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Mutter und Tochter in München vermisst - neue Spur

Mutter und Tochter vermisst - Spuren im Wald bei München gefunden

© dpa

Polizisten durchsuchten bereits mehrfach einen Wald bei München, auf der Suche nach der vermissten 41-Jährigen und ihrer Tochter

Der traurige Verdacht der Polizei hat sich erhärtet: Eine vermisste Münchnerin und ihre 16 Jahre alte Tochter scheinen tot zu sein. Die Ermittler haben in einem Waldstück der bayerischen Landeshauptstadt eine Schmutzfangmatte und einen Teppich mit Blut der beiden gefunden - beide Fundstücke stammen aus der Wohnung der Familie.

Die Ermittler gehen nun davon aus, "dass wir nach Leichen suchen", wie Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich in München sagte. Derzeit steht der Ehemann und Stiefvater der beiden im Verdacht, seine Angehörigen umgebracht zu haben. 

Ehemann der Mutter unter Mordverdacht

Polizeibeamte hatten zuvor den Truderinger Forst im Südosten Münchens durchkämmt. "Hier ist ein Ankerpunkt des Beschuldigten", erläuterte der Leiter der Mordkommission bei der Münchner Polizei, Josef Wimmer. Der Mann sei dort spazieren gegangen und habe Pilze gesucht. Es liege nahe, dass man als Täter Leichen dort ablege, "wo man sich auskennt". 

Von der 41 Jahre alten Frau und ihrer 16-jährigen Tochter fehlt seit dem 13. Juli jede Spur. Der neue Ehemann der Frau sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Die Beamten gehen davon aus, dass der 44 Jahre alte Deutsch-Russe zuerst seine Frau tötete und danach die Tochter ermordete, um die Tat zu verschleiern. Mit dieser These war der Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag im Fall der Frau und - wegen der Verdeckungsabsicht - auf Mord im Fall der Tochter beantragt und erlassen worden. Wie die beiden zu Tode gekommen sein könnten, ist noch unklar. 

Verdächtiger schweigt

Der Mann hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Es sei zu früh zu sagen, was die möglichen Hintergründe oder das Motiv seien, sagte Heidenreich. "Der Beschuldigte schweigt, die Opfer sind noch nicht gefunden." Damit gebe es eine "immense Bandbreite der Möglichkeiten". 

Die Polizei rief erneut die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Die Suche konzentriere sich vorerst weiter auf das Waldstück Truderinger Forst. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass sie auf andere Gegenden erweitert werde. 

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