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Schriesheim: Brummtöne rauben Frau den Schlaf

Kaum hörbar, aber ungesund - Tieffrequente Brummtöne rauben den Schlaf

Laut Robert-Koch-Institut kann tieffrequenter Schall eine Auswirkung auf die Gesundheit haben (Symbolbild)

Autobahnen, Baustellen oder Zugstrecken sind bekannt für Lärm. Doch bestimmter Lärm ist für uns Menschen kaum zu hören: Tieffrequenten Schall nennt man diese Töne.

Diese Töne spüren Betroffene meistens sogar körperlich und fühlen diese wie ein Wummern oder Brummen in Kopf oder Brustkorb. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes kommt dieser „leise Lärm“ zum Beispiel von Heizkraftwerken, Biogasanlagen oder Windrädern.

Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen

Seit ein paar Jahren schon rauben diese Brummtöne Susanne Klug aus Schriesheim-Altenbach den Schlaf. Laut Robert-Koch-Institut kann dieser tieffrequente Schall auch eine Auswirkung auf die Gesundheit haben. Klug erzählt auch von Kopfschmerzen und Übelkeit als Folge.

Initiativen wurde gegründet

Susanne Klug war nun schon des öfteren mit den Behörden in Kontakt, jedoch wurde den Ursachen nicht gut genug nachgegangen oder etwas verändert, sagt sie. Deswegen hat sie die Initiative Brummton Rhein-Neckar gegründet, um zusammen mit anderen auf das Problem aufmerksam zu machen.

Auch im Netz finden sich Initiativen, welche Infraschall als gesundheitliche Einschränkung einordnen

Auch in Hessen ein Problem

Auch aus Heppenheim hätten sich Leute gemeldet, die Probleme mit solchen Brummtönen haben. Im Rhein-Main-Gebiet sind diese auch kein unbekanntes Thema.

Zum Nachhören:

Susanne Klug über die Folgen der Lärmbelästigung

"Herz und und Brustkorb vibrieren"

Susanne Klug über die Quelle des Brummtons

"In vielen Fällen kann die Quelle nicht gefunden werden"

Susanne Klug über die Probleme für Betroffene

"Häufig ist ein Weiterleben so nicht möglich"

© HIT RADIO FFH

Nicht von allen hörbar

Dieser tieffrequente Schall ist von nur etwa 20 Prozent der Menschen überhaupt hörbar. In vielen Fällen kommt dieser Schall von großen Industriemaschinen. Der subtile Lärm kann aber auch von den eigenen Haushaltsgeräten stammen.

Ein unangenehmes Wummern

Betroffene nehmen diese Frequenz als Wummern oder Brummen wahr. Mit dem Handy kann man diese Brummtöne nicht einfach aufnehmen und dokumentieren, sondern benötigt dafür sehr sensible Messgeräte. Auch Ohrstöpsel und dickes Fensterglas sind gegen tiefe Töne machtlos. 

Ein weiteres Problem: Tieffrequente Geräusche überschreiten häufig nicht die gültigen Lärm-Immissionsrichtwerte, obwohl sie zu erheblicher Lärmbelästigung führen können. Behörden handeln daher nur selten.

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