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12.10.2017

Gesetze für Drohnen-Besitzer: Das müsst ihr wissen

Deutschland ist ein Drohnen-Land! Rund eine Millionen der ferngesteuerten Fluggeräte gibt es laut einer Schätzung des Branchenverbandes zivile Drohnen bei uns. Denn Drohnen sind nicht nur ein Hobby für Technik- und Fotofans, sondern werden auch in vielen Bereichen professionell eingesetzt. Viele neue Regularien sollen das Drohnen-Fliegen sicherer machen.

Die Sicherheitsbranche nutzt sie um Gebäude zu überwachen, die Feuerwehr erkundet mit ihnen einsturzgefährdete Gebäude, die Polizei sucht nach Vermissten und erkundet Einsatzstellen und die Landwirtschaft nutzt Drohnen um den Boden zu analysieren oder Saatgut auszubringen, wenn der Boden nicht mehr befahren werden sollte. Drohnen sind überall.

So viele Drohnen am Himmel, sorgen aber immer wieder auch für Probleme - beispielsweise in der Luftfahrt. Im Jahr 2016 gab es bereits 60 Drohnen-Zwischenfälle, in 2017 sind es bis jetzt schon 71 gewesen. Das liegt auch daran, dass die Benutzung von Drohnen lange Zeit weitgehend unreguliert war. Inzwischen haben die Behörden aber reagiert und Reglungen für die Benutzung von Drohnen eingeführt. Die neusten sind Anfang Oktober in Kraft getreten. Diese Reglungen gelten aktuell für jeden, der in Deutschland eine Drohne fliegen lassen will - egal ob beruflich oder privat:

1. Haftpflicht ist Pflicht

Drohnen gelten laut Luftverkehrsgesetz genau wie Modellflugzeuge als "Luftfahrzeuge". Damit ist eine Haftpflichtversicherung, die eventuelle Schäden abdeckt, für jeden Drohnen-Piloten Pflicht.

2. Alkohol? Nein Danke!

Für das Fliegen von Drohnen gibt es eine Promille-Grenze! Ab 0,5 Promille gilt man als fluguntauglich und macht sich strafbar.

3. Kennzeichnung und "Führerschein"

Wiegt eine Drohne mehr als 250 g, so muss sie mit einem feuerfesten Schild mit Name und Adresse gekennzeichnet werden. Ab 2 kg braucht man außerdem einen sogenannten "Kenntnisnachweis". Dieser "Drohnen-Führerschein" wird durch vom Luftfahrtbundesamt anerkannte Stellen ausgestellt. Eine Liste der anerkannten Stellen gibt es hier.

Drohnen ab einem Gewicht von 5 kg brauchen eine extra Genehmigung durch die Landesluftfahrtbehörde.

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RoboBee: Mini-Drohne in Insekten-Größe der Harvard University.

4. Immer Augen auf

Das Fliegen mit Videobrillen ist in den meisten Fällen verboten. Ausnahmen gibt es nur für kleine Drohnen unter 250g, wenn diese nicht höher als 30 Meter fliegt. Wiegt die Drohne mehr als 250g dürfen Videobrillen nur benutzt werden, wenn eine zweite Person anwesend ist, die die Drohne immer im Blick hat.

5. Flugverbote

Ein Flugverbot gilt über:

  • Gebäuden der Verfassungsorganen, Bundes- oder Landesbehörden, Justizvollzugsanstalten und Krankenhäuser
  • Rund um Flugplätze im Abstand von 1,5km rund um die Begrenzung (plus Ein- und Abflugschneisen)
  • Industrieanlagen und Kraftwerke
  • Autobahnen, Bundesstraßen, Bahnanlagen
  • Naturschutzgebiete
  • Einsatzorte der Polizei und Rettungskräfte
  • Menschenansammlungen (ab 12 Personen)
  • Wohngrundstücke, solange der Besitzer nicht zustimmt.

Ein Überblick, wo geflogen werden darf, bietet eine kostenlose App der Deutschen Flugsicherung.

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Marc Adler

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Marc Adler

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