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Bananen - grün oder gelb?

Streit um die richtige Farbe - Bananen - grün oder gelb?

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Julia Nestles Bananen müssen grün sein! Doch am Reifegrad scheiden sich die Geister: Welches Team bist du: Grün oder Gelb?

Heute früh in FFH Guten Morgen, Hessen! das Outing: Julia Nestles Bananen müssen grün sein. Und jetzt diskutieren die Hessen, welche Farbe perfekt für die gebogene Lieblingsfrucht der Deutschen ist. Doch wo genau sind die Unterschiede zwischen grünen und gelben Bananen und welche sind denn jetzt gesünder? 

Gut für die Verdauung

Besonders für Diabetiker ist die grüne Banane geeignet. Sie enthält noch nicht so viel Zucker, sondern Stärke. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel nicht so schnell an. Eine Banane wird süßer, je länger sie reift: Die Stärke wird im Reifungsprozess zu Einfachzuckern abgebaut. Da grüne Bananen viel Stärke enthalten, sorgen sie außerdem für ein stärkeres Sättigungsgefühl und fördern die Verdauung.

Die vielen Ballaststoffe in einer grünen Banane müssen nämlich im Dickdarm von Bakterien abgebaut werden. Dadurch wird deren Wachstum angeregt und die gesamt Darmflora profitiert davon. Die Stärke hingegen kann nur langsam im Dünndarm abgebaut werden, dafür gelangt die Glukose konstant ins Blut und nicht alles auf einmal. Eine grüne Banane liefert also über einen längeren Zeitraum konstant Energie.

Schneller Energielieferant

Wer einen schnellen Energieschub braucht, sollte dann eher auf die gelbe oder sogar die braune Banane zurückgreifen. Irgendwann ist die gesamte Stärke in Zucker umgewandelt. Der kann schneller im Dünndarm verdaut werden und in die Blutbahn gelangen. Auch wenn die braune Banane wohl die gewöhnungsbedürftigste Konzistenz hat, liefert sie doch am schnellsten die meiste Energie, da sie auch den höchsten Zuckergehalt hat. Für Diabetiker ist diese Banane aber eher ungeeignet.

Ernährungsberaterin Anja Later aus Kassel sagt, dass die Gelbe gesünder sei. "Es ist wichtig, dass der Zucker umgebaut ist, weil der Körper die Nährstoffe viel besser aufnehmen kann", erklärt sie.

Sowohl grüne, gelbe als auch braune Bananen haben also jeweils ihre Vorteile. Es kommt auf die Situation an, in der man eine Banane essen will. Wer Energie über einen längeren Zeitraum benötigt, sollte ein grüne Banane essen, ein Sportler, der die Enerie sofort benötigt, sollte dann eher eine gelbe essen.

Wer seine Bananen länger grün halten will, sollte sie am besten im Kühlschrank lagern. Dort reifen sie langsamer. In der Obstschale dagegen werden sie schneller reif, unter anderem wegen der Reifungsgase des anderen Obstes.

Meinung der Expertin

Ernährungsberaterin Anja Later im Gespräch mit Evren Gezer

Die Bananenfrage: Grün oder gelb?

Julia aus FFH Guten Morgen, Hessen! mag sie grün und hasst sie gelb. Johannes findet das sehr seltsam. Und du? Wie muss deine Banane sein, damit sie dir schmeckt? Stimm ab...

Grün schmecken sie mir am besten

Grün schmecken sie mir am besten

Knallgelb, denn dann sind sie reif und lecker

Knallgelb, denn dann sind sie reif und lecker

Auch gerne schon ein bisschen braun.

Auch gerne schon ein bisschen braun.

Bananen-Wissen zum Angeben

Bananen-Klone 

Die Cavendish-Banane ist heute wohl die beliebteste Bananensorte. Ihren Namen verdankt sie William Cavendish, dem 6. Duke of Devonshire. Er baute schon im Jahre 1830 Bananen aus China in seinem Gewächshaus an. Cavendish gab dem Missionar John Williams zwei Stauden mit auf seine Reise nach Samoa, wo dieser jedoch getötet wurde. Eine der Stauden überlebte und seit diesem Zeitpunkt verbreiteten sich die Bananen aus Cavendishs Gewächshaus im ganzen Pazifikraum. Fast alle Dessertbananen, die wir heute essen, sind Klone der Cavendish-Banane, die vor über 170 Jahren nach Samoa gelang.

Vom Aussterben bedroht

Doch die Cavendish-Banane war nicht immer so beliebt, wie sie es heute ist. Bis in die 60er Jahre dominierte die Bananensorte „Gros Michel“ den Markt. Sie soll süßer, geschmackvoller und vor allem robuster gewesen sein, als die Cavendish. Eine dickere Schale machte die Ernte und den Transport der „Gros Michel“ einfacher und resistenter gegen Stöße.

Doch als die Pilzerkrankung Tropical Race 1 in den 60er Jahren die großen Plantage befiel, hatten die Bananen der Erkrankung nichts entgegen zu setzen. Jede Pflanze wurde befallen, die "Gros Michel" starb aus. Die Cavendish hingegen war resistent gegen die Krankheit und überlebte das Ganze. Aktuell wird sie jedoch von einer neuen Krankheit bedroht, gegen die sie nicht resistent ist. Da sie in großen Monokulturen angebaut wird, ist sie sehr anfällig für Pilze und Krankheiten. Diese können dann eine ganze Plantage vernichten. Es könnte also sein, dass auch die Cavendish-Banane ausstirbt.

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