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Lufthansa: Aktionäre stimmen Staatseinstieg zu

Erleichterung in Land und Bund - Lufthansa fliegt mit Staatshilfe weiter

© dpa

Die Lufthansa kann mit deutscher Staatshilfe weiterfliegen. Die Aktionäre des Unternehmens stimmten einer Kapitalbeteiligung zu und schaffen damit die Voraussetzung für das milliardenschwere Rettungspaket.

Hessens Landesregierung hat den erneuten Staatseinstieg bei der Lufthansa begrüßt. Die Beschäftigten bei Hessens größtem Arbeitgeber könnten nun aufatmen, erklärten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) nach dem entsprechenden Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung der Lufthansa. Wichtig sei nun, dass die Lufthansa den Weg der wirtschaftlichen Stabilisierung entschlossen und gleichzeitig verantwortungsvoll angehe.

Erleichterung auch im Bund

Die Bundesregierung zeigte sich erleichtert. Nun habe die Airline eine Perspektive, "die gegenwärtig schwerste Herausforderung ihrer Geschichte zu bestehen zu und zu überstehen", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Die Beteiligung werde "keinen Tag länger" bestehen als notwendig. Der Bund mische sich nicht ins operative Geschäft ein. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte, das sei eine gute Nachricht für das Unternehmen selbst, die Beschäftigten und den Wirtschaftsstandort Deutschland. "Mit den Finanzhilfen stabilisiert die Bundesregierung ein großes deutsches Unternehmen, das kerngesund war und durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie in schwere Turbulenzen geraten ist."

Lufthansa-Führung: Wir haben kein Geld mehr

Im Ringen um das staatliche Rettungspaket hatte die Lufthansa-Spitze zuvor den Druck auf die Aktionäre noch einmal erhöht. "Wir haben kein Geld mehr", sagte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley bei der außerordentlichen Hauptversammlung des Konzerns. Ohne das Unterstützungspaket von neun Milliarden Euro hätte die Airline Kley zufolge "in den nächsten Tagen" die Insolvenz anmelden müssen. Nach der Annahme des Rettungsplans sagte Kley: "Wir schaffen das!"

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach davon, dass es zu dem Rettungspaket keine Alternative gebe. Es sei ohne Zweifel ein historischer Moment für die Airline. Er sagte auch, dass  die staatliche Hilfe kein Geschenk sei. Spohr dankte der Bundesregierung und erklärte: "Wir Lufthanseaten sind uns unserer Verantwortung bewusst, die bis zu 9 Milliarden so schnell wie möglich an die Steuerzahler zurückzuzahlen."

Spohr: Rettungspaket kein Geschenk

Lufthansa-Chef Carsten Spohr zu Beginn der Hauptversammlung: "Das Stabilisierungspaket ist kein Geschenk"

Einigung mit Gewerkschaft Ufo

Vor der Hauptversammlung hatten sich das Unternehmen und die Gewerkschaft Ufo auf ein Krisenpaket für die Flugbegleiter geeinigt, mit Einsparungen von mehr als einer halben Milliarde Euro. Das teilten Lufthansa und Kabinengewerkschaft Ufo in der Nacht mit. Das Paket umfasst laut UFO einen vierjährigen Kündigungsschutz sowie ein Einsparvolumen von über einer halben Milliarde Euro bis Ende 2023. Die Lufthansa teilte mit, unter anderem würden Vergütungsanhebungen ausgesetzt sowie die Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung zeitweise reduziert.

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