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Hochwasser: Anwohnerin aus Ahrweiler im FFH-Talk

Anwohnerin aus Ahrweiler - "50 m weiter ist Katastrophengebiet"

© dpa

Kein Strom, kein Wasser, kein Zugang zu Informationen, was der Stand der Dinge ist und viele haben ihr Hab und Gut verloren: Die Menschen im rheinland-pfälzischen Ahrweiler sind von der Hochwasserkatastrophe schwer getroffen. In FFH Guten Morgen, Hessen haben Julia Nestle und Johannes Scherer mit einer ehemaligen FFH-Kollegin gesprochen, die mittlerweile mit Mann und Kindern in Ahrweiler lebt.

„Uns geht es gut, aber 50 Meter weiter ist Katastrophengebiet“, sagt Anne Theiss mit zittriger Stimme im Gespräch mit Julia und Johannes. Sie ist eine ehemalige FFH-Kollegin und berichtet, wie die Zustände vor Ort sind.

Handynetz ausgefallen

Sie stehe noch unter Schock, sagt sie. Wenn sie aus dem Fenster schaue, sehe sie ein unfassbares Bild der Verwüstung. "Wir haben keinen Strom und kein Wasser und auch keinen Zugang zu Infos. Hier geht das Gerücht rum, dass 1300 Menschen vermisst werden. Stimmt das?", fragt sie die FFH-Moderatoren.

Die Zahl sei korrekt, allerdings sei das Handynetz aktuell auch ausgefallen, erklärt Johannes. Und so hoffe man, dass sich alles aufklärt, sobald das Netz wieder funktioniert.

"Alle Brücken sind weg!"

Überhaupt sei Ahrweiler gerade zweigeteilt, "alle Brücken sind weg", sagt Anne Theiss. Und so könne man Freunde nicht erreichen und auch der Supermarkt ist auf der anderen Seite der Ahr.

Das eigentlich schmale Flüsschen Ahr sei wegen der starken Regenfälle zuerst innerhalb weniger Stunden stark angeschwollen und was dann kam, an das Geräusch wird sich Anne Theis wohl noch ewig erinnern: "Auf einmal gab’s ein riesiges Rauschen und das Wasser war da. Es ging rasend schnell."

Hilfe aus der Nachbarschaft

Wassermassen, die Autos wegspülten, Straßen überfluten, in Häuser eindrangen und ein Bild der Verwüstung hinterließen. Besonders dramatisch: In dem Ort leben auch viele ältere Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Auch ohne eine Hochwasserkatastrophe.

So zum Beispiel eine 80-jährige Dame in der Nachbarschaft von Anne Theis, die an Demenz leidet. Zusammen mit ihren drei Kids habe Anne das Haus der Nachbarin zehn Stunden lang von Schlammmassen freigeräumt und in der Nachbarschaft organisiere man sich, um für ältere Menschen im Ort Lebensmittel zu besorgen.

Nachbarn warteten auf dem Dach auf Hilfe

Denn auf Hilfe von Außen mussten viele Einwohner lange warten. Das hatte auch mit dem Wetter zu tun, erklärt Anne im FFH-Gespräch: "Freunde von uns, die etwa 70 Meter entfernt wohnen, haben die Nacht auf dem Dach verbracht und auf Hilfe gewartet. Die Rettungshubschrauber konnten wegen des Wetters allerdings nicht fliegen."

Wer helfen möchte, findet hier weitere Informationen.

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Anwohnerin aus Ahrweiler im FFH-Gespräch

So ist es im Hochwasser-Katastrophengebiet

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