiere in einem Naturschutzgebiet hat, in dem sie nachts nicht auf den großen Weiden bleiben können. Der Wolf müsse nur um den Pferch laufen, um die Schafe in Panik zu versetzen. Die Tiere würden auseinander rennen - und dann habe der Wolf leichtes Spiel. 

"Ich müsste mir Herdenschutzhunde anschaffen - eine Investition von mindestens 20.000 Euro"

"Ich kann die Weide nicht einzäunen, das ist bei der Größe nicht machbar. Das einzige, was vielleicht helfen würde, wäre die Anschaffung von Herdenschutzhunden - da bräuchte ich aber gleich zehn. Und das ist eine Investition von mindestens 20.000 Euro", so Lenz. Außerdem bräuchte er diese Hunde zusätzlich zu seinen Hütehunden, die tagsüber auf die Schafe aufpassen. Die Hütehunde und die Herdenschutzhünde verstünden sich aber nicht - das heißt, er müsse immer dafür sorgen, dass sich diese Hunde nicht ins Gehege kommen, so Lenz. Eine schwierige logistische Aufgabe.

"Weiß nicht, ob ich meinen Beruf dann noch weiter ausüben will"

"Ich wünsche mir Unterstützung vom Staat - wir werden alleine gelassen. Wenn es bei uns etliche Male vorkommt, dass ein Wolf unsere Schafe reißt, werden wir noch aus der Versicherung geworfen - und stehen völlig alleine da. Ich weiß nicht, ob ich meinen Beruf dann noch weiter ausüben will - das ist existenzbedrohend", meint Lenz im Gespräch mit HIT RADIO FFH. 

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Eva-Maria Lauber

Reporter:
Eva-Maria Lauber

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