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Koblenzer Burkini-Verbot vorerst gekippt

Muslima bekommt Recht - Koblenzer Burkini-Verbot vorerst gekippt

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Koblenz muss in seinen Bädern auch das Schwimmen mit Burkini erlauben

Die Stadt Koblenz darf in ihren Schwimmbädern das Tragen von Burkinis nicht verbieten. Das hat das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in einer Eilentscheidung verfügt. Koblenz hatte die von gläubigen Muslima getragenen Ganzkörper-Schwimmanzüge aus hygienischen Gründen verboten. Das Verbot ist damit zunächst aufgehoben. Eine endgültige Entscheidung wird das Gericht später noch fällen. Es empfahl aber der Stadt, das Burkini-Verbot aus der Badeordnung zu streichen.

Hygiene-Argument ist nach Überzeugung der Richter nicht schlüssig

Ein Burkini-Verbot verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz,  sagen die Richter. Das Argument der Stadt, man könne ansteckende Krankheiten nicht erkennen, sei nicht schlüssig. Denn das gelte ja auch bei Badeanzügen oder wenn Leistungsschwimmer beim Training in Neoprenanzügen ins Becken dürften. Geklagt hatte eine muslimische Frau aus Syrien, der wegen Rückenschmerzen das Schwimmen ärztlich geraten wurde. Die Stadt hatte auch eingeräumt, man habe bisher überhaupt nur fünf Burkini-Trägerinnen in den städtischen Bädern gezählt.

Peter Hartmann

Reporter:
Peter Hartmann

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