Nachrichten > Nordhessen, Südhessen, Top-Meldungen >

Trotz Corona kein Notstand bei den Gerichten

Trotz Corona - Kein Notstand bei hessischer Justiz

Trotz zahlreicher verschobener Prozesse – die Corona-Pandemie hat nicht zu einem Notstand in den hessischen Gerichten geführt. Das sagt das Justizministerium auf FFH-Anfrage. Dennoch müssen die Richter jetzt nach dem Lockdown eine Menge abarbeiten.

Zwei Drittel der Straf-Prozesse am Amtsgericht Kassel mussten geschoben werden

Allein am Amtsgericht Kassel mussten über zwei Drittel der Strafprozesse wegen Corona verschoben werden. Um die 450 Verhandlungen müssen die Richter jetzt Stück für Stück nachholen. Wie lange das dauert - ungewiss, sagt Gerichtssprecher Mario Hirdes im FFH-Gespräch. Eilige Dinge wie Haftsachen oder wichtige Entscheidungen am Familiengericht wurden aber auch im Lockdown erledigt.

Weniger Straftaten während Corona-Lockdown

Die Richter hätten das Meiste erledigt, ohne einen Verfahrensnotstand entstehen zu lassen, sagt auch ein Sprecher des Justizministeriums. Die Zivilrichter hätten sehr viel schriftlich verhandelt. Zudem habe es weniger Straftaten während Corona gegeben, weshalb weniger Neues hinzugekommen sei.

"Eilige Verfahren sind nicht liegengeblieben"

Mario Hirdes, Sprecher Amtsgericht Kassel

Kein Raunen mehr im Gerichtssaal

Mittlerweile haben sich die Gerichte auf die neue Situation eingestellt - mit Abstandsregeln, Masken oder Plexiglasscheiben im Gerichtssaal. Das sei aber auch für viele Richter noch ungewohnt, sagt Jan Helmrich, Sprecher am Landgericht Darmstadt. "Es ist anstrengend und unangenehm." Auch vieles, was früher praktiziert wurde, sei derzeit nicht möglich. "Man kann sich nichts mehr zuraunen im Gerichtssaal - das fällt jetzt weg", so Helmrich im FFH-Interview.

"Zuraunen geht nicht mehr"

Jan Helmrich, Sprecher Landgericht Darmstadt

Marcel Ruge

Reporter
Marcel Ruge

nach oben