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14.09.2017

FFH-Umfrage: Briefwahl steuert auf Rekord zu

Briefwahl-Umschläge aus der ganzen Welt

© dpa

Briefwahl-Umschläge aus der ganzen Welt

Wahlbriefe zur Bundestagswahl, die unter anderem aus Hongkong, Ungarn, Japan und den USA verschickt wurden, werden im Statistischen Amt in Stuttgart auf einem Tisch präsentiert.

Es sind zwar noch gut eineinhalb Wochen bis zur Bundestagswahl – aber schon jetzt zeichnet sich ein neuer Trend zur Briefwahl ab. Eine FFH-Umfrage unter den zehn größten Städten in Hessen zeigt: Schon jetzt ist bei den Briefwahl-Anträgen das Niveau von der letzten Bundestagswahl erreicht oder sogar übertroffen.

200 Briefwahlanträge pro Tag in Fulda

In Gießen sind es schon jetzt 3500 Briefwahl-Willige mehr als beim Fristende vor vier Jahren. In Fulda flattern im Moment jeden Tag 200 Briefwahlanträge rein – knapp 7000 Menschen haben bereits einen Antrag gestellt – damit sind es schon jetzt 200 mehr als vor vier Jahren. „Die Zahl ändert sich quasi minütlich“, so der Pressesprecher der Stadt Fulda, Johannes Heller. Auch in Marburg, Darmstadt, Wiesbaden und Offenbach gibt es bereits einen Anstieg. In Offenbach haben bisher knapp über 10 000 Menschen die Briefwahl-Unterlagen geordert. Das sind knapp 15 Prozent der Wahlberechtigten. 2013 waren es insgesamt 9 500 und 14,2 Prozent.

Zusätzliche Briefwahlbezirke in vielen Städten

In Frankfurt haben bislang rund 87 500 Menschen und damit 20,5 Prozent aller Wahlberechtigten die Briefwahlunterlagen bestellt. Zahlen-mäßig sind die Main-Metrople und Hanau jetzt auf dem Niveau von vor vier Jahren – also wird es auch hier wohl ein Plus geben. Hanau hat bereits die Briefwahlbezirke von 18 auf 21 erhöht, um der gestiegenen Nachfrage nachzukommen. Gießen hat ebenfalls drei neue Briefwahlbezirke eingerichtet. Auch Rüdiger Wolf, der stellvertretende Wahlleiter der Stadt Wiesbaden, sagt: „Wir haben mit dem Anstieg gerechnet und vorausschauend schon im letzten Jahr unsere Briefwahleinteilung überarbeitet und dem steigenden Bedarf angepasst.“ Dementsprechend gibt es jetzt acht zusätzliche Briefwahlbezirke.

Nur in Rüsselsheim und Kassel ist die Nachfrage noch geringer

Nur in Kassel sind es bislang etwa 2000 weniger Anträge als 2013. Knapp 23 500 Briefwahlunterlagen wurden ausgestellt. Michael Schwab, Pressesprecher der Stadt Kassel, sagt aber: „Es sieht danach aus, dass es einen Anstieg an Briefwählern gibt.“ In Rüsselsheim sind bislang 52 Anträge weniger als vor vier Jahren eingegangen. Mit einer großen Veränderung zur letzten Bundestagswahl rechnet die Stadt aber nicht.

Finale Zahlen gibt es am Wahltag nach 18 Uhr

Marco Stöhr, Leiter der Abteilung Einwohnerwesen und Wahlen in Darmstadt sagt: „Welche Zahl an Briefwählern letztendlich final vorliegt, wird man am 24.September sehen.“ Denn nur weil jemand Briefwahl beantragt, heißt es nicht, dass die Unterlagen dann auch abgegeben werden. Fuldas Pressesprecher Johannes Heller sagt, die Erfahrung der letzten Jahre zeige, dass von denen, die Briefwahl beantragen, dann etwa fünf Prozent doch nicht ihre Stimme abgeben.

Unterlagen konnten früher geordert werden

Aber was ist der Grund für den Briefwahl-Anstieg? Die Städte können da auch nur vermuten: Viele Wähler wollen flexibel sein. Rüdiger Wolf, der stellvertretende Wahlleiter der Stadt Wiesbaden, sagt: „Die Steigerung liegt unserer Meinung an der generellen Tendenz zur Briefwahl, die seit Wegfall der Antragsgründe stetig gestiegen ist.“ Viele ordern also sicherheitshalber erst mal die Briefwahlunterlagen, falls was dazwischen kommt – oder um sich einfach den Gang ins Wahllokal zu sparen. Wolf sagt aber auch, dass die Wählerverzeichnisse gegenüber 2013 eine Woche früher aufgestellt wurden und auch die Wahlbenachrichtigungen nochmals eine Woche früher verschickt wurden. „Wir sind also insgesamt etwa zwei Wochen früher dran als 2013“, so Wolf.

Viele Studenten sind noch in der Heimat

Hinzu kommt, dass die Wähler die Unterlagen mittlerweile auch per e-mail oder sogar online anfordern können. "Diese vereinfachten Zugangsmöglichekiten könnten zu einem erhöhten Briefwahlaufkommen beigetragen haben", erklärt Stefan Krebs, der Fachbereichsleiter Ordnungsverwaltung vom Rheingau-Taunus-Kreis. Und aus den Uni-Städten ist zu hören: Gerade sind noch Semesterferien, viele Studenten mit Erstwohnsitz in den Uni-Städten sind noch in ihrer Heimat und machen deswegen wahrscheinlich Briefwahl.

Landeswahlleiter empfiehlt die Wahl im Wahllokal

Trotz des Trends - der hessische Landeswahlleiter Wilhelm Kanther empfiehlt die Wahl im Wahllokal, denn da könne jeder sehen, dass auch wirklich geheim abgestimmt wird. Er sagt, das sei "der demokratischste Akt, den man sich vorstellen kann." Beim Kreuzchen-machen Zuhause am Küchentisch sei nicht garantiert, dass niemand über die Schulter schaut, gibt Kanther im FFH-Gespräch zu Bedenken.


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