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Kultusministerium: Schulstart in Hessen problemlos

Weitere Schulöffnung in Hessen - Kultusministerium: Start ohne Probleme

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Symbolbild

An Hessens Schulen ist die nächste Stufe der Öffnung ohne große Probleme angelaufen. Er habe bislang keine Informationen über besondere Vorkommnisse gegeben, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden. Für die Viertklässler der Grundschulen sowie alle weiteren Jahrgänge der weiterführenden Schulen hat der Unterricht wieder begonnen. Damit sind rund 515 000 Kinder an den Schulen in Hessen zurück. Weiterhin zu Hause lernen müssen insbesondere noch die Klassen 1 bis 3 an Grundschulen.

GEW: Herkulesaufgabe für Schulen

Die hessische GEW-Vorsitzende Birgit Koch sprach von einer Herkulesaufgabe für die Schulen. "So sehr wir uns alle wünschen, dass wir bald zu einer Normalität des Schulbetriebes zurückkehren: Wir dürfen hierbei die Hygienevorgaben, die Arbeitsbelastung der Lehrerinnen und Lehrer sowie den Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht aus dem Blick verlieren." Auch die Bildungsexpertin der Linke-Fraktion, Elisabeth Kula, mahnte, dass die Hygienekonzepte in den Schulen bei der Öffnungen Ende April teilweise nicht umgesetzt werden konnten. Die Lehrer und die Schulleitungen fühlten sich oft mit der Situation alleine gelassen.

Viele Kinder ohne eigenen Schreibtisch oder Notebook

Die Bildungsgewerkschaft warnte zudem davor, dass sich durch die Corona-Krise die Bildungsungerechtigkeit weiter verschärfe. Alle Berichte aus den Schulen zeigten, dass die ohnehin benachteiligten Kinder häufig durch das Lernen zu Hause weiter abgehängt würden. Für viele Schüler stelle die Schule eine Konstante dar, die ohne den Unterricht in der Schule fehle. Viele Kinder hätten zudem keinen eigenen Schreibtisch oder ein Notebook zu Hause.

Wie sieht der neue Unterrichtsalltag aus?

Der Unterricht in der Klassengröße vor Beginn der Corona-Krise wird durch die Abstandsregeln nicht möglich sein. Das Kultusministerium schätzt, dass maximal 15 Schüler gleichzeitig im Klassenraum sein können. Schüler können also nur tageweise in verschiedenen Gruppen am Unterricht teilnehmen. Deswegen kommen viele Schüler nur auf wenige Präsenztage bis zu den Sommerferien.

Die Schüler sind gar nicht mehr an so vielen Tagen in der Schule, erklärt Markus Bente, Direktor der Hünfelder Wigbertschule.

Partner- und Gruppenarbeit sowie auch der Sportunterricht sind zunächst generell nicht möglich. Wie sich die Grundschulen in Hessen vorbereitet haben, lesen Sie hier.

Welche Regeln gelten in der Schule?

Das hessische Kultusministerium hat ein Konzept erarbeitet, mit dem die Hygiene- und Abstandsregeln umgesetzt werden sollen. Unter anderem gilt Folgendes prinzipiell: - 1,50 Meter Abstand halten, Tische müssen entsprechend gestellt werden- keine Berührungen oder Umarmungen - gründliche Handhygiene - Händewaschen oder Händedesinfektion - Husten und Niesen in die Armbeuge - Türklinken möglichst nicht mit der vollen Hand, sondern z.B. mit dem Ellenbogen öffnen - regelmäßiges Lüften - tägliche Reinigung etwa der Toilettenräume - Abstandsmarkierungen auf dem Boden

Auch  an der Hünfelder Wigbertschule ist einiges anders: Im Bus zur Schule muss die Maske getragen werden, die Klassen sind deutlich kleiner und die Kinder und Jugendlichen sitzen weiter auseinander. In der Schule jetzt eine "Einbahn-System". Durch Pfeile werden die Schüler zum Klassenraum gelenkt.

Markus Bente, Direktor der Hünfelder Wigbertschule, zu den Maßnahmen in der Schule

Müssen die Schüler Masken tragen?

Für den Unterricht im Klassenraum ist das Tragen einer Abdeckung für Mund- und Nase nicht vorgeschrieben, aber möglich. Für den Gang durch das Schulgebäude sollte aber eine Alltagsmaske aufgesetzt werden. Eine besondere Herausforderung ist der Schülertransport in Bussen und Bahnen morgens und nach der Schule. Im Nahverkehr gilt eine Maskenpflicht.

Was passiert, wenn eine Corona-Infektion bei einem Lehrer oder Schüler festgestellt?

Wer Krankheitssymptome wie Fieber, Husten oder Ähnliches an sich bemerkt, sollte zuhause bleiben. Treten die Anzeichen in der Schule auf, sollte der Person ein Maske aufgesetzt und sie in einen extra Raum gebracht werden. Wird tatsächlich eine Infektion mit Covid-19 festgestellt, entscheidet das örtliche Gesundheitsamt, wie weiter zu verfahren ist - etwa, ob eine Klasse oder eine Gruppe in Quarantäne muss.

Vor welchen Herausforderung stehen die Schulen?

Nicht alle Lehrer werden unterrichten können, weil sie selbst etwa Vorerkrankungen zu einer Risikogruppe gehören oder enge Angehörige haben, die nicht an Covid-19 erkranken sollten. Wer also etwa 60 Jahre oder älter ist, darf, muss aber nicht Unterricht geben. Es werden also Lehrer fehlen. Zugleich müssen die Lehrer noch stärker als sonst die Schüler in den Pausen beaufsichtigen, damit auch dort Abstandsregeln eingehalten werden.

Wie lange wird dieser Zustand noch anhalten?

Mindestens bis zu den Sommerferien, die am 6. Juli in Hessen beginnen. Es wird vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie abhängen, wie dann im neuen Schuljahr weitergemacht wird. Gelten weiterhin Abstandsregeln, wovon Experten derzeit ausgehen, werden wohl auch die Schulen nicht wieder zum Unterricht zurückkehren können, wie er vor Beginn er Krise angeboten wurde. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat die Eltern in einem Brief bereits darauf eingestimmt, dass es auch im neuen Schuljahr einen Wechsel aus Präsenzunterricht in der Schule und häuslichem Lernen geben kann.

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