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Fall Lübcke: SEK-Einsatz auf Wangerooge-Fähre

Fall Lübcke - Polizei bestätigt SEK-Einsatz auf Fähre

© dpa

Anfang Juni wurde Walter Lübcke auf der Terrasse vor seinem Wohnhaus in Wolfhagen-Istha getötet.

Der Polizeieinsatz auf zwei Nordsee-Fähren in Niedersachsen am Samstag steht im Zusammenhang mit dem Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Das haben das Hessische Landeskriminalamt (LKA) und die Kasseler Staatsanwaltschaft am Dienstag erstmals bestätigt.

Keine Hinweise für Tatbeteiligung

"In diesem Zusammenhang wurde eine Person in Gewahrsam genommen und mit dem Ziel der Informationsgewinnung in das Polizeipräsidium Nordhessen nach Kassel verbracht", teilten die Behörden mit. Bei der Befragung hätten sich aber keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Mann an der Tat beteiligt war. "Aus diesem Grund wurde die Person in den frühen Sonntagmorgenstunden wieder entlassen", erklärten die Ermittler, die keine weiteren Angaben zu dem Mann oder dem Hintergrund der Polizeiaktion machten.Ein LKA-Sprecher sagt auf FFH-Nachfrage nur, dass bislang knapp 200 Hinweise eingegangen sein und man weiter dabei sei, die Tat zu rekonstruieren. Auch sei der SEK-Einsatz längst nicht so spektakulär gewesen, wie einige Medien berichtet hätten. "Wir brauchen Zeit, um die Tat aufzuklären", sagt der Sprecher. Spekulationen würden die Ermittlungen nur erschweren. 

Schusswunde am Kopf

Mehrere Medien hatten am Wochenende über den Einsatz in Wittmund-Harlesiel (Kreis Wittmund) berichtet. Die Fähren starten dort zur Insel Wangerooge. Die zuständige Polizei Wilhelmshaven hatte nur mitgeteilt, dass der Einsatz für ein anderes Bundesland stattgefunden hatte. Lübcke war in der Nacht zu Sonntag vor einer Woche gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden. Das Motiv ist immer noch unklar, ebenso, ob es aktuell Verdächtige gibt.

Nachgefragt: Welche Folgen haben Spekulationen in den Medien?

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Andreas Thöne

Sprecher Staatsanwaltschaft Kassel

"Ermittlungsansätze verbrennen durch Spekulation"

Die Ermittler sehen ihre Arbeit insgesamt durch Spekulationen in Medien und sozialen Netzwerken erschwert. "Das ist ein Riesenproblem, weil riesiger Druck aufgebaut wird", sagte LKA-Sprecher Christoph Schulte. Staatsanwalt Andreas Thöne ging noch einen Schritt weiter: "Im schlimmsten Fall können Ermittlungsansätze durch eine spekulative Berichterstattung verbrennen."

Trauerfeier für den 13. Juni geplant

Die Trauerfeier für den Regierungspräsidenten ist für den 13. Juni in Kassel geplant. In der Martinskirche werde es einen Trauergottesdienst mit "protokollarischen Ehrenbekundungen" geben, kündigte eine Regierungssprecherin an. 

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