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Mehr Geld für Schutz von Schafen

Gefahr durch Wölfe? - Hessen gibt mehr Geld für Schutz

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Symbolbild

Beim Schutz vor Wölfen greift Hessen den Haltern von Schafen und Ziegen finanziell unter die Arme. Das Land stelle mit der neuen "Herdenschutzprämie Plus" 500.000 Euro jährlich bereit, um den Unterhalt stabiler Zäune zu unterstützen, kündigte Umweltministerin Priska Hinz an. "Vermehrte Wolfnachweise in den letzten Monaten zeigen: Der Wolf ist in Hessen keine Besonderheit mehr, er gehört dazu." 

Oft schlecht gesicherte Weiden

Wenn ein Nutztier gerissen wird, dann liege das meist an einer schlecht gesicherten Weide. Künftig beteilige sich das Land mit 31 Euro jährlich pro Hektar an den Kosten, etwa für einen kompletten Elektrozaun mit einer Höhe von mindestens 90 Zentimetern. 

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie listet für dieses Jahr bereits neun Nachweise von Wölfen auf. 2018 hatte es den Angaben zufolge keinen einzigen gegeben, 2017 insgesamt fünf. 

Bund will Abschussregeln für Wölfe lockern

Auf Bundesebene sollen die Pläne einen Abschuss von Wölfen auch dann ermöglichen, wenn unklar ist, welches Tier genau zum Beispiel die Schafherde angegriffen hat. Es können demnach so lange Wölfe in der Gegend geschossen werden, bis es keine Attacken mehr gibt - auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird. Die Behörden der Länder müssen aber jeden Abschuss wieder einzeln genehmigen.

Künftig sollen außerdem schon "ernste" Schäden für die Abwehr ausreichen, bisher ist im Gesetz von "erheblichen" Schäden die Rede. Das soll es auch Hobbyschäfern ermöglichen, eine Entschädigung zu
bekommen, wenn Wölfe zuschlagen. Das Füttern und Anlocken von Wölfen soll verboten werden, damit sie sich nicht an Menschen gewöhnen. Mischlinge aus Wolf und Hund, sogenannte Hybriden, sollen geschossen werden. Dabei sollen die Jäger "nach Möglichkeit" einbezogen werden. Für die hessische Umweltministerin Hinz ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

Schäfer Wilfried Lenz aus Schlüchtern

Mehr Geld für Schutz von Schafen

Lenz hat eine Herde von 1000 Schafen

Er sieht den Wolfsriss an sich nicht als größtes Problem.

Schäfer sehen Existenz bedroht

Vor allem in Osthessen haben Augenzeugen in diesem Jahr immer wieder Wölfe beobachtet, etwa bei Lautertal, Ulrichstein und Kathus. Viele Schäfer machen sich deshalb Sorgen. Ein Schäfer aus Osthessen sagte FFH, der Wolf bedrohe seine Existenz, denn er reiße nicht nur Schafe, sondern schrecke sie auch auf, sodass sie kopflos flüchten. Der Naturschutzbund reagiert dagegen gelassen: Im Jahr 2017 gab es insgesamt 15.000 tote Schafe bei uns in Hessen - nur 13 von ihnen hatte der Wolf auf dem Gewissen, sagte ein Sprecher. 

Mark Harthun vom Naturschutzbund in Wetzlar

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