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Arbeitslosigkeit in Hessen steigt weniger deutlich

Arbeitsmarkt in Hessen - Gewisse Entspannung im Juli abgezeichnet

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Symbolbild

Die Corona-Krise wirkt sich nach wie vor auf den hessischen Arbeitsmarkt aus - im Juli hat sich aber eine gewisse Entspannung abgezeichnet. Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte,  waren im Juli in Hessen 204.241 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren rund 7.100 mehr als im Vormonat und 51.097 mehr als im Juli 2019.

Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent und lag somit 1,4 Prozentpunkte höher als im Juli 2019. Die Rekordwerte aus der Finanzkrise 2009/2010 werden damit bislang noch nicht erreicht.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli auf 2,91 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote bundesweit stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.

Kurzarbeit geht wieder zurück

Die Zahl der neuen Anzeigen auf Kurzarbeit hat sich im Juli nach dem historischen Hoch im April wieder auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Für den Zeitraum März bis Juli waren bei den hessischen Arbeitsagenturen insgesamt rund 64.500 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Angezeigt wurde Kurzarbeit für knapp 874.000 potentiell betroffene Personen.
 
„Die Anzahl der Neuanzeigen ist mit knapp über 1.000 zwar deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Betriebe, die nach einer Anzeige tatsächlich abrechnen, ist jedoch mit 82 Prozent unverändert hoch“, erklärt Bettina Wolf, Geschäftsführerin operativ der Regionaldirektion Hessen. „Das zeigt, dass Unternehmen das Instrument der Kurzarbeit zur Vermeidung von Entlassungen weiterhin stark in Anspruch nehmen."

9.000 offene Stellen

Im Juli meldeten hessische Arbeitgeber rund 9.000 offene Stellen. Im Vergleich zum Vormonat zieht die Zahl der Stellenmeldungen somit um rund 10 Prozent an. Das Meldeverhalten vor der Corona-Krise wird aktuell jedoch nicht erreicht.
 
Gleichzeitig liegt die Zahl an stornierten Stellen vergleichsweise hoch: Aktuell wird jede vierte von zehn gemeldeten Stellen durch die Unternehmen storniert. Die meisten offenen Stellen gibt es der Bundesagentur für Arbeit zufolge derzeit in den Bereichen Verkehr/Logistik, Verkauf, medizinische Gesundheitsberufe, Mechatronik/Energie/Elektro sowie Fahrzeugführung.
 
"Aktuell stehen die Chancen für die Betriebe gut, Mitarbeitende zu finden, die dem gesuchten Qualifikationsniveau entsprechen. Denn die Situation zeigt auch, dass Fachkräfte weiterhin stark nachgefragt werden und eine abgeschlossene Ausbildung die Beschäftigungschancen erheblich erhöht", sagt Bettina Wolf.

Entwicklung in den hessischen Regionen

Aktuell weisen laut Bundesagentur für Arbeit 11 der 26 hessischen Kreise eine Arbeitslosenquote von unter 5,0 Prozent auf. Der Landkreis Fulda liegt mit einer Quote von 3,8 Prozent im Vergleich am niedrigsten. Unter der Fünf-Prozent-Marke lagen ebenfalls die Landkreise Kassel, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Marburg-Biedenkopf, Vogelsberg, Wetterau, Main-Taunus, Rheingau-Taunus und der Kreis Bergstraße.

Zwischen 5,1 und 6 Prozent liegen die Kreise Hochtaunus, Werra-Meißner, Lahn-Dill, Limburg-Weilburg, Main-Kinzig, Odenwald, die Kreise Darmstadt-Dieburg und Offenbach.

Die höchsten Quoten weisen die Städte Offenbach (10,7 Prozent), Wiesbaden (8,1 Prozent), Frankfurt (7,5 Prozent), Darmstadt (6,8 Prozent) und die Kreise Groß-Gerau (6,6 Prozent) und Gießen (6,4 Prozent) auf.

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