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Deutschland macht Iran für Angriffe verantwortlich

Angriffe auf Saudi-Arabien - Deutschland macht Iran verantwortlich

Mitarbeiter wechseln nach den Angriffen auf wichtige Öleinrichtungen ein Rohr aus.

Nach den Angriffen auf saudische Ölanlagen erhöhen auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien den Druck auf den Iran. Ein Erfolg für Donald Trump - erst recht, weil der britische Premierminister Johnson noch einen weiteren großen Schritt auf den US-Präsidenten zugeht.

Vor der Generaldebatte bei der UN-Vollversammlung haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien den Iran für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. Die drei europäischen Regierungen folgen damit der Einschätzung der USA. "Für uns ist deutlich, dass der Iran Verantwortung für diesen Angriff trägt", hieß es in einer Mitteilung der deutschen, französischen und britischen Regierung. "Es gibt keine andere plausible Erklärung." Der britische Premierminister Boris Johnson sprach sich überraschend für ein neues, von US-Präsident Donald Trump ausgehandeltes Atomabkommen mit dem Iran aus.

Trump: "Iran ist Terrorstaat Nummer 1"

Vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran beginnt am Dienstag die Generaldebatte bei der UN-Vollversammlung in New York. Mit Spannung wird die Ansprache Trumps erwartet, der als einer der ersten Redner das Wort ergreifen wird. Im vergangenen Jahr hatte Trump der Führung in Teheran bei der UN-Vollversammlung vorgeworfen, "Chaos, Tod und Zerstörung" zu säen. Am Montag bezeichnete er den Iran als "Terrorstaat Nummer Eins auf der Welt".

Trump war im Mai vergangenen Jahres einseitig aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien gehören zu den Unterzeichnerstaaten, die das Abkommen bislang retten wollten. Johnson schien mit seinen neuen Aussagen nun aus dieser europäischen Front auszuscheren.

Iranische Führung weist Vorwürfe zurück

Die Führung in Teheran hat jede Verantwortung für die Angriffe in Saudi-Arabien zurückgewiesen, zu denen sich die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen bekannten. US-Außenminister Mike Pompeo hatte unmittelbar nach den Angriffen Mitte des Monats den Iran dafür verantwortlich gemacht - und dies bei einer Reise nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate kurz danach noch einmal bekräftigt.

Dass sich die drei europäischen Regierungen dieser Einschätzung nun anschlossen, wertete Pompeo als wichtiges Signal. "Das wird die Diplomatie stärken und die Friedensbestrebungen", schrieb er dazu auf Twitter. "Wir fordern jedes Land dazu auf, sich dieser Verurteilung der Handlungen des Irans anzuschließen."

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