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Kita-Öffnung: Kommunen bekommen Spielraum vom Land

Kita-Öffnung in Hessen - Kommunen bekommen Spielraum vom Land

Symbolbild.

Hessens Landesregierung will den Kommunen bei der eingeschränkten Öffnung der Kitas weitgehend freie Hand lassen. Es gebe weder Vorgaben zur Größe der erlaubten Gruppen noch zu den Räumlichkeiten für die Betreuung der kleinen Vorschulkinder, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) in Wiesbaden nach einem Treffen mit den kommunalen Spitzenverbänden. Zum geplanten Start des eingeschränkten Regelbetriebs am 2. Juni lege das Land jedoch Empfehlungen vor, damit die Träger die bestehenden Hygienepläne der Einrichtungen auf die Situation anpassen können. Das beinhalte aber keine Maskenpflicht. 

Jugendamt kann Betreuung anordnen

Einen Anspruch auf die Betreuung hätten nach wie vor Familien, in denen ein Elternteil einen systemrelevanten Beruf ausübt und der andere Elternteil ebenfalls berufstätig ist, erklärte Klose. Dieser Anspruch gelte auch für Kinder von Alleinerziehenden, die berufstätig sind oder studieren. Dazu kommen die Kinder, deren Betreuung in einer Kita vom Jugendamt angeordnet wurde. 

Kommunen und Kita-Leitungen legen Kriterien fest

Die weiteren freien Plätze in der Kita für alle weiteren Kinder sollen von den Trägern der Kindertageseinrichtungen nach ihren eigenen Betreuungskapazitäten und in Absprache mit dem Jugendamt vergeben werden, erklärte Klose. Die Kriterien dafür würden von den Kommunen mit den Kita-Leitungen individuell vereinbart, da die Situation in den Kindertagesstätten regional sehr unterschiedlich sei. Entscheidende Punkte könnten dabei der anstehende Übergang in die Grundschule sowie ein besonderer Sprach- und Integrationsbedarf sein. Die Kommunen und Land gingen davon aus, dass ab Juni deutlich mehr zusätzliche Plätze entstehen werden. 

Seit neun Wochen nur Notbetreuung

Bei rund 4300 Kindertagesstätten in Hessen ist es besonders wichtig, den Kommunen den Gestaltungsspielraum zu lassen, damit sie die Betreuungsnachfrage und Hygieneregelungen gleichermaßen berücksichtigen können, betonte der Sozialminister. Rund 278 000 regulär betreute Kinder gibt es nach seien Angaben derzeit in Hessen. Davon befänden sich etwa 55 000 Kinder (rund 19 Prozent) aktuell in der Notbetreuung. Seit neun Wochen gibt es in den Kitas im Land nur eine Notbetreuung. Das Land ist bei den Kitas nicht der Arbeitgeber. Träger sind vor allem die Kommunen.

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