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Auto winterfest machen: Tipps und Checklisten

Vollsperrungen im WinterDiese Dinge solltet ihr im Auto haben

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Nasse Straßen, Kälte, Eis und Schnee – in der kalten Jahreszeit sind die Straßenverhältnisse oft schwierig. Schon im Herbst werden die Tage kürzer und dunkler, die Straßen sind nass und rutschig und der erste Frost ist nicht mehr weit – höchste Zeit, dass Auto winterfest zu machen.

Die wichtigsten Punkte

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Drei Dinge sind fürs Auto im Winter entscheidend:

  • Ordentlich Strom: eine gute Batterie und Technik
  • Ordentlich Durchblick: beste Sicht auch bei Dunkelheit und schlechtem Wetter, saubere Scheinwerfer, gute Wischblätter
  • Ordentlich Haftung: gute, für kalte Witterung und glatte Straßen geeignete Reifen
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Checkliste

Die Kurz-Checkliste für den Technik-Wintercheck (die bei extremer Kälte allerwichtigsten Punkte haben wir fett gemacht):

  • Scheibenwaschanlage: Füllstand und Frostschutz
  • Kühlerflüssigkeit: Füllstand und Frostschutz (Glysantin)
  • Motoröl: Füllstand und Zustand (Alter, Viskosität)
  • Bremsflüssigkeit: Füllstand und Zustand (Kondenswasser!)
  • Batterie: Säuregehalt und Leistungsabgabe
  • Scheibenwischer: Zustand und Wischleistung
  • Scheinwerfer: Einstellung und Zustand (Feuchtigkeit!)
  • Türschlösser: mit Graphit-Pulver vorbeugend behandeln
  • Türdichtungen: mit Talkum oder Fett (Talg) vorbeugend behandeln
  • Bremsen: Scheiben und Beläge auf Zustand prüfen, Bremswirkung!
  • Winterreifen: Profil (mind. 4 mm) und Alter (höchstens 6 Jahre) prüfen

Die wichtigsten Tipps

Winterausrüstung mitnehmen

Gerade im Winter sollte man unterwegs für eine längeren unfreiwilligen Halt im Stau gerüstet sein. Und das gilt nicht nur für lange Fahrten: Auch wenn man nur zwei, drei Ausfahrten weiter will - wenn man steht, dann steht man. Der FFH-Autodoktor Johannes Hübner hat Tipps für diesen Fall:

Wer hat, der hat

Getränke und Decken von den Hilfsorganisationen bekommen im Stau gestrandete Autofahrer erst nach vielen Stunden und bei ganz extremen Wetterbedingungen. Wer nicht vorher frieren will, wenn man den Motor ausmachen muss oder auch bei einer Panne, sollte vor allem für Fahrten außerhalb der Stadt, warme Jacken, Handschuhe und Schuhe im Auto haben. Außerdem gehören eine Wolldecke pro Sitzbank, eine Taschenlampe und ein Feuerzeug ins Auto.

Etwas Warmes braucht der Mensch

Auch eine Thermoskanne mit heißem Tee kann nicht schaden. Auf jeden Fall sollte man aber immer einen Wasser-Notvorrat und ein paar Snacks im Auto haben - es wartet sich mit trockener Kehle und einem Loch im Bauch noch unbequemer. Derart gerüstet können Sie auch längere Wartezeiten bei abgestelltem Motor und Heizung oder Panne überstehen.

Volltanken

Vor längeren Fahrten immer volltanken, bei extremen Wetter lieber schon bei "halbvoll" die nächste Tankstelle suchen, damit im Falle eines Staus nicht bald der Sprit ausgeht – und es kalt wird. Wenn man nicht weiß, wie lange man noch stehen muss, nicht den Motor durchlaufen lassen. Besser den Motor in der Stunde drei Mal für 5 Minuten laufen lassen, damit er nicht völlig auskühlt und heizt, während er läuft. Mit dieser Taktik kann man mit einem halben Tank eine Nacht überbrücken.

Stromverbraucher ausschalten

Bei einer Panne Licht aus, nur die Warnblinkanlage anmachen. Steht man komplett und um einen herum auch alles, alle Lichter aus und auch sonstige Verbraucher aus, wenn der Motor nicht läuft.

Das richtige Werkzeug

Sandsack und Schaufel können das Anfahren bei Glätte erleichtern. Beides gehört bei winterlichem Wetter in den Kofferraum. Tipp: Notfalls ist die Hülle des Warndreiecks eine nützliche Schaufel oder ein Behälter für Schnee oder Kühlwasser.

Zu Hause bleiben...

Am sichersten ist es natürlich, bei schlechtem Wetter nur unbedingt notwendige Fahrten zu unternehmen.

Praktisches Winterzubehör fürs Auto

Diese Dinge sollten sie im Auto unbedingt dabei haben:

  • Frostschutzmatten für Front- und Heckscheibe: Halten die Scheiben eisfrei, wenn das Auto unter freiem Himmel steht
  • Scheibenenteiser: Bevor Sie zu stark schaben und damit eventuell die Scheibe zerkratzen, lieber Enteisungsspray benutzen
  • Eiskratzer: Anschließend mit der weichen Seite des Eiskratzers die Eisreste entfernen
  • Handfeger: Nicht nur die Scheiben müssen eisfrei sein, das gesamte Fahrzeug muss vor Fahrtantritt vom Schnee befreit werden
  • Kehrblech/Schaufel: Bei starkem Schneefall können Sie damit die Räder frei schaufeln. Tipp: Eine Schaufel aus Blech zerbricht nicht
  • Türschlossenteiser: Es empfiehlt sich den in der Tasche zu haben
  • Scheibenschwamm oder –tuch: Damit können Sie sich klare Sicht verschaffen, wenn die Scheiben beschlagen: Tipp: Regelmäßig mit Glasreiniger putzen
  • Frostschutzkanister: Frostschutzmittel gehört im Winter in jeden Kofferraum. Tipp: Große Kanister sind meist günstiger als kleine
  • Startkabelhilfe: Ein praktischer Begleiter, falls die Batterie trotz Wintercheck einmal schlapp machen sollte

Die Vorbereitungen treffen

Vorbereiten

Schon vor dem Frost sollten Sie Ihr Auto winterfit gemacht haben. Viele Werkstätten bieten dafür Sonderkonditionen, Automobilclub-Mitglieder haben dazu im Leistungsscheckheft oft sogar einen Gutschein für kostenfreien Service.

Ihre Werkstatt sollte die Batteriesäure-Dichte und den Kühler-Frostschutz prüfen. Bei manchen Fahrzeugen muss auch der Luftfilter auf Winterbetrieb umgerüstet werden. Achten Sie darauf, dass da, wo durch Rinnen und Schlitze Wasser ablaufen soll, auch Platz ist. Nach einem stürmischen Herbst verstopft leicht einmal ein Ablauf durch Laub oder sonstigen Schmutz.

Vereiste Scheiben

Niemals mit heißem Wasser versuchen, das Eis wegzutauen. Zum einen kann Ihnen die Scheibe dabei reißen, zum anderen läuft das heiße Wasser in alle Ritzen, gefriert dort und dehnt sich dabei aus. Klappen Sie bereits abends die Scheibenwischer ab, um Festfrieren zu vermeiden. Lassen Sie die Scheibenwischer nicht auf Eis arbeiten, das beschädigt schnell die Gummilippe.

Vorbeugen: Bauen Sie sich eine Garage. Oder einfach mit einem Müllsack oder einer extra dafür gedachten Folie die Scheibe schon abends abdecken.

Für die klare Sicht sorgen

Je feuchter es in Ihrem Auto ist und je schmutziger die Scheiben sind, desto schneller beschlagen sie.

Legen Sie Ihr Auto trocken, alte Zeitungen unter den Fußmatten ziehen die Feuchtigkeit aus der Auslegeware. Je weniger Schmutz auf der Scheibe ist, desto weniger kann sich das Wasser dort niederschlagen. Innen können Sie auch mit den neuartigen Lotus-Effekt-Mitteln gute Erfolge erzielen.

Wer eine Klimaanlage hat, sollte den Innenraumfilter auf Verschmutzungen prüfen lassen, denn dann beschlagen die Scheiben sehr schnell. Stellen Sie die Lüftung auf Defrost, also ganz nach oben, um zuerst einmal alle Luft auf die Scheiben zu bekommen. Die Füße müssen zunächst warten. Ohne Klimaanlage erstmal keine Luft auf die Scheiben, bevor die Heizung warm ist.

Saubere Scheiben

Reinigen Sie die Scheiben von innen und außen gründlich mit Haushalts-Fensterreiniger. Reinigen und prüfen Sie die Leistungsfähigkeit Ihrer Wischblätter. Wenn's beim Wischen Schlieren gibt, Wischblätter erneuern.

Füllen Sie Frostschutz in die Scheibenwaschanlage. Keine selbstgemachten Mixturen aus Spiritus und Spülmittel verwenden, eventuelle Klümpchenbildung kann Pumpen beschädigen und die Leitungen verstopfen. Tipp: Kaufen Sie rechtzeitig, denn im Baumarkt oder Autozubehörhandel ist das Zeug bezahlbar - an der Tankstelle tun die Preise schnell weh.

Lichter überprüfen

Im Winter gilt es zu sehen und gesehen zu werden. Damit die Beleuchtung auch bei schlechten Witterungsbedingungen nicht zum Risikofaktor wird, ist die Kontrolle in einer Werkstatt sinnvoll. Sie sollten darauf achten, die Scheinwerfer sauber zu halten

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Fahren im Winter

Vor dem Losfahren das Auto komplett von Schnee und Eis räumen. Nur ein "Guckloch" in der Frontscheibe ist verboten!

Auch von Dach, Motor- und Kofferraumhaube muss der Schnee entfernt werden. Zur Grundausstattung gehören deshalb Eiskratzer und Handbesen. Tipp: Im Notfall hilft die Kunststoffhülle einer Musikkassette oder CD.

Sofort losfahren

Das "Warmlaufenlassen" führt zu hoher Abgasbelastung und zur Anreicherung des Öls mit Kondensaten und schadet dem Motor langfristig. Außerdem dauert es im Standgas sehr viel länger, bis der Motor warm ist. Muss er was leisten, geht’s viel schneller.

Batterie schonen

Während langsamer Fahrt und vor allem im Stau möglichst wenig Stromverbraucher gleichzeitig einschalten!

Bei einer Panne sollten alle Stromverbraucher und Lichter bis auf die Warnblinkanlage ausgeschaltet werden, dann hält die Batterie dreimal so lange.

Sonst hilft irgendwann nur noch die Starthilfe...

Dachtransport im Winter

Immer wieder sieht man im Winter Autos mit Dachboxen und Skiträgern, die mit 180 km/h und mehr über die Straße flitzen. Das ist lebensgefährlich, vor allem für die dahinter Fahrenden, denn die meisten Hersteller von Dachträgern empfehlen - zu Recht - eine Maximalgeschwindigkeit von 130 km/h, um zu hohen Winddruck auf den Dachträger zu vermeiden. Denken Sie daran: 120 km/h Wind ist Orkanstärke.

Viel wichtiger aber: Bei einem Aufprall mit mehr als 80 km/h bleiben weder Box noch Skiträger auf dem Dach, sie fliegen als Geschoss durch das Heckfenster des Vorausfahrenden oder Stehenden.

Bei Skiträgern müssen Elastizität und Korrosion der Befestigungselemente geprüft und ggf. ersetzt werden, die Ski kommen immer mit den Spitzen nach hinten aufs Dach.

Sparen Sie nicht am Skisack - das Streusalz greift die „Bretteln“ erheblich an.

Schneeketten

Füllt Ihr Reifen schon den ganzen Radkasten, können Sie eventuell keine Schneeketten mehr montieren, achten Sie auf ausreichende Freigängigkeit. Bei der Wahl der Winterreifen lieber die kleinere Größe wählen.

Probieren Sie die Montage der Schneeketten vorher schon mal aus, es macht keinen Spaß bei Minusgraden mit Metallketten länger als nötig im Freien zu hantieren.

Für Ihre Urlaubsfahrt in die Berge können Sie sich Schneeketten auch in vielen Werkstätten oder bei den Automobilclubs leihen.

 

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Heizen

Als Erstes wird das Wasser für den Motor aufgewärmt, dann erst öffnet das Thermostat und auch die Heizung bekommt etwas ab. Stellen Sie die Heizung nicht sofort auf volle Leistung, es bringt gar nichts.

Wenn der Diesel einfriert

Wenn es allzu kalt wird, kann auch Winterdiesel der Kälte nicht mehr standhalten. Die gesetzliche Regelung: Diesel der im Winter verkauft wird, muss bis minus 20 Grad Celsius „filtrierbar“ sein. Meistens ist der Winterdiesel sogar bis - 22 Grad noch flüssig. Doch der AvD berichtet, dass manche Diesel-Sorten derzeit schon bei minus 18°C „schlapp“ machen. In vielen Regionen Deutschlands werden diese kritischen Temperaturen bereits erreicht. Auch Filter-Heizungen, über die moderne Diesel-Motoren oft verfügen, verschieben diese Grenze nur um wenige Grad. Und: Selbst während der Fahrt und bei bereits warmem Motor kann die Anlage einfrieren, denn die Kraftstoffleitungen liegen oft im eisigen Fahrtwind, der weiter herunterkühlt.

Vorbeugen:

  • den Tank möglichst immer vollgefüllt halten, deshalb öfters nachtanken
  • an der Tankstelle gezielt nach der Frostschutzgrenze des Kraftstoffs fragen
  • wenn keine Garage verfügbar: Fahrzeug nachts möglichst windgeschützt parken
  • bei Motoraussetzern auf das Versagen von Lenkungs- und Bremsverstärker vorbereitet sein

Wenn's passiert ist:

Wenn der Filter verstopft ist, gibt's nur eins: Das gesamte Kraftstoffsystem muss erst wieder so weit erwärmt werden, dass sich alle Paraffinkristalle wieder auflösen. Dafür genügt das Abstellen in einer beheizten Garage oder Werkstatt. Mehr Wärme ist nicht nötig und aus Gründen des Brandschutzes auch nicht zu empfehlen. Neben dem Aufwärmen ist dann meist der Austausch des Kraftstofffilters notwendig.

Vorsicht beim Selbst-Mischen!

Früher gab's den Tipp, dem Diesel noch ein bisschen Benzin beizumischen, um ihn länger flüssig zu halten. Damit riskiert man schwere Schäden am Einspritzsystem einschließlich Hochdruckpumpe, Injektoren, Kraftstoffleitungen und Tank. Im Zweifel lohnt der Blick in die Bedienungsanleitung unter dem Stichwort Winterbetrieb.

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