Nachrichten > Top-Meldungen >

Europäische Lösung für Seenotrettung soll her

Seehofer will EU-weite Lösung - Verteilung von Bootsflüchtlingen

© dpa

Kurz nach ihrer Rückkehr ins Einsatzgebiet im Mittelmeer vor Libyen hat die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye mit ihrem Schiff «Alan Kurdi» 44 Migranten gerettet. Die Frage, wohin gerettete Flüchtlinge gebracht werden sollen, sorgt zwischen den EU-Staaten immer wieder für Streit.

Die Bundesregierung will kommende Woche versuchen, eine europäische Regelung für die Verteilung der im Mittelmeer geretteten Migranten zu beschließen. Wie es aus Regierungskreisen heißt, bat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die finnische Ratspräsidentschaft, die Seenotrettung beim nächsten informellen Treffen der Innen- und Justizminister am 18. Juli in Helsinki auf die Tagesordnung zu setzen.

In seinem Schreiben an Innenministerin Maria Ohisalo heißt es, es gehe darum, "für einen Übergangszeitraum humanitäre und praktikable Lösungen zu entwickeln". Seehofer schrieb weiter: "Ich bin der Überzeugung, dass wir dringend eine europäische Lösung in gemeinsamer Verantwortung, getragen von einer breiten Koalition der Mitgliedstaaten und der EU Kommission brauchen."

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, hatte es zuvor im Innenministerium Gespräche mit Vertretern des Bundeskanzleramtes, des Justizministeriums, des Auswärtigen Amtes und des Entwicklungsministeriums zu der Frage gegeben. Über das Ergebnis wurde zunächst nichts bekannt.

Deutschland und einige andere EU-Staaten hatten zuletzt mehrfach Menschen aufgenommen, die von privaten Hilfsorganisationen im Mittelmeer aus Seenot gerettet worden waren. Andere Staaten sahen sich dagegen nicht in der Verantwortung. 

nach oben