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Massenhaft Knöllchen durch Hochleistungsblitzer

Gerichte kommen kaum hinterher - Knöllchenflut durch Hochleistungsblitzer

Durch den Einsatz von Hochleistungsblitzern auf Hessens Straßen hat eine Flut von Verfahren die Behörden erfasst. Und die Gerichte kommen beim Bearbeiten der Einsprüche von ertappten Temposündern kaum hinterher. Das Amtsgericht Bad Hersfeld etwa rief deswegen nach mehr Personal. Der Präsident des übergeordneten Landgerichts in Fulda, Jochen Müller, sah sich nun veranlasst, einen "Notruf der Justiz" abzusetzen. 

Knöllchen wie am Fließband

Der Einsatz einer gepanzerter Geschwindigkeitsmessanlage, eines Enforcement Trailers, der einem am Straßenrand abgestellten Anhänger ähnelt, sorgt für Knöllchen wie am Fließband. Er ist in Osthessen wechselnd an der Autobahn 7 und 4 in Stellung gebracht. Nach Angaben der Zentralen Bußgeldstelle in Kassel liefert die Anlage pro Woche 7500 Bilder von Tempoverstößen. Pressesprecher Dominik Dute nannte im Gespräch mit FFH eine Einspruchsquote von 2,45 Prozent in Bad Hersfeld. Das bedeutet, dass alleine der dortige Enforcement Trailer für mehr als 180 Verfahren sorgt, pro Woche!

Weitere Anlagen 

Und die Anlage in Osthessen ist nicht die einzige im Bundesland. Auch im Rhein-Main-Gebiet, zuletzt unter anderem auf der A66, sei einer im Einsatz. Hinzu kommt: Die Polizei will weitere Anlagen haben. Denn sie können ohne Personal betrieben werden und gehören zu den effizientesten Blitzern im Land. Der Sprecher des hessischen Innenministeriums sagte im FFH-Gespräch, dass im Laufe des ersten Quartals 2019 jedes Polizeipräsidium einen Enforcement Trailer haben soll. 

Die Polizei in Hessen hat bisher zwei, Anfang 2019 sollen noch fünf dazu kommen. Wir haben auch bei den Städten nachgefragt. Frankfurt hat bisher zwei, auch Mühlheim am Main hat zwei. Gießen, Kassel, Darmstadt und Marburg haben (noch) keine!

Mobil, Hightech und autark

Der Enforcement Trailer kann laut Hersteller bis zu zehn Tage autark arbeiten, je nachdem, wieviel er zu tun bekommt. In der Zeit wird dann null teures Personal gebraucht - ein großer Vorteil. Er kann mit dem Auto zu seinem Bestimmungsort gebracht und vor Ort mit einer Fernsteuerung in seine endgültige Parkposition rangiert werden. Dort angekommen wird das eine Tonne schwere Gerät dann abgesenkt und beginnt seine Arbeit.

Die geschossenen Fotos werden direkt über Funk versendet. Die Blitzeranhänger können auch mit einer Alarmanlage ausgestattet sein. Sie setzt beispielsweise ein Signal ab, wenn sich Vandalen an dem Gerät zu schaffen machen oder es in Bewegung gesetzt wird.

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