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Neue Hitzewelle in Hessen verschärft Trockenheit

Neue Hitzewelle kommt - Hessen kämpft mit Trockenheit

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Symbolbild

Die nächste Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad rollt auf das FFH-Land zu: Im Süden Hessens besteht ab Mitte der Woche höchste Waldbrandgefahr. Bislang gab es bereits 60 Waldbrände in Hessen - weitere drohen. 

Grundwasser noch knapper als nach Jahrhundertsommer 2018

Zudem gehen die Grundwasserstände in Hessen weiter zurück. Zum Ende des hydrologischen Sommerhalbjahrs im Oktober erwartet das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) "mit großer Wahrscheinlichkeit" sogar niedrigere Pegel als nach dem vergangenen Jahrhundertsommer.

Trockenheit aus dem vergangenen Jahr macht weiter Probleme

"Das eigentliche Problem ist nicht der Witterungsverlauf dieses Jahres, sondern das immer noch sehr hohe Niederschlagsdefizit aus dem letzten Jahr", teilte das HLNUG in Wiesbaden mit. Aktuell zeigen die meisten Messstationen zwar noch normale Wasserstände an - die Pegel sinken allerdings fast überall. Auch in Bächen und Flüssen gehen die Wasserstände zurück. Der Wetteraukreis und der Main-Taunus-Kreis haben verboten, Wasser aus Bächen und Flüssen zu entnehmen.

Neue Hitzewelle in Hessen verschärft Trockenheit

Karsten Schmal, Präsident Deutscher Bauernverband im FFH-Gespräch

© FFH

Was haben Grundwasser und Trinkwasser miteinander zu tun? 

Das Trinkwasser in Hessen wird nach Angaben des Umweltministeriums in Wiesbaden zu etwa 95 Prozent aus Grundwasser gewonnen, deutschlandweit liege dieser Wert bei etwa 70 Prozent. Grundwasser wird als Teil des Wasserkreislaufs verstanden, das etwa in Quellen, Bächen und Flüssen zum Vorschein kommt. Daneben gibt es auch einen riesigen Grundwasservorrat im Untergrund, der aber nicht unmittelbar genutzt werden kann. Die zwei wichtigsten Gebiete in Hessen, in denen Trinkwasser aus Grundwasser gewonnen wird, sind das Hessische Ried und der Vogelsberg. Millionen Menschen im Rhein-Main-Gebiet beziehen von dort ihr Wasser. 

Wird die Versorgung mit Trinkwasser knapp? 

In großen Teilen des Landes gilt die Trinkwasserversorgung als gesichert - auch wenn die Wasserversorger immer wieder Rekorde beim Wasserverbrauch verzeichnen. Allein Hessenwasser lieferte nach eigenen Angaben am besonders heißen 26. Juni 426.312 Kubikmeter Trinkwasser an einem einzigen Tag aus: Würde man Würfel mit einer Kantenlänge von einem Meter mit Wasser füllen und hintereinander aufstellen, würde die Schlange von Frankfurt bis kurz vor Prag reichen. "Vor allem dank der Wasserwerke im Hessischen Ried und im Frankfurter Stadtwald ist trotz der anhaltenden Trockenheit eine ausreichende Verfügbarkeit der Wasserressourcen gegeben", sagt die Bereichsleiterin Technik, Nicole Staude. 

Hat der Regen zuletzt denn nicht geholfen? 

Kaum. Denn es dauert in der Regel sehr lange, bis der Regen tatsächlich im Grundwasser ankommt. "Zunächst nehmen die Pflanzen das Wasser auf und verdunsten es erst wieder", erklärt Rückert. Erst wenn Pflanzen und die oberen Bodenschichten gesättigt sind, sickert das Wasser ein und trägt zur Grundwasserneubildung bei. Bis der Regen dann tatsächlich in der entsprechende Bodenschicht angelangt ist, kann es laut Rückert Wochen bis Monate dauern. "Zwei Tage Regen helfen möglicherweise der Landwirtschaft - aber nicht der Grundwasserneubildung." 

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