Nachrichten > Wirtschaft aktuell, Top-Meldungen >

Gasspeicher immer voller - Scholz sieht Energieversorgung gesichert

Gasspeicher immer voller - Scholz sieht Energieversorgung gesichert

© dpa

Zwei Mitarbeiter stehen auf dem Gelände des Gasspeichers Jemgum in Schleswig-Holstein. Die deutschen Gasspeicher füllen sich weiter - Bundeskanzler Scholz hält die Energieversorgung im Winter für gesichert.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hält die Energieversorgung Deutschlands über den Winter aus derzeitiger Perspektive für gesichert. Mit dem Ausweichen auf alternative Gas-Lieferquellen und dem begonnenen Bau von LNG-Terminals, aber auch durch weiter laufende Kohlekraftwerke und die Atomreserve seien die Voraussetzungen geschaffen.

Bei einer Gewerkschaftsveranstaltung sagte Scholz am Freitag: "Alles das hat dazu beigetragen, dass wir jetzt sagen können: Wir werden durch diesen Winter kommen. Wer hätte das vor wenigen Monaten gedacht?"

Scholz bekräftigte Einschätzungen, dass es voraussichtlich genügend Erdgas geben werde. "Unsere Gasspeicher sind so voll wie noch nie, zu über 90 Prozent. Und ab Januar gehen an unserer Küste die ersten LNG-Terminals in Betrieb." Die deutsche Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seien einem drohenden großflächigen Energiemangel als Folge des Krieges in der Ukraine entschlossen entgegengetreten: "Auf diesem Schlachtfeld waren wir gemeinsam erfolgreich", sagte Scholz.

Jetzt müssen Energiepreise runter!

Wichtig sei es nun allerdings, die rasante Inflation genauso entschlossen zu bekämpfen. Scholz erklärte, man werde die bestehenden Schutzschirme "jetzt weiterentwickeln und ausbauen. Das ist dringend notwendig." Das aktuelle Niveau der Energiekosten könne so nicht Bestand haben. "Was wir zuallererst tun müssen: die Preise für Strom, die Preise für Heizung, die Preise für Gas müssen sinken. Das ist die erste Aufgabe, die wir jetzt haben." 

Gasspeicher zu 90,5 Prozent gefüllt

Die Erdgasspeicher in Deutschland werden trotz der Ende August eingestellten Gaslieferungen aus Russland und der beginnenden Heizperiode immer voller. Der Füllstand lag zuletzt insgesamt bei 90,5 Prozent, wie die Bundesnetzagentur am Freitag berichtete. Das waren 0,1 Prozentpunkte mehr als am Vortag.

Der Preis für europäisches Erdgas im Großhandel hat erneut etwas nachgegeben.  Am frühen Freitagnachmittag lag der Preis des Terminkontrakts TTF für niederländisches Erdgas mit knapp 182 Euro rund drei Prozent unter dem Vortagespreis. Der Kontrakt gilt als Richtschnur für das europäische Preisniveau. Zuletzt hatte im Oktober zu lieferndes Gas Ende Juli weniger gekostet.

Erdgas kommt vor allem aus Norwegen, LNG-Terminals im Bau

Die Speicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit eine Art Puffersystem für den Gasmarkt. Für gewöhnlich sind sie mit Beginn der Heizperiode im Herbst gut gefüllt. Bis zum Frühjahr nehmen die Füllstände dann ab. An kalten Wintertagen wurden in der Vergangenheit bis zu 60 Prozent des Gasverbrauchs in Deutschland aus deutschen Speichern abgedeckt.

Derzeit erhält Deutschland Erdgas über Pipelines aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien. Zum Jahreswechsel sollen an Nord- und Ostseeküste insgesamt drei Terminals zur Anlandung von verflüssigtem Erdgas (LNG) in Betrieb genommen werden.

nach oben