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Angeberwissen: 11 Fakten zur Europameisterschaft

EM-Start: 11 Fakten zum Angeben - Von Kulinarischem bis zum "Home Ground"

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Was hat es mit einem hessischem Koch in Wembley auf sich, wieso heißt die EM immer noch "Euro 2020" und wo wohnt die deutsche Nationalmannschaft? Diese 11 Fakten klären euch auf.

Die Europameisterschaft beginnt nach langer Wartezeit. Aber wieso heißt sie eigentlich immer noch EURO 2020 und nicht 2021? Wo wohnt die deutsche Mannschaft und in welchen Ländern finden überhaupt die Spiele statt? Hier haben wir euch elf Fakten herausgesucht, die diese Fragen beantworten und mit denen ihr beim nächsten gemeinsamen Fußballschauen mit Freunden schön angeben könnt.

1. Fakt: Das deutsche Team wohnt in Holzwürfeln

Wie schon 2014 bei der WM in Brasilien hat die deutsche Mannschaft ein Extra-Quartier gebaut bekommen: „Home Ground“ so heißt das Quartier auf dem Gelände von DFB-Partner Adidas in Herzogenaurach. Von oben sieht es aus wie so eine Club-Ferienanlage. Drei große Hauptgebäude – in der Mitte davon ein Swimming-Pool und eine große Leinwand zum gemeinsamen Fußball gucken. Gegenüber davon sind in Sichtweite 15 Wohnwürfel aus Holz gebaut, umgeben von ein bisschen Wald. In jedem Würfel wohnen vier Spieler, der Torhüter der Eintracht, Kevin Trapp, bewohnt einen mit Leon Goretzka, Thomas Müller und Robin Gosens.

Die Trainingsplätze sind übrigens direkt nebenan und der Flughafen Nürnberg nicht weit weg von Herzogenaurach. Zu den Spielen nach München fährt das Team die knapp 200 km mit dem Bus.

2. Fakt: Deutschland hat die schwerste Gruppe erwischt

Das 7:1 am 7. Juni gegen Lettland war schon mal ein Fingerzeig, dass die Mannschaft sich wirklich langsam findet. Aber es gibt noch Baustellen, zum Beispiel wo genau Josua Kimmich spielt. Hinten rechts in der Abwehr oder im defensiven Mittelfeld? Wie sehr sieht sich Bundestrainer Löw unter Druck? Es ist sein letztes Turnier, jeder will nun sehen, dass er aus dem Debakel bei der letzten WM gelernt hat. Energisch, akribisch, fokussiert wirkt Löw in der Vorbereitung allemal. Ob das reicht, um seine Mannschaft so flott zu bekommen, dass sie gegen den amtierenden bärenstarken Weltmeister Frankreich funktioniert und danach gegen Titelverteidiger Portugal, der frech sagt: „Wir wollen den Titel verteidigen“,  bleibt abzuwarten.   

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Das neu gebaute Mannschaftsquartier "Home Ground" bei Herzogenaurach. 

3. Fakt: Favoriten gibt's viele

Ganz vorne mit dabei ist in jedem Fall Frankreich. Der amtierende Weltmeister hat eine unglaubliche Ansammlung an Superstars an Bord – allein in der Offensive von Kylian Mbappé über Antoine Griezmann bis Paul Pogba. Da klingeln einem schon die Ohren. Im Tor steht Kapitän Hugo Lloris und in der Abwehr die beiden Bayern Benjamin Pavard und Lucas Hernandez - alles Hochkaräter.

Vielleicht wird es ja aber auch dieses Mal was mit Belgien? Bei der letzten WM wurden die roten Teufel Dritter und mit einer ebenfalls bärenstarken Offensive – angeführt von Inter Mailand-Superstar Lukaku.

Und am Ende wird es womöglich EnglandSturmtank Harry Kane, die beiden Dortmunder Jadon Sancho und Jude Bellingham im Angriff und Gareth Southgate als Trainer, der seit 5 Jahren kontinuierlich sein Team weiter entwickelt – bei der WM 2018 wurden sie schon Vierter. Dazu ist diese EM fast eine HEIM- Europameisterschaft. Und für den Fall der Fälle haben die Engländer schon ausrichten lassen: „Durch die Verschiebung der EM um ein Jahr hatten wir länger Zeit Elfmeterschießen zu üben.“

4. Fakt: 14.000 Fans in der Allianz Arena

Die Fans müssen die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten und eine FFP2-Maske tragen. Im Stadion gibt es mehr als 800 Standorte zur Händedesinfektion. Es wird ein Reinigungssystem befolgt. Dabei werden z.B. Türklinken, Geländer oder Tresen regelmäßig desinfiziert. Das ganze Stadion wird vor, während und nach dem Besuch regelmäßig gereinigt. Es gibt Markierungspfeile auf dem Boden, die die Laufrichtung vorgeben. Alle Spielorte akzeptieren Kartenzahlung und viele auch kontaktlose Bezahlung, um Kontakte zu verringern.

Die Tickets sind Anfang Juni in den Verkauf gegangen. Während des gesamten Turniers können Tickets für diverse Spiele gekauft werden. Ehemaligen Ticketkäufern, deren Karten storniert und erstattet wurden, wurden alle Karten angeboten, die aufgrund von Ticketrückgaben und der erhöhten Kapazitäten verfügbar geworden sind.

Alle nicht verkauften Karten an Fans, deren Tickets storniert wurden, werden der Allgemeinheit angeboten.

In der Münchner Allianz Arena sind 14.000 Fans zugelassen. Das entspricht einer Auslastung von rund 22 Prozent. Die Auslastung in den anderen Spielstätten beträgt: Amsterdam (Niederlande): 16.000 Fans, 33 Prozent der Stadionkapazität, Baku (Aserbaidschan): 31.000 Fans, 50 Prozent der Stadionkapazität, Bukarest (Rumänien): 13.000 Fans (25 Prozent), Budapest (Ungarn): 61.000 Fans (100 Prozent), Kopenhagen (Dänemark): 15.900 Fans (45 Prozent), Glasgow (Schottland): 12.000 Fans (25 Prozent), London (England): 22.500 für die ersten drei Gruppenspiele sowie das Achtelfinalspiel, Kapazitäten für Halbfinals und Finale werden noch bekanntgegeben, Rom (Italien): 16.000 Fans (25 Prozent), Sankt Petersburg (Russland): 30.500 Fans (50 Prozent)

© picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

2018 war Public Viewing noch möglich. Durch Corona wird das wohl dieses Jahr aber wohl nichts werden. Veranstaltungen in Hessen wurden noch nicht angemeldet.

5. Fakt: EM wird auf drei Kanälen gezeigt

ARD, ZDF und MagentaTV (Pay-TV-Angebot der Telekom) übertragen. Die deutschen Spiele werden zusätzlich zu Magenta TV auch bei ARD oder ZDF gezeigt. Das Finale wird beim ZDF sowie MagentaTV zu sehen sein. MagentaTV zeigt alle EM-Spiele live, zehn davon exklusiv. 41 der 51 Spiele können wie gewohnt bei ARD und ZDF geguckt werden.

6. Fakt: Public Viewings? Wenn, dann nur klein

Die ganz großen Public Viewing-Veranstaltungen, wie man sie von den vergangenen Welt- und Europameisterschaften kennt, werden dieses Jahr wohl ausfallen. Mehrere Tausend Leute eng beieinander sind ein zu hohes Risiko. Folglich liegen in den großen Städten bei unseren Nachbarn in Rheinland-Pfalz zum Beispiel liegen keine Anmeldungen von Veranstaltern vor, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Auch bei uns in Hessen ist in Städten wie Frankfurt oder Offenbach derzeit nichts Großes geplant. Da kann man also im privaten Rahmen in kleinen Gruppen oder in Biergärten mit TV-Übertragung auf festen Sitzplätzen und bei Einhaltung der Hygiene-Regeln gucken.

Aber was gibt es denn Schöneres als entspannt im Biergarten ein Bierchen zu trinken, was Leckeres zu essen und nebenbei noch die deutsche Nationalmannschaft anzufeuern. Eben, nicht allzu viel. Möglich sein wird das unter anderem im Bayerischen Biergarten in Darmstadt, der Platz für 200 Gäste bietet. Geimpfte und Genese werden dabei allerdings nicht mitgezählt. Es passen also noch mehr rein.

Auch im Schlosspark Rothenburg könnt ihr die Spiele der deutschen Nationalmannschaft verfolgen. Hier gelten strenge Regeln und nur 199 Besucher dürfen rein.

Aber auch viele Kneipen in Fulda, der Biergarten des TSV Altenheim in Münster und der Brauereigasthof in Pfungstadt wollen Public Viewing anbieten. Sicherlich werden viele Gastwirte es ihnen gleichtun und Leinwände oder Fernseher in ihren Außenbereichen aufstellen. Da die deutsche Mannschaft erst am Dienstag gegen Frankreich ihr erstes Spiel bestreitet, bleibt noch genügend Zeit für Vorbereitungen.

Theoretisch ist es für Städte bzw. Kreise in Corona-Stufe 1 unter freiem Himmel mit maximal 100 Personen möglich, Public Viewings zu veranstalten. Wenn mehr Menschen zusammenkommen, braucht es eine Genehmigung durch das Gesundheitsamt.

Bei Stufe 2 können für Public Viewing im Außenbereich bis zu 200 Personen zusammenkommen. Und in Innenbereichen 100 Personen ohne Genehmigung – aber mit Testpflicht.

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© picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Der Pokal und das Logo. Die Uefa hat sich entschieden, den alten Namen der Europameisterschaft beizubehalten. 

7. Fakt: EM 2020 wird nicht in 2021 umbenannt

Die UEFA wollte den Namen UEFA EURO 2020 aus verschiedenen Gründen beibehalten. Zum einen sagte sie, dass sie das Turnier so weiterhin als Feier zum EM-Jubiläum (60 Jahre) veranstalten könne.

Außerdem würde der Name „für immer als Erinnerung an die geschlossene Reaktion der Fußballfamilie auf die außerordentlichen Umstände der COVID-19-Pandemie und die schwierige Situation, mit der Europa und die Welt im Jahr 2020 konfrontiert waren, dienen.“

Außerdem ist es bei einem Großereignis in der Regel so, dass schon lange vorher alle Merchandising-Artikel produziert werden; also von Schlüsselanhängern, über Poster bis hin zu Kugelschreibern und Bierkrügen. Aber auch Plastikbecher fürs Stadion und die Aufkleber für die Busse der Mannschaften. Die UEFA legt viel Wert darauf, dass alles was mit der EM zu tun hat, einen Stempel aufgesetzt bekommt. Das nimmt der Verband auch sehr ernst, dementsprechend hat er sich die EM 2020 als Marke eintragen und schützen lassen. Das Alles umzurüsten hätte Unsummen gekostet und außerdem jede Menge Müll produziert. Deswegen ist man bei 2020 geblieben – das Gleiche haben die Olympiamacher in Tokio übrigens auch gemacht.

8. Fakt: Ein Schiri kommt aus Argentinien

Bei dieser Europameisterschaft pfeifen zum ersten Mal nicht nur Schiris aus Europa, sondern auch noch Fernando Rapallini aus Argentinien! Er ist Teil eines Austauschprogramms, so dass bei der Copa America ein Spanier pfeifen wird. 

Außerdem Achtung bei den Nationalhymnen, die dürfen maximal 90 Sekunden lang sein. Also gibt es dieses Jahr "Einigkeit und Recht und Freiheit" in der Kurzfassung. Die Bundesliga ist bei der EM gut vertreten, immerhin stellt sie  die zweitmeisten Spieler – nämlich 86. Nur die Premier League in England stellt mit 116 mehr Nationalspieler.

 

© picture alliance/dpa | Francisco Seco

Die letzte Europameisterschaft haben die Portugiesen rund um Superstar Cristiano Ronaldo gewonnen. Auch dieses Jahr stehen die Chancen für sie nicht schlecht.

9. Fakt: Der weltweite Instagram-König ist dabei

Cristiano Ronaldo, der wohl bekannteste Spieler weltweit, wird natürlich auch mit von der Partie sein. 2016 konnte er mit Portugal das erste Mal den Titel gewinnen. Seine Bekanntheit lässt sich gut an seinen Instagram-Followern erkennen. Über 296 Millionen Menschen folgen ihm dort. Er hat die meisten Abonnenten auf der Social-Media-Plattform weltweit.

Ein weiterer Superstar bei der EM ist  Kylian Mbappé. Der junge Franzose kommt im Vergleich zu Ronaldo "gerade einmal" auf knapp 52 Millionen Follower.

Die deutschen Stars sind in Sachen Social Media eher etwas abgeschlagen. Toni Kroos hat die meisten Abonnenten auf Instagram mit 27,6 Millionen, gefolgt von Manuel Neuer mit 10,8 Millionen. Nur gut, dass Follower-Zahlen auf Instagram nichts über das fußballerische Können aussagen.

Weitere internationale Stars bei der EM sind Robert Lewandowski  aus Polen, Kevin De Bruyne aus Belgien, Harry Kane aus England, der Kroate Luka Modric und David Alaba aus Österreich, der die Bayern ja bekanntlich verlässt und sich Real Madrid anschließt. Ein paar bekannte Namen wie Virgil Van Dijk, Sergio Ramos oder Slatan Ibrahimovic fehlen verletzungsbedingt. Auch der "Brecher mit dem Babyface" Erling Haarland ist nicht dabei, da sich Norwegen nicht für die EM qualifiziert hat.

Mit Ronaldo können die deutschen Stars zwar in Sachen Social Media nicht mithalten, dafür sollte man aber ihre sportlichen Leistungen immer auf dem Schirm haben. Wir stellen euch einige deutsche Kicker vor.

 

Kai Havertz

Der teuerste deutsche Profi aller Zeiten

Robin Gosens

Der mit der ungewöhnlichen Karriere.

Jamal Musiala

Der junge Deutschland-Rückkehrer

Emre Can

Der Defensiv-Allrounder

Antonio Rüdiger

Der beinharte Verteidiger

10. Fakt: Eigentlich wäre in 12 Ländern gespielt worden

Der ehemalige UEFA-Präsident Michel Platini hatte die Idee der paneuropäischen EM. Der 60. Geburtstag der Europameisterschaft im Jahr 2020 sollte besonders gefeiert werden. Ursprünglich war geplant, dass in zwölf Städten in zwölf verschiedenen Ländern gespielt wird. Bilbao und Dublin haben aber wegen der fehlenden Zuschauergarantien ihre EM-Spiele verloren. Sevilla hat Bilbao ersetzt. Die Spiele von Bilbao und Dublin wurden auf Sevilla, London und St. Petersburg aufgeteilt.

11. Fakt: Ein Hesse kocht im Finalstadion

Stefan Pappert aus Fulda ist der Küchenchef im Wembley-Stadion und das schon seit 2017. Er ist damit zuständig für das Catering der Spieler, der Mannschaften, die während der EM in Wembley spielen und auch für alle VIPs. Uns hat er im Vorfeld erzählt, welche Gerichte er für welche Mannschaften plant. 

Wembley-Küchenchef Stefan Pappert über die kulinarischen Vorlieben der Teams

Stefan Pappert weiß, was in London während der EM zu erwarten ist

Stefan Pappert freut sich auf das DFB-Team

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