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Neue WhatsApp-Bedingungen: Darum geht es

WhatsApp-Nutzungsbedingungen - Das passiert, wenn du nicht zustimmst

© Fabian Sommer/dpa

Ein Nutzer öffnet Whatsapp auf seinem Handy.

Schon immer gab es Kontroversen rund um Facebook und die Weitergabe der Nutzerdaten. WhatsApp, das auch zu Facebook gehört, hatte immer beteuert, Daten für Werbezwecke nicht an den Mutterkonzern weiterzuleiten. Das hat sich jetzt mit den neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien geändert. Ursprünglich sollten die schon im Februar an den Start gehen, nach massiver Kritik wurde der Start verschoben.

Was ändert sich mit den neuen Bedingungen

Bisher hat Facebook keine Möglichkeit gefunden, an WhatsApp Geld zu verdienen. Die App ist kostenlos und es gibt keine Werbung. Das soll sich jetzt ändern: Die Idee ist, dass Nutzer über Whatsapp mit Firmen und Unternehmen kommunizieren. Zum Beispiel soll man dann dem Support von Unternehmen einfach eine Nachricht schreiben oder eine Pizza per Direktnachricht bestellen können. Unternehmen sollen für diesen Dienst bezahlen und das Geschriebene soll dann für Werbezwecke ausgewertet werden. Wer also regelmäßig Pizza Thunfisch bestellt, der soll dann in Zukunft entsprechende Werbung erhalten. Mit den neuen Nutzungsbedingungen sollen die Benutzer diesen Plänen zustimmen.

Davor warnen allerdings viele Experten, die die immer größer werdende Anhäufung unserer Daten bei Facebook kritisch sehen. Allerdings muss man auch sagen: Wer auf Kommunikation mit Unternehmen verzichtet und nur mit seinen Freunden schreibt oder telefoniert, für den ändert sich mit den neuen Bedingungen, auch dank der strengen Datenschutzgesetze in der EU, nicht viel. Anders sieht es für Nutzer außerhalb der EU aus - dort darf Whatsapp schon seit Jahren Daten an Facebook für Werbezwecke weiterleiten und hat diese Möglichkeiten mit den neuen Regeln noch einmal erweitert.

Was passiert, wenn ich die Bedingungen ablehne?

© Screenshot Android/ Hit RADIO FFH

Das Fenster dürfte jeder Whatsapp-Nutzer kennen. Wohl oder übel wird man den neuen Bedingungen aber zustimmen müssen, vorausgesetzt man will auch in Zukunft noch weiter Whatsapp benutzen.

Erst einmal ändert sich nichts, WhatsApp fragt nur regelmäßig, ob man den Bedingungen nicht doch zustimmen wolle. Nach einigen Wochen sollen dann allerdings wichtige Funktionen der App eingeschränkt werden, solange man nicht zustimmt. So soll Beispielsweise die Chatliste nicht mehr aufgerufen werden können und irgendwann soll man gar keine Nachrichten oder Anrufe mehr empfangen.

Ursprünglich wollte WhatsApp Nutzer die nicht zustimmen direkt aus der App zu verbannen und deren Accounts zu löschen. Nach starken Protesten hat Whatsapp die Konsezuenzen nun etwas abgeschwächt. Im Endeffekt wird man WhatsApp aber trotzdem nicht mehr nutzen können, sofern man nicht den Bedingungen zustimmt.

WhatsApp-Alternativen

Da lohnt es sich, sich mal nach Alternativen umsehen. Wir stellen euch zwei vor:

Threema: Anonym nutzbarer Messenger

Während Whatsapp mit seinem Mutterkonzern Facebook bereits seit 2016 Daten wie Profilbild, Handynummer oder Adressbücher austauscht, ist Threema völlig ohne personenbezogenen Daten nutzbar.

Das Schweizer Unternehmen verspricht, dass Kommunikation, Telefonate und Videocalls jederzeit verschlüsselt zwischen den Nutzern übertragen werden. Eine Telefonnummer ist für die Anmeldung beispielsweise nicht erforderlich. Die App vergibt stattdessen eine zufällige Threema-ID. Dadurch soll es für den Betreiber und Dritte unmöglich sein, mitzulesen oder Daten auszuwerten. Threema ist laut eigener Angaben zudem DSGVO-konform.

Mit der Anwendung lassen sich klassische Textnachrichten versenden, Fotos, Videos und Standorte austauschen. Die App gibt es für knapp 4 Euro für iOS und Android. 

Signal: Edward Snowdens erste Wahl

Die kostenlose App Signal gibt es für Android- und iOS-Geräte und ist laut dem ehemaligen CIA-Mitarbeiter und Datenschutz-Aktivist Edward Snowden die Anwendung erster Wahl, wenn es um Privatsphäre geht. Konkret bietet Signal eine sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die quelloffen entwickelt wird. Das bedeutet, dass nur die Kommunikationspartner Gespräche entschlüsseln können. Dritte können nicht auf die Daten zugreifen.

Signal bietet ein Ablaufdatum für Nachrichten an. Ältere Konversationen werden so nach einer gewissen Zeit sicher gelöscht. Die Anmeldung erfolgt wie bei Whatsapp mit der Telefonnummer. 

Mit dem kostenlosen Messenger für Mobilgeräte, Tablets und auch auch den Desktop lassen sich wie bei Whatsapp Textnachrichten verschicken, Telefonate und Videocalls führen. Animierte Gifs und Reaktionen wie bei Facebook gibt es zudem. 

Seit Ankündigung der AGB-Änderungen von Whatsapp hat Signal einen starken Zuwachs verzeichnet: Alleine im Januar hat die kostenlose App 7,5 Millionen neue User dazugewonnen.

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