Magazin

24.10.2012

Gläserner (Online-)Bürger?

Was jeder mit ein paar wenigen Klicks über Sie im Internet herausfinden kann. FFH-Online-Experte Oliver Klein hat den Test gemacht. Lesen Sie hier die erstaunlichen Ergebnisse.

Der Fall

FFH-Praktikantin Hannah dachte eigentlich, dass ihre Daten relativ sicher sind. Ihre Facebook-Pinnwand können nur Freunde sehen, sie hat sich außerdem mit einem Nickname angemeldet - genau wie in diversen Foren und sozialen Netzwerken. 

Mit wenigen Klicks alles herausgefunden

Aber FFH-Online Experte Oliver Klein hat mit wenigen, ganz legalen Tricks, alles über Hannah im Internet herausgefunden: Ihre Privatadresse, Mailadresse, Telefonnummer, ihr Facebook-Profil, diverse Facebook-Postings, dutzende Privatfotos mit ihrem Freund, Infos über ihre Hobbys, Urlaubsreisen, Privatpartys, Infos über ihre Eltern, deren Jobs und und und...

Und so geht's

Oliver Klein erklärt die Tricks: "Nach einer einfachen Google-Suche mit Hannahs vollem Namen hatte ich bereits die ersten Hinweise, z.B. auf Hannahs Freunde oder auch Foreneinträge, die sie vor Jahren unter ihrem richtigen Namen geschrieben hatte – und auch ihre Mailadresse.

Um jemanden bei Facebook zu finden, der sich mit einem Pseudonym angemeldet hat, reicht oft schon dessen Mailadresse oder Handynummer. Einfach in den Suchschlitz bei Facebook eintippen und man gelangt sofort zu dem dazugehörigen Profil – wenn der Nutzer diese Funktion in seinem Profil nicht deaktiviert hat."

Auch über die Facebook-Freunde kommt man häufig ans Ziel, indem man die Listen von Freunden der gesuchten Person durchstöbert und die Person via Foto identifiziert. Was viele vergessen: Facebook-Postings auf fremden Pinnwänden, die für alle Nutzer offen sind, kann jeder mitlesen – selbst Nicht-Mitglieder! So kamen diverse Privatfotos von Hannah und ihrem Freund ans Licht.

Mit dem Nickname eines Menschen findet man zudem weitere Infos in Foren oder sozialen Netzwerken, in denen sich die Person auch noch angemeldet hat.

Fotos rückverfolgen

Spannende Ergebnisse liefert auch die Foto-Rückwärtssuche von Google: "Einfach das Profilfoto der Person in der Bildersuche von Google eingeben, dazu auf das Kamerasymbol in der Suchleiste klicken und die Suchmaschine zeigt an, wo genau dieses Foto sonst noch im Internet verwendet wird", erklärt Oliver Klein. Wie es genau funktioniert, zeigen die Bilder oben in diesem Artikel.

Was kann ich tun, um meine Privatsphäre besser zu schützen?

Oliver Klein: "Ganz wichtig: Nicht in mehreren Foren oder sozialen Netzwerken mit dem selben Pseudonym oder mit dem selben Foto anmelden – sonst kann man ganz leicht nachvollziehen, dass das dieselbe Person ist. 

Bei Facebook die Privatsphäre-Einstellungen möglichst restriktiv handhaben: Pinnwand nur für Freunde öffnen, die eigene Freundesliste verstecken, die Funktion ausschalten, dass man über seine Mailadresse oder Handynummer gefunden werden kann.

Keine privaten Infos auf fremde Facebook-Pinnwände! Und unbedingt beachten: Die eigene Mailadresse, Skypename oder ICQ-Nummer niemals irgendwo in einem Forum veröffentlichen." 

Oliver Klein ist Trainer für Online-Recherche – mehr spannende Infos unter rechercheseminar.de


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