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Hessen verstärkt Kampf gegen Cyberkriminelle

Kampf gegen Cyberkriminalität - Bald mehr hessische Spezialisten

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Symbolbild

Die hessische Polizei geht im Internet zunehmend auf Verbrecherjagd und bildet bald mehr Spezialisten aus.

Nicht nur die Zahl der Delikte hat zuletzt deutlich zugenommen, auch die Bandbreite der Methoden. Betrugs-, Erpressungs- und Gewaltdelikte sind auch im World Wide Web verstärkt zu beobachten.Das haben Politik und Behörden in Hessen erkannt. Nun setzen sie zum Gegenschlag an. Die Polizei bietet einen neuen Studiengang: Cyberkriminalistik.

Delikte im Internet nehmen weiter zu

Damit soll besonders geschulter Nachwuchs rekrutiert und die Digitalkompetenz erhöht werden. Damit intensiviere Hessen den Kampf gegen Cyberkriminelle, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU): "Wir wollen besser werden, um frühestmöglich auch im Internet Gefahren für die Bürger abzuwehren." Auch Beuth ist nicht entgangen: "Die Dynamik und Bandbreite von Delikten hat in den vergangenen Jahren vor allem im Netz zugenommen." Im Bereich Cybercrime ist ein stetiger Anstieg der Fallzahlen festzustellen, wie das Innenministerium in Wiesbaden mitteilte.

Die Anzahl der Straftaten, die etwa mit dem Tatmittel Internet verübt wurden, stieg von 33 334 auf 35 608 Fälle im Jahr 2019. Das entspricht einem Plus von 6,8 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 waren es sogar weniger als 20 000 Fälle.Die Schäden durch Internetkriminalität werden nach Angaben des Innenministeriums auf 20 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Allerdings ist gerade bei Cyber-Attacken von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Nicht alle Betroffenen erstatten nach Einschätzung der Justizbehörden Anzeige.

Hoher Personalbedarf im Bereich Cybercrime

Egal ob Cyberstalking, Identitätsdiebstahl, Erpressungs-Trojaner oder organisierte Kriminalität im Darknet: Die Polizei steht immer komplexeren Ermittlungen gegenüber und muss über Expertenwissen verfügen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, gibt es nun das Studium bei der Kriminalpolizei mit der Vertiefung Cyberkriminalistik. "Der Personalbedarf in diesem Bereich ist hoch", sagte ein Ministeriumssprecher. Das Wintersemester 2020/2021 beginnt am 7. September. Bislang seien mehr als 50 Studienplätze vorgesehen. Gepaukt wird am Standort Mühlheim am Main (Kreis Offenbach). Eine Bewerbung ist laut Polizei bis Ende Juli/Anfang August möglich.

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