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Einige Städte sagen Steingärten den Kampf an

Steingärten in Neubaugebieten - Einige Städte gehen dagegen vor

© dpa

Stein- und Schottergärten gelten als ökologisch wertlos. Bienen zum Beispiel bieten sie keinen Lebensraum.

Zu leblos und schlecht für das Klima: Einige Städte in Hessen wollen der Ausbreitung der umstrittenen Stein- und Schottergärten entgegenwirken. In Hanau sei beispielsweise der Bebauungsplan für die Pioneer-Kaserne angepasst worden, um derartige Gärten einzuschränken, sagte eine Pressesprecherin der Stadt zu FFH. Ein generelles Verbot gebe es aber nicht. In Fulda sehen einzelne Bebauungspläne für Außenbereiche einen bestimmten Grünanteil vor, sagte der Sprecher der Stadt, Johannes Heller.

Wiesbaden und Kassel wollen nachziehen

In Schotter- und Steingärten werden Wiesen, Rasen und Beete durch Schotter und Kies ersetzt und der Boden oft mit Folien versiegelt. Wiesbaden und Kassel planen derzeit eine Anpassung der kommunalen Grünsatzungen, um diese Art der Vorgartengestaltung einzudämmen, teilten die Sprecher der Städte mit. Ämterübergreifende Arbeitsgruppe prüfen derzeit, inwiefern man die Satzung anpassen und ökologisch wertlose Schottergärten verhindern könne. 

Nabu: Steingärten schaden dem Stadtklima

Laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sind die monotonen Steinwüsten besonders schlecht für die ökologische Vielfalt und das Klima in den Städten. "Steingärten bieten nicht nur keinen Lebensraum für Bienen und Insekten, sie wirken sich durch die aufgeheizten Steine im Sommer auch noch negativ auf das Stadtklima aus", sagte Naturschutzreferentin vom Nabu, Ann-Sybil Kuckuk. 

Weniger Schottergärten in Hessen?

Leblos und schlecht für das Klima: Einige hessische Städte wollen Schotter- und Kiesgärten eindämmen. Was sagt ihr dazu?

Absolut richtig, die Stadt braucht mehr Grün!

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66 %

Dagegen, jeder sollte seinen Garten gestalten dürfen wie er will

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34 %

Ministerin wirbt für „bienenfreundliches Hessen“

© FFH

Umweltministerin Priska Hinz wirbt für begrünte Vorgärten, möglichst mit Pflanzen, die auch bienenfreundlich sind.

„Immer mehr Vorgärten sind Kieselsteinwüsten. Wir brauchen aber Blütenvielfalt für Insekten in unseren Gärten“, appellierte Umweltministerin Priska Hinz zuletzt bei einem Besuch des Gartencenters Tropica in Kriftel im Rahmen der Kampagne „bienenfreundliches Hessen“. 

"Wir brauchen keine Kieselsteingärten, sondern Lebensraum für Insekten"

„Schotter- und Kieselsteingärten oder reine Rasenflächen bieten Insekten keinerlei Nahrung. Wir brauchen aber dringend Nahrung und Lebensraum für Insekten, sonst sind die Lebensgrundlagen für uns alle in Gefahr“, so die Ministerin. 
 

Internet-Spott für die "Gärten des Grauens"

Im Internet sorgen die Schottergärten für Spott. Der Berliner Biologe Ulf Soltau ist erklärter Feind dieser Art der Gartengestaltung und teilt auf seiner Facebook-Seite "Gärten des Grauens" regelmäßig Fotos von aus seiner Sicht besonders misslungenen Exemplaren, garniert mit einem sarkatsischen Spruch. Und die Kritik kommt an: Über 50.000 Nutzer folgen den Beiträgen und liefern selber Fotos.

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