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Schwäche im Paketgeschäft, dafür Wachstum in der Frachtsparte

Trotz Paket-Flaute - Deutsche Post streicht satte Gewinne ein

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Trotz einiger Verluste bei den Privatkunden kann die Deutsche Post den Konzernumsatz vergrößern (Symboldbild).

Höhere Preise im Frachtverkehr sorgten dafür, dass sich das operative Ergebnis in diesem Bereich mehr als verdoppeln konnte. Der Umsatz legte ebenfalls stark zu.

Gute Zuwächse verbuchte die Post zudem beim Geschäft mit Lieferketten. Alles in allem stieg der Konzernumsatz im zweiten Quartal um 23,4 Prozent auf 24 Milliarden Euro, der Nettogewinn legte um 13,1 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro zu. Auch der operative Gewinn (Ebit) stieg auf 2,3 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2022. Diese Gewinnsteigerungen kommen trotz "weltwirtschaftlicher Unsicherheit", wie der Konzern in seiner Aussendung schreibt.

Gewinneinbußen bei den Privatkunden

So kommt das Unternehmen insgesamt trotz starker Gewinneinbußen in anderen Bereichen auf ein positives Konzernergebnis.  Das operative Ergebnis im Bereich Post & Paket Deutschland sackte im zweiten Quartal um fast ein Viertel auf 242 Millionen Euro ab. Der Umsatz sank von 4,2 auf 4,0 Milliarden Euro. Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Die Post ging schon vorher davon aus, dass sich die Paketmengen nach dem Ende der Corona-Einschänkungen "normalisieren" würden. Im Frühjahr 2021 hatten Corona-Regeln Paketbestellungen in die Höhe getrieben, dies ist inzwischen anders. Die Mengen lägen "im Rahmen dessen, was wir erwartet haben", sagte Finanzvorständin Melanie Kreis und betonte, dass das Volumen "signifikant höher" sei als vor drei Jahren, also vor Corona.

Strukturelles Wachstum trotz geringerem Amazon-Anteil

Auch Amazon stellt immer mehr auf eigene Zusteller um. Auch das sei allerdings, so Kreis, nicht gravierend. Rechne man den Amazon-Anteil heraus, so seien die von der Post beförderten Paketvolumina in drei Jahren um 30 Prozent gestiegen. "Das ist ein schöner Beleg, dass das strukturelle Wachstum da ist." Die von Amazon freiwerdenden Kapazitäten würden nach und nach von anderen Kunden übernommen.

Ergebnisprognose bestätigt

Das Unternehmen sieht sich in seiner Ergebnisprognose bestätigt. Je nachdem wie sich die Weltwirtschaft entwickelt, rechnet es laut seiner Aussendung mit einem Ebit zwischen 7,6 Milliarden und mehr als 8,4 Milliarden Euro. Bis 2024 möchte das Unternehmen insgesamt rund 12 Milliarden Euro an Investitionen vorantreiben. 

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