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Inflation setzt EZB unter Zugzwang: Deutliche Zinserhöhung erwartet

Deutliche Zinserhöhung erwartet - Inflation setzt EZB unter Zugzwang

Im Euroraum steht die nächste Zinserhöhung an. Die rekordhohe Teuerung zwingt die EZB zum Handeln.
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Im Euroraum steht die nächste Zinserhöhung an. Die rekordhohe Teuerung zwingt die EZB zum Handeln.

Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert angesichts der rekordhohen Inflation auf eine weitere deutliche Zinserhöhung zu. Die Notenbank hatte für ihre Sitzung heute in Frankfurt eine Anhebung der Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte in Aussicht gestellt.

Allerdings mehrten sich zuletzt auch in den Reihen der Euro-Währungshüter Forderungen nach einer noch kräftigeren Zinserhöhung.

Zinsen in den USA bereits erhöht - zieht EZB nach?

Die US-Zentralbank Fed beispielsweise hat die Zinsen in den USA im Kampf gegen die Inflation bereits mehrfach um 0,75 Prozentpunkte nach oben gesetzt. Für die EZB wäre eine Zinserhöhung in diesem Umfang ein Novum.

Erste Zinserhöhung im Juli seit elf Jahren

Nach langem Zögern hatten die Euro-Währungshüter bei ihrer Sitzung am 21. Juli erstmals seit elf Jahren die Zinsen im Euroraum wieder angehoben. Zur Freude von Millionen Sparern beendete der EZB-Rat auf einen Schlag die Phase der Negativzinspolitik.

Viele Banken schaffen Verwahrentgelte ab

Geschäftsbanken müssen nun nicht mehr 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Dieser Einlagensatz liegt aktuell bei null Prozent. Viele Banken nahmen dies zum Anlass, sogenannte Verwahrentgelte für ihre Kunden abzuschaffen.

Mit höherem Zinsniveau Inflation bekämpfen

Den Leitzins, zu dem sich Kreditinstitute bei der EZB Geld leihen können, hatten die Währungshüter im Juli von null Prozent auf 0,50 Prozent angehoben. Ökonomen halten ein deutlich höheres Zinsniveau für notwendig, um die Inflation wirksam zu bekämpfen. Mit höheren Zinsen kann die Notenbank steigenden Teuerungsraten entgegenwirken.

Experten rechnen mit Inflations-Anstieg

Die Inflation im Euroraum kletterte im August, getrieben von steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen, auf die Rekordhöhe von 9,1 Prozent. Volkswirte rechnen für die nächsten Monate mit einem weiteren Anstieg. Angestrebt ist von der EZB für den gemeinsamen Währungsraum mittelfristig ein stabiles Preisniveau bei einer Jahresteuerung von zwei Prozent.

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