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Braunkohlegegner verlassen Tagebaue am Abend

Sachsen und Brandenburg - Braunkohlegegner verlassen Tagebaue

© dpa

Tausende Klimaschützer haben am Samstag Braunkohle-Tagebaue in Sachsen und Brandenburg blockiert. Die Kohle-Gegner stürmten am Morgen in die Gruben in Jänschwalde und Welzow-Süd in Brandenburg sowie in den Tagebau Vereinigtes Schleenhain im Leipziger Revier.

Zu den Protesten hatte das Bündnis "Ende Gelände" aufgerufen. Bis zum Einbruch der Dunkelheit verließen die Blockierer die Gruben freiwillig. Die Polizei nahm teilweise die Personalien auf und berichtete von Rangeleien. Die Tagebau-Betreiber Mibrag und Leag erstatteten Anzeigen. Die Klimaschützer bezeichneten die Proteste als friedlich und erfolgreich.Nach Angaben von "Ende Gelände" beteiligten sich rund 4000 Aktivisten an den Protesten.

Die Forderung: Sofortiger Kohleausstieg

Sie richteten sich gegen die Klimapolitik der Bundesregierung. Die Protestierer verlangten einen sofortigen Kohleausstieg. Ziel der Bundesregierung ist ein Kohleausstieg bis spätestens 2038. Umweltverbände fordern einen Ausstieg bis 2030. "Die Politik wagt es, noch fast 20 Jahre Kohle zu verheizen. Ende Gelände wagt heute den sofortigen Kohleausstieg", erklärte Sprecherin Nike Mahlhaus. Die Kohleförderung ruhte am Samstag aus Sicherheitsgründen.

Drei Polizisten bei Einsatz verletzt

In Jänschwalde kam es am Morgen zu Rangeleien zwischen Polizei und Aktivisten. Dabei seien drei Beamte leicht verletzt worden, sagte Brandenburgs Polizeisprecher Torsten Herbst. Rund 500 Menschen blockierten dort den Tagebau, ebenso viele wie in Welzow-Süd. Zu möglicherweise verletzten Demonstranten lagen zunächst keine Informationen vor. Die Leipziger Polizei berichtete, dass es Schläge und Tritte gegen Beamte gegeben habe, als etwa 1200 Protestierer auf das Tagebau-Gelände rannten. Zudem besetzten Kohle-Gegner an mehreren Stellen Gleise der Kohle-Bahn des Betreibers Leag, darunter in Koppatz, Groß Oßnig (Spree-Neiße) und am Kraftwerk Jänschwalde.

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