On AirGuten Morgen, Hessen! >

Thomas Hayo: Trump wollte man nicht am Tisch haben

Thomas Hayo im FFH-Interview - "Trump wollte man nicht am Tisch haben"

Topmodel-Jurymitglied und Creative Director Thomas Hayo lebt seit den 90ern in New York und hat dort Donald Trump persönlich kennengelernt. In FFH Guten Morgen Hessen berichtet er von seinen Erfahrungen und dass Trump auf Partys für die anderen Gäste immer eher eine Witzfigur war.

Über Donald Trump hat sich inzwischen fast jeder eine Meinung gebildet. Wahl-Amerikaner Thomas Hayo hat den US-Präsidenten vor seiner politischen Karriere persönlich kennengelernt. Er beschreibt ihn bei Julia Nestle und Johannes Scherer in FFH Guten Morgen, Hessen als einen Menschen, der häufig ein Außenseiter war: "Das war in den 90ern damals in New York. Trump war ja Teil des Social Life. man hat ihn auf Veranstaltungen gesehen und in Restaurants. Und es war eigentlich immer eher so, dass man gesagt hat: 'Oh, da drüber sitzt der Donald. Guck jetzt lieber nicht hin, ich möchte nicht, dass der jetzt zu uns an den Tisch kommt...'" Laut Hayo galt Trump immer als Figur, die man ein bisschen belächelt und nie ganz ernstgenommen habe: "Man hat ihn eher so als Cartoon-Figur gesehen und wenn man sich mit ihm unterhalten hat, dann war relativ schnell klar wie dieser Mann gestrickt ist."

"Für New Yorker wie mich war es schockierend"

Entsprechend groß war der Effekt, den Trumps Wahl zum Präsidenten dann hatte: "Für New Yorker wie mich war es darum umso schockierender zu sehen, dass diese Figur plötzlich der Präsident des mächtigsten Landes der Welt ist." Vollkommen unerklärlich ist der Erfolg für Hayo, der in Deutschland aufgewachsen ist, aber nicht: "Ich habe mein ganzes Leben nicht für Schule bezahlt. Das kann man sich hier überhaupt nicht vorstellen. Wenn du auf eine gute Schule gehst, zahlst du schon ab dem Kindergarten 10.000 oder 20.000 Dollar pro Jahr. Die armen Ungebildeten werden immer ärmer und ungebildeter und die wenigen Reichen werden immer reicher. Und dann kommt jemand wie Trump und deklariert sich als Verteidiger dieser vergessenen Leute und hat dann leichtes Spiel."

Thomas Hayo über seine Erfahrungen mit Donald Trump

"Donald Trump wollte man nicht an seinem Tisch haben"

Topmodel-Juror Thomas Hayo

"Eine Diskussion mit Trump-Anhängern ist fast unmöglich"

Topmodel-Juror Thomas Hayo

"Für Nachrichtensender ist Trump Gold wert"

Topmodel-Juror Thomas Hayo

"Das ist wie Anhänger zweier Fussballvereine"

Und seitdem haben sich die Fronten nur noch weiter verhärtet. Die Lager zwischen Trump-Anhängern und -Gegner seien inzwischen derart gespalten: "Das ist fast wie Anhänger zweier Fußballvereine. Der eine ist für Dortmund, der andere für Bayern und es gibt nichts dazwischen", beschreibt es Thomas Hayo. Und auch auf inhaltlicher Basis könne man sich nicht mehr austauschen: "Das ist etwas, was ich täglich erlebe, wenn man mal auf einen Trump-Anhänger trifft. Eine Diskussion ist dann fast unmöglich, weil man nicht auf den gleichen Wahrheiten, auf den gleichen Fakten diskutiert".

Die großen Gewinner sind die Nachrichtensender

Als großen Gewinner der Trump-Präsidentschaft sieht Hayo vor allem die dortigen Nachrichtensender. Denn in den USA sei alles Unterhaltung, auch die Nachrichtensendungen: "Für die ist Trump Gold wert. Die einen lieben ihn und zeigen seine verrückten Sachen, die anderen hassen ihn und zeigen seine verrückten Sachen und letztendlich haben sie dadurch unterhaltsame Nachrichten mit großen Einschaltquoten." Und das habe zur Folge, dass Donald Trump wie kein anderer Präsident zuvor 24 Stunden, 7 Tage die Woche auf dem Bildschirm zu sehen ist. "Und ob man ihn mag oder nicht, man kann einfach nicht weggucken. Und letzendlich hat das Trump sehr genutzt, zum einen werden alle seine Themen diskutiert und zum andern schafft er es von Dingen abzulenken."

Marc Adler

Autor
Marc Adler

nach oben