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27.06.2017

Bürgerbegehren gegen "Shark City" gestartet

© dpa

Symbolbild

Gegen das geplante Haifisch-Aquarium in Pfungstadt regt sich weiterer Widerstand. Gegner haben jetzt ein Bürgerbegehren gestartet, um den Grundstücksverkauf für das Projekt in einem Gewerbegebiet zu stoppen.

In Europas größtem Haifisch-Indoor-Aquarium "Shark City" sollen ungefähr 150 Haie in riesigen Salzwasserbecken ausgestellt werden. Aus Sicht der Pfungstädter Stadtverwaltung ist das beschlossene Sache.

Zunächst fast 2000 Unterschriften nötig

Als Konsequenz von Protesten gegen das Projekt vor allem bei Facebook hat eine Gruppe jetzt ein Bürgerbegehren gestartet - mit dem Ziel, "Shark City" noch zu verhindern. Hauptargumente: Haie gehören ins Meer und nicht hinter Glas. Außerdem sei das Bauvorhaben viel zu groß. Zunächst werden jetzt Unterschriften gesammelt. Knapp 2000 sind nötig. Wird das Begehren im Anschluss vom Stadtparlament positiv geprüft, gibt es einen Bürgerentscheid über das Projekt bzw. den Grundstücksverkauf.

Größtes Becken mit 10 Millionen Litern Fassungsvermögen

Das Gesamtvolumen der Beckenanlage soll den Angaben zufolge bei 14 Millionen Litern liegen. Betreiber von "Shark City" ist eine Firma aus dem rheinland-pfälzischen Grünstadt namens The Seven Seas Aquarium Betriebs GmbH. Eröffnet werden könnte die Anlage Ende 2018. Gezeigt werden sollen rund 36 Haiarten. Insgesamt gebe es etwa 500.

Kritik von Tierschützern

Tierschutzorganisationen stehen dem Projekt kritisch gegenüber. Die Tiere für das Aquarium in Pfungstadt sollen aus der Nachzucht stammen oder aus anderen Aquarien, wie der Betreiber sagte. Ursprünglich wollten die Betreiber "Shark City" in Sinsheim bauen. Dort sei es aber nicht richtig vorangegangen. Das ursprünglich favorisierte Pfungstadt sei wieder ins Spiel gekommen, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter, Thomas Walter.

Pfungstadt hofft auf hohe Gewerbesteuer-Einnahmen

Pfungstadts Bürgermeister Patrick Koch (SPD) sagte, Tierschützer sollten sich eher gegen "die Leute richten, die die Haie in den Meeren abschlachten". Die Stadt habe nur Vorteile, hoffe auf Arbeitsplätze und 550 000 bis 700 000 Euro Gewerbesteuer im Jahr.

Zu den Kritikern gehören Pro Wildlife (München) und Sharkproject (Heusenstamm). Pro Wildlife befürchtet, die Tiere für Pfungstadt könnten "aus dem Meer gefangen werden". Es sei noch unklar, welche Arten konkret gehalten werden sollen. Sharkproject hatte auch schon gegen das in Sinsheim geplante Aquarium protestiert. "Wir werden auch für Pfungstadt nicht klein beigeben", betonte Martin Trösch von der Organisation.


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