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Junge mit halbem Herz kann endlich kicken

Kein Verein wollte ihn - Junge mit halbem Herz kann endlich kicken

© HIT RADIO FFH

Ben mit Daniel Fischer aus der FFH-Morningshow

Viele Vereine hatten ihn schon abgelehnt, bis der kleine Ben und seine Eltern die Kickers Horlofftal gefunden haben. Die Verantwortlichen dort haben sich ein Herz gefasst und dem schwerbehinderten 9-jährigen Jungen seinen sehnlichsten Wunsch erfüllt haben: Endlich Fußball spielen zu können.

"Fußball ist für mich ein Traum!" Wenn man den blonden Jungen so anschaut, dann glaubt man ihm das sofort. Seit er fünf Jahre alt ist, wollte Ben gerne kicken. Doch viel zu lange war das nicht möglich, denn Ben wurde mit einem schweren Herzfehler geboren: Er hat nur eine Herzkammer - also ein halbes Herz. Und obwohl ihm seine Ärzte grünes Licht gegeben haben, ja ihm sogar empfehlen Sport zu treiben, wollte ihn über Jahre kein Verein aufnehmen. Die Vereine hatten einfach Angst diese Verantwortung zu übernehmen und fragt: Was, wenn doch einmal etwas passiert?, erzählt uns Bens Mutter Claudia, nicht ohne Verständnis: "Man kann das ja auch verstehen, die meisten machen das ehrenamtlich." Und da kann eine solche Situation schon einmal überfordern: "Obwohl die Ärzte gesagt haben, er soll Sport machen. Aber man hat das ja nicht Schwarz auf Weiß - Kein Arzt geht raus und sagt, dass der Verein ihn nehmen soll..."

Warum habt ihr mich nicht sterben lassen?

Und die vielen Absagen setzen dem kleinen Ben wirklich zu. Manchmal hadert er sogar mit seinem Leben, erzählt uns Mama Claudia: "'Warum habt ihr mich nicht sterben lassen, wenn ich nirgendwo teilhaben darf', hat er uns gefragt". Solche Fragen gehören jetzt hoffentlich der Vergangenheit an, denn bei den Kickers Horlofftal hat Ben jetzt endlich sein fußballerisches Zuhause gefunden. "Wir haben uns nie die Frage gestellt, was alles Schlimmes passieren kann, wir haben überlegt wie wir es verwirklichen können", erzählt Hartmut Thevis, Mitglied des Vereinsvorstandes. 

"Natürlich kam intern die Frage, was ist wenn etwas passiert. Aber wir haben dann ziemlich schnell gesagt: Das darf keine Rolle spielen. Wir haben eine soziale Verantwortung in der Region. Wir müssen allen Kindern die Möglichkeit geben Sport zu treiben."

Geholfen hat sicherlich auch die Tatsache, dass einer der ehrenamtlichen Trainer im Hauptberuf Kardiologe ist, sich also mit dem Herzen bestens auskennt, und daher Bens Situation gut einschätzen kann.

Hartmut Thevis von den Kickers Horlofftal, Daniel Fischer, Ben, Mama Claudia und Stiefvater Dennis (von links)

Jetzt trainiert Ben in der F-Jugend des Vereins mit - und das mit Erfolg: "Er entwickelt sich, was sein fussballerisches Können angeht, wie jedes andere Kind", bestätigt Hartmut Thevis. Auch extra Betreuung braucht Ben nicht - er macht dieselben Übungen wie alle anderen Kinder mit. Nur manchmal ist das Training für sein halbes Herz zu schwer, dann geht der 9-Jährige selbstständig raus und setzt bis zum Ende der Übung aus. 

Beim Fußball sieht keiner, dass er einen Herzfehler hat

Wie sehr die Bereitschaft der Kickers Horlofftal das Leben des Jungens verbessert hat, beschreibt Mama Claudia: "Er war immer traurig, und jetzt sieht er, dass er auf dem Sportplatz genauso mitspielen kann wie alle anderen Kinder und keiner sieht, dass er den Herzfehler hat."

Wir sagen: Danke an die Kickers Horlofftal in Reichelsheim in der Wetterau. Danke, dass ihr ein Kind so glücklich gemacht habt!

Marc Adler

Reporter:
Marc Adler

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