Nachrichten > Top-Meldungen >

Strompreise 2019 auf Rekordhöhe

Strompreise auf Rekordhöhe - Auch Gas wird wieder teurer

© dpa

Die Strompreise steigen seit Jahren. Doch so einen starken Sprung nach oben wie 2019 hat die Bundesnetzagentur lange nicht registriert. Und auch für Gasverbraucher zeigte der Preispfeil nach oben.

Strom war für die Privathaushalte in Deutschland noch nie so teuer wie in diesem Jahr. Erstmals mussten sie nach Berechnungen der Bundesnetzagentur im Durchschnitt mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Für den Stichtag 1. April ermittelte die Behörde einen Durchschnittspreis von 30,85 Cent je Kilowattstunde. Das war fast ein Cent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres, wie aus Zahlen für den neuen Monitoringbericht der Bundesnetzagentur hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Auch Gas wird wieder teurer

Erstmals seit 2014 wurde auch Gas für Haushaltskunden teurer. Der Durchschnittspreis je Kilowattstunde stieg um fast 4,5 Prozent auf 6,34 Cent. Und es könnte noch weiter nach oben gehen. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox haben bereits 40 örtliche Gasversorger für September, Oktober und November Preiserhöhungen angekündigt.

Versorger können Preis beeinflussen

Preistreiber beim Strom waren laut Netzagentur in diesem Jahr die von den Lieferanten beeinflussbaren Kosten, die etwa ein Viertel des gesamten Strompreises ausmachen. Auf den Stromrechnungen stieg der Anteil für Beschaffung, Vertrieb und die Handelsspanne der Versorger um 0,91 Cent auf 7,61 Cent je Kilowattstunde. Das ist ein Plus von rund 13,6 Prozent.

Damit schlug vor allem der Anstieg der Großhandelspreise auf die privaten Stromrechnungen durch. Verbraucherschützer kritisieren, dass die Lieferanten Anstiege an der Strombörse deutlich schneller weitergeben als fallende Preise.

"Bei sinkenden Beschaffungspreisen müssen die Kunden oft jahrelang warten, bis diese Entwicklung auf ihrer Rechnung ankommt. Steigen die Preise, haben sie dagegen schnell Post vom Versorger im Briefkasten oder im Mail-Postfach", sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, Udo Sieverding.

nach oben