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Die lustigsten Rituale in hessischen Sportvereinen

Rohe Eier essen und Kiste geben - Die Rituale in hessischen Sportvereinen

© dpa

Zu spät zum Training gekommen? Gemeckert? Oder einen Platzverweis kassiert? Kennt jeder, der schon mal in einem Sportverein mitgemacht hat. In vielen Amateurclubs, aber auch bei Profiteams, ist dann eine kleine Strafe fällig, die oft für jede Menge Spaß im Team sorgt.

Eine regelrechte Tradition ist die Aufnahme neuer Mannschaftsmitglieder: Vor dem ganzen Team zu singen oder zu tanzen, nach dem Training aufzuräumen oder verdreckte Sportschuhe zu putzen, gehört da zu den harmlosen Aufgaben. Beim SC Dortelweil dürfen sich Neulinge über ein besonders nettes Aufnahmeritual freuen. Wer neu im Team ist, muss ein rohes Ei schlucken - mit Schale. „Da muss jeder durch“, erklärt Leon Günther am FFH-Mikrofon.

Leon Günther am FFH-Mikro

Die lustigsten Rituale in hessischen Sportvereinen

Leon Günther und das rohe Ei

© HIT RADIO FFH

Beliebte Strafe: Bier mitbringen!

Wer schon länger im Team ist, für den gilt häufig ein interner Strafenkatalog. Besonders beliebt: Die Kiste Bier für die Mannschaft. Gründe, den vereinsinternen Vorrat auszubauen, finden sich immer. Zu spät zum Training gekommen? Kiste Bier! Gemeckert? Kiste Bier! Platzverweis im Spiel? Kiste Bier! Hundertprozentige Chance vergeben? Kiste Bier! 

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Bei den Handballern der FSG Efze 04 in Nordhessen ist sogar Bier-Nachschub fällig, wenn dein Name nach einem Fußballspiel in der Zeitung steht, erzählt uns Handballer Marco Bielert. Noch konsequenter ist der SV Kilianstädten; der hat einfach direkt einen Bierkatalog statt eines Strafenkatalogs eingeführt. Ganz wichtig: Die Sportler dürfen nicht irgendein Bier mitbringen, es muss eine Premiummarke sein! Wer Billigbier kauft, muss automatisch eine neue Strafkiste mitbringen!

Damit immer, und zwar wirklich immer, genügend Bier im Clubhaus steht, gehen auch die Handballer des TSV Ost-Mosenheim auf Nummer sicher. Kleine Vergehen werden grundsätzlich in Bierkästen „bezahlt“. Für zwei Minuten Meckern, ist eine Kiste fällig, für Rauchen in der Kabine gleich zwei. Und Obacht: Wer Bier verschüttet, muss direkt die nächste Kiste besorgen. 

Die Eishockey-Profis vom EC Bad Nauheim ahnden Fehlveralten in der Mannschaft auf witzige Art. Die Spieler haben ein eigenes Sportgericht installiert, das die internen Strafen festlegt. In der Mannschaftskabine wird verhandelt, die erfahrenen Sportler entscheiden dann über das richtige Strafmaß, erzählt Verteidiger Daniel Stiefenhofer am FFH-Mikrofon.

Daniel Stiefenhofer am FFH-Mikro

Die lustigsten Rituale in hessischen Sportvereinen

Strafgericht beim EC Bad Nauheim

© HIT RADIO FFH

Die Sportler der TUS Marialinden in Nordrhein-Westfalen haben übrigens einen besonders guten Grund, ihr striktes Regelwerk ab und an zu brechen. Denn von dem gesammelten Geld haben später alle etwas: Einmal im Jahr fährt die Mannschaft von den Einnahmen zusammen nach Mallorca. Da zahlt man gerne mal 20 Euro in die Teamkasse, wenn man vor dem Spiel Fastfood gegessen hat, oder fünf Euro für eine „grobe Dummheit".

Noch mehr Rituale bei den Profis

Auch Dirk Schuster brachte in seiner Zeit als Trainer von Darmstadt 98 mit seinen Ritualen Schwung ins Training und verteilte Punkte an seine Spieler. Am Ende des Monats folgte die Abrechnung: Der Trainingsfleißigste wurde als „Mitarbeiter des Monats“ mit einem gerahmten Foto im Kabinengang geehrt, der „Faulste“ musste zur Strafe die nächste Einheit in einem rosa Leibchen absolvieren.

Ein originelles Aufnahmeritual pflegt auch die deutsche Schwimm-Nationalmannschaft. Erfahrene Athleten können die Neulinge für den sogenannten „Sklaventag“ ersteigern. Einen Tag lang von morgens um sechs bis abends um zehn Uhr muss der Nachwuchs dann alle Wünsche des Teamkollegen erfüllen, egal ob er singen, kochen oder Schuhe putzen soll.

Weniger peinlich, dafür ganz schön eklig ging’s jahrelang übrigens bei den deutschen Biathlon-Frauen zu. Wer neu ins Weltcup-Team kam, musste im Trainingslager traditionell einen Surströmming verspeisen. In Schweden gilt der stinkende vergorene Hering aus der Dose zwar als Delikatesse, bei den Sportlerinnen sorgte er aber eher für Übelkeit.

In eurem Verein gibt es auch lustige Rituale? Schreibt uns in die Kommentare oder meldet euch unter 069-19 72 5.

Nicole Seliger

Reporter:
Nicole Seliger

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