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Auch Hessen erlässt Beherbergungs-Verbot

Für Menschen aus Risikogebieten - Auch Hessen erlässt Beherbergungsverbot

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Die Reisezeit steht vor der Tür und die Menschen in Gebieten mit starkem Corona-Ausbruch sind verunsichert. Müssen sie ihre Reise absagen? Nicht, wenn sie eine frischen negativen Corona-Test haben.

Reisende aus einem Landkreis mit hohem Corona- Infektionsgeschehen dürfen nur dann in einem Hotel untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie keine Infektion haben. Das geht aus einem Beschluss des Chefs des Bundeskanzleramtes und der Leiter der Staats- und Senatskanzleien der Länder hervor. Das benötigte ärztliche Zeugnis "muss sich auf eine molekularbiologische Testung stützen, die höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden ist".

Mehr Möglichkeiten für Corona-Tests

Bund und Länder wollen sich dafür einsetzen, die Testkapazitäten wo nötig weiter auszubauen. Sie werden die Umsetzung der Maßnahmen in den nächsten zwei Wochen beobachten und danach über das zukünftige Vorgehen bei neu entstehenden, besonders betroffenen Gebieten entscheiden, wie es in dem Beschluss weiter heißt.

Derzeit nur Kreis Gütersloh betroffen

Betroffen sind Reisende aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage. Das betrifft laut Robert Koch-Institut derzeit in Deutschland nur den nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh (Stand 26.6./10.00 Uhr). Die Daten werden auf den Internetseiten des RKI und des Hessischen Sozialministeriums aufgelistet.

Hessen macht Ausnahmen

Wie die Bundesländer, die Beherbergungsverbote für Menschen aus deutschen Corona-Risikogebieten erlassen haben, mit diesem Beschluss umgehen, ist unterschiedlich. In Hessen gibt es Ausnahmen für Gäste, deren Aufenthalt zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst ist. Auch Besuche eines engen Familienangehörigen oder Lebenspartners bleiben erlaubt.

Bayern als Vorreiter heißt unterdessen Gäste aus dem Kreis Warendorf, wo die Infektionen zurückgegangen sind, schon wieder willkommen. In mehreren Bundesländern müssen auch die eigenen Bürger, wenn sie aus dem Kreis Gütersloh nach Hause kommen, in Quarantäne.

Wut in betroffener Region

In den Kreisen Warendorf und Gütersloh gibt es in vielen Gemeinden Unverständnis darüber, dass angesichts sehr geringer Infektionszahlen alle Gemeinden mit insgesamt rund 600 000 Einwohnern in den Lockdown mussten - auch wenn sie räumlich sehr weit vom Schlachtbetrieb entfernt liegen.

Auch in Hessen gilt ab Samstag ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Regionen mit erhöhtem Corona-Infektionsrisiko. Das teilten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) in Wiesbaden mit. Als Gebiete mit erhöhten Infektionsgefahren gelten Regionen, in denen binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner aufgetreten sind.

Dies betrifft laut Robert Koch-Institut derzeit in Deutschland nur den nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh (Stand 26.6./10.00 Uhr). Die Daten werden auf den Internetseiten des RKI und des Hessischen Sozialministeriums aufgelistet.

Ausnahmen sind möglich

Das Beherbergungsverbot gilt in Hessen nicht für Menschen, die einen ärztlich attestierten negativen Coronatest vorlegen können. "Dieser darf nicht älter als zwei Tage sein", teilte die Staatskanzlei mit. Ausnahmen gibt es unter anderem auch für Gäste, deren Aufenthalt zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst ist. Auch Besuche eines engen Familienangehörigen oder Lebenspartners bleiben erlaubt.

Mehrere Bundesländer hatten in den vergangenen Tagen Beschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots erlassen.

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