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Reisewarnung aufgehoben: Diese Regeln gelten

Reisewarnung aufgehoben - Diese Regeln gelten jetzt

© dpa

Symbolbild

Endlich ist es soweit: Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für viele beliebte Urlaubsländer der Deutschen in Europa auf. Was das für Reisende nun bedeutet, hier!

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In welche Länder darf ich jetzt wieder verreisen? 

In insgesamt 27 Länder. Dazu gehören die meisten EU-Staaten (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Zypern). Nach Spanien hat auch Finnland seine Einreisesperre für Urlauber über den 15. Juni hinaus verlängert. Eine Ausnahme in Spanien bilden die Balearen (Mallorca, Menorca, Cabrera, Ibiza, Formentera). Hier dürfen ab dem 15. Juni wieder 10.900 deutsche Touristen einreisen, das soll eine Art Testbetrieb für die Grenzöffnungen zwei Wochen später sein. Die Reisewarnung für Schweden bleibt möglicherweise über über den 15. Juni hinaus bestehen. Vom Auswärtigen Amt heißt es, dass das EU-Land derzeit die "Pandemiekriterien" für eine Aufhebung der Warnung nicht erfülle. Aufgehoben werden außerdem die Reisewarnungen für Großbritannien, Island, Liechtenstein und die Schweiz. Für Norwegen wird die Reisewarnung wegen einer Einreisesperre erst später aufgehoben.

Was bedeutet die Aufhebung der Reisewarnung?

Ersetzt wird die Reisewarnung durch sogenannte Reisehinweise. Darin wird dann über die landesspezifischen Risiken informiert. Das kann auch bedeuten, dass von touristischen Reisen abgeraten wird. Zum Beispiel bei Großbritannien soll das der Fall sein, solange dort noch eine 14-tägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden besteht. Anhand der Reisehinweise soll jeder Tourist selbst entscheiden, was er sich zumuten will. Kurz gesagt bedeutet das: Urlaub auf eigene Gefahr. Bei Reisehinweisen wird eine kostenfreie Stornierung schwierig, da dann nur noch in Einzelfällen "erhebliche Mängel" geltend gemacht werden können. Dies ist laut Deutschem Reiseverband beispielsweise der Fall, wenn ein Insel-Urlaub gebucht wurde und der Zugang zu allen Stränden gesperrt wäre.

Kann ich in Reisebüros jetzt bereits Reisen nach Italien, Griechenland und Co. ab 15. Juni buchen?

Ja, Buchungen sind wieder möglich und einige Kunden haben diese Möglichkeit auch schon genutzt. Viele Reiseveranstalter brauchen allerdings noch Zeit, um Reisen zusammenzustellen. Der Deutsche Reiseverband rechnet deshalb mit einer Vielzahl von Angeboten erst ab Juli. Schauinsland Reisen etwa will erst ab 26. Juni generell wieder Flugreisen anbieten, Alltours ab 25. Juni.

Ruben Gomez, Geschäftsführer TUI-Reisebüro in Frankfurt

Vor allem Kanaren und Balearen werden angefragt

Veranstalter locken mit guten Angeboten aktuell

Wie sind die Preise? 

Der Deutsche Reiseverband rechnet mit stabilen Preisen, tendenziell sogar etwas günstigeren, weil es besondere Angebote geben könnte. Auch für das nächste Jahr rechnet der Verband nicht mit Preissteigerungen, da viele ihren Urlaub über den Preis entscheiden. Allerdings könnte im nächsten Jahr die Nachfrage anziehen.

Wie sieht es mit einer Rückkehr aus, falls sich die Infektionslage am Urlaubsziel wieder verschlechtert?

Die Rückholaktion für 240.000 deutsche Touristen nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie soll auf jeden Fall nicht wiederholt werden, heißt es von der Bundesregierung. Allerdings will die Lufthansa eine "Rückflug-Garantie" einführen. Konzernchef Carsten Spohr sagte: "Wer zurück will nach Deutschland, den bringen wir zurück. Sei es, weil er wegen erhöhter Temperatur am Zielort nicht einreisen darf, er dort in Quarantäne müsste oder weil im Gastland das Virus ausbricht - für alle diese Fälle wird es eine abgesicherte Rückflug-Garantie geben." Weitere Details nannte er nicht. Rückhol-Möglichkeiten sollten am besten mit dem Reiseveranstalter vorab geklärt werden.

Kerstin Willershäuser von der "Holiday Land Reiseagentur Meridian" in Biedenkopf

Wenn die ersten auf Mallorca merken das funktioniert, dann kommen die anderen auch

Am Flughafen, im Flieger: Was ändert sich?

Die Europäische Kommission empfiehlt auf allen Flügen das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. Letztlich entscheidet das aber die jeweilige Airline. Die Lufthansa Group hat für all ihre Airlines das Tragen einer Maske beim Boarding, auf dem Flug und beim Verlassen des Flugzeugs zur Pflicht gemacht. Das gilt also für Lufthansa, Euro- und Germanwings, Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines. Außerdem erlaubt die Lufthansa nur noch maximal ein Gepäckstück pro Passagier als Handgepäck, statt wie bisher zwei Handgepäckstücke und eine Handtasche. Beim Check-In werden außerdem Passdaten abgefragt, auch bei Reisen ins europäische Ausland, wo das normalerweise nicht nötig ist.

Auch bei Ryanair ist das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes an Bord Pflicht, außerdem ist das Anstehen an den Toiletten während des Fluges nicht erlaubt, auf Anfrage wird einzeln Zugang zu den Toiletten gewährt. Bargeldzahlungen sind nicht mehr möglich, nur noch per Karte, am besten kontaktlos. Es wird nur ein begrenzter Bordservice mit vorverpackten Snacks und Getränken angeboten.

Bereits im Flughafen-Gebäude ist das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes übrigens Pflicht.

Kann ich mich durch Versicherungen absichern?

Die meisten Versicherungen schließen einen Pandemie-Fall und dessen Folgen in ihren Reiserücktrittsversicherungen aus. Sie springt nur ein und zahlt Stornogebühren, wenn die oder der Versicherte selbst unerwartet krank wird oder durch Ereignisse wie den Tod von Verwandten, Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit verhindert ist. Sie greift nicht bei Krisen im Reiseland, also etwa einem möglichen erneuten "Lockdown" im Urlaubsland. Auch zahlt sie nicht, wenn Urlauber aus reiner Angst den Reisevertrag kündigen.

Bei Stornierungen allerdings sind viele Reiseveranstalter aktuell kulant und bieten teilweise bis zu 14 Tage vorher eine kostenfreie Stornierung ohne Angabe von Gründen an, sagt der Deutsche Reiseverband.

Was gilt für die übrigen Länder der Welt?

Die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union soll bis Ende August verlängert werden. Aber es soll Ausnahmen für einzelne Länder geben können, die bestimmte Kriterien erfüllen - noch ist das aber nirgendwo der Fall. Die Bundesregierung will auch weiter dringend von Kreuzfahrten abraten. Mehrere Kreuzfahrtschiffe hatten im März wegen Infektionen an Bord Probleme, einen Hafen zu finden, in den sie einlaufen konnten. Solange für einen Staat weiterhin eine Reisewarnung besteht, werden Veranstalter keine Reisen dorthin anbieten. 

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So sieht es in den Urlaubsorten aus

Italien

In Italien gilt weiterhin der Notstand. Einreisen kann man aber seit Anfang Juni wieder ohne in Quarantäne zu müssen, allerdings wird am Flughafen eine Gesundheitsüberprüfung gemacht mit Temperaturmessung. Wer nach Sardinien möchte, muss zusätzlich online ein Formular ausfüllen (aktuell nur auf Italienisch).

Im ganzen Land bleiben die Schulen, Kindergärten und Universitäten noch geschlossen - Geschäfte, Restaurants und Bars machen aber langsam wieder auf. Hier gelten strenge Auflagen wie maximale Besucherzahlen und Abstandsregeln. Einzelne Städte und Regionen können aber eigene Lockerungen beschließen.

Kroatien

Bei der Einreise müssen sich Touristen registrieren, das geht auch vorab online. Besondere Gründe für die Einreise müssen sie aber nicht mehr nennen. Auch eine Quarantänepflicht gibt es nicht mehr. Vor Ort gelten wie in Deutschland Abstandsregeln und teilweise Maskenpflicht, trotzdem hofft das Land auf viele Urlauber, denn die Infektionszahlen waren hier niedrig.

Österreich

Die meisten Beschränkungen in Österreich sind wieder aufgehoben. Für die Einreise braucht man keinen Covid-19-Test mehr und auch die Quarantänepflicht entfällt. Geschäfte, Hotels und Sehenswürdigkeiten haben wieder geöffnet. Im öffentlichen Raum muss aber ein Mindestabstand von einem Meter zu allen Personen, die nicht im selben Haushalt leben, eingehalten werden und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes ist Pflicht. In den Hotels sind Buffets mit besonderen hygienischen Vorkehrungen erlaubt und auch die Wellness-Anlagen sind geöffnet.

Schweiz

Viele Hotels in der Schweiz hatten nie geschlossen, es gab hier seit April nur wenige Neuinfektionen. Auch Geschäfte haben geöffnet, Restaurants haben allerdings eingeschränkte Öffnungszeiten. Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen sind wieder erlaubt, hierbei müssen Präsenzlisten geführt werden wie in Deutschland. Wellnessanlagen sind geöffnet, Freizeiteinrichtungen wie Theater, Kinos und Zoos ebenfalls und auch Discotheken sind wieder geöffnet.

Griechenland

Wer nach Griechenland möchte muss damit rechnen, dass er sich bei der Einreise einem Covid-19-Test unterziehen muss und bis zum Vorliegen der Ergebnisse (bis zu 72 Stunden) dazu in einem Hotel untergebracht wird. Die generelle Pflicht zur Qurantäne entfällt ab dem 15.06., ab dem 1.07. werden die Tests bei der Einreise nur noch stichprobenartig durchgeführt.

Direktflüge aus Deutschland gibt es zunächst nur nach Athen und Thessaloniki, von dort sind weitere Verbindungen innerhalb Griechenlands möglich. Alle Hotels dürfen mittlerweile wieder öffnen, auch Museen können wieder besucht werden. Im ganzen Land gelten aber strenge Abstands- und Hygieneregeln. Das Tragen von Masken ist im ÖPNV, Taxis und Krankenhäusern Pflicht. Das Tourismusministerium hat eine Hotline für Touristen, Geschäftsleute und Saisonarbeitskräfte unter der Rufnummer 1572 (nur innerhalb Griechenland anwählbar) geschaltet.

Spanien

Spanien macht seine Grenzen erst am 1. Juli für Touristen wieder auf. Eine Ausnahme bilden nur die Balearen, hier dürfen knapp 11.000 deutsche Touristen einreisen und sie müssen sich auch nicht in Quarantäne begeben. Allerdings gilt eine Mindestaufenthaltsdauer von fünf Tagen. Ansonsten gilt im ganzen Land Maskenpflicht, wenn ein Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann.

Bis zum 21. Juni gilt in Spanien noch der Alarmzustand, das bedeutet, dass Bürger ihre Regionen nicht verlassen dürfen. Dadurch ist das Angebot in jeglicher Hinsicht stark eingeschränkt, inwieweit es sich bis Anfang Juli erholt haben wird, ist noch nicht abzusehen.

Portugal

Bei der Einreise müssen unter Umständen persönliche Angaben zum Zielort und Reisegrund gemacht werden. Außer in Lissabon gelten im ganzen Land mittlerweile weitreichende Lockerungen, Masketragen in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln ist allerdings Pflicht. Außerdem gilt ein genereller Mindestabstand von zwei Metern zu Personen, die nicht im selben Haushalt leben. Restaurants sind geöffnet, Bars und Discotheken bleiben zunächst noch geschlossen.

Hotels sind mit Einschränkungen wieder geöffnet. In Schwimmbädern soll ein Ampel-System und eine Online-Plattform helfen, dass es nicht zu voll wird und der Abstand eingehalten werden kann. Für die Azoren und Madeira gelten leicht andere Regeln. Hier ist bei der Einreise ein negativer Covid-19-Test vorzulegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Ansonsten wird ein Test bei der Einreise gemacht. Bei einem Aufenthalt von mehr als einer Woche werden weitere Tests währenddessen durchgeführt.

Frankreich

In Fernzügen muss ein Sitzplatz reserviert werden, um Abstandsregeln einhalten zu können. In Bussen, Bahnen und Taxis besteht außerdem Maskenpflicht. Ob sie auch generell im öffentlichen Raum getragen werden muss, kann jede Stadt selbst entscheiden. In Paris gelten einige besondere Regeln. Wer hier zu den Stoßzeiten mit der Metro fahren will, muss eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen über Arbeitsbeginn oder -ende oder andere zwingende Gründe vorlegen.

Öffentliche Versammlungen von mehr als zehn Personen sind nicht erlaubt. Bis Ende Juni sollen die meisten Sehenswürdigkeiten wieder öffnen, in Paris wird es allerdings zuletzt soweit sein. Beim Eiffelturm ist ein genaues Datum noch unklar, beim Louvre geht man nicht vor September davon aus.

Niederlande

Zwischen Deutschland und den Niederlanden besteht keine Grenzkontrolle, eine Einreise ist unproblematisch möglich. Allerdings muss die Unterbringung bereits im Voraus reserviert sein. Im ganzen Land gilt ebenfalls der Mindestabstand von eineinhalb Metern, in Innenräumen dürfen sich maximal 30 Personen treffen, das gilt auch für öffentliche Gebäude und Geschäfte.

Die Außenbereiche der Restaurants dürfen wieder ohne Einschränkungen öffnen, im Innenbereich gilt ebenfalls die Grenze von 30 Personen. Coffeeshops dürfen nur einen Abholservice anbieten und Discotheken bleiben noch bis September geschlossen. Theater, Museen und Kinos sind wieder geöffnet. In Bussen und Bahnen gilt eine Maskenpflicht für alle Personen älter als 13 Jahre.

Großbritannien

Wer nach Großbritannien einreist, muss sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Außerdem muss er sich vorher online anmelden. Wer für die Selbstisolation keine Unterkunft nachweisen kann, wird auf eigene Kosten in bestimmten Unterkünften untergebracht. Auch sonst hat Großbritannien noch nicht viele Lockerungen vorgenommen. Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal sechs Personen treffen, zuhause besuchen ist nicht erlaubt. Die meisten Hotels, Restaurants, Kinos und Friseure bleiben bis mindestens Juli geschlossen. Einige Geschäfte in England dürfen ab dem15. Juni wieder öffnen, Wales, Schottland und Nordirland haben das allerdings nicht beschlossen.

Zypern

Bei einer Einreise vor dem 20. Juni muss ein negativer Covid-19-Test vorgelegt werden. Danach zwar nicht mehr, aber am Flughafen werden stichprobenartig Tests und Temperaturmessungen durchgeführt. Geschäfte, Restaurants, Bars dürfen wieder öffnen, müssen aber Mindestabstände einhalten. Diskotheken und Nachtclubs bleiben weiter geschlossen. Eine Maskenpflicht besteht vor allem für Mitarbeiter von Geschäften, für andere ist es empfohlen.

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