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Corona-Lockerungen in Europa

So machen es andere Länder - Corona-Lockerungen in Europa

Nachdem der Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten scheint, diskutiert Deutschland über geplante Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen. Auch für Hessen hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch weitreichende Lockerungen der Corona-Regeln angekündigt. Viele europäische Länder sind schon weiter und haben teils weitgehende Aufhebungen der Einschränkungen beschlossen. So ist die Situation in diesen Ländern.

Schnell öffnen oder doch lieber auf Nummer Sicher gehen? In Europa gehen die einzelnen Länder ganz unterschiedlich mit der Corona-Pandemie um. Das liegt zum einen an unterschiedlichen politischen Meinungen, aber auch daran, dass sich die Zahl der Erkrankungen in den Ländern aus verschiedenen Gründen (wie Beispielsweise Bevölkerungsstruktur, Impfbereitschaft oder in der Vergangenheit getroffene Maßnahmen) unterschiedlich entwickelt. In den letzten Wochen haben sich viele Länder zum Öffnen entschieden und ihre Erfahrungen können ein Vorbild für das sein, was uns erwarten könnte.

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Dänemark

© dpa

Vor gut zwei Wochen haben die Dänen ihren sogenannten "Freedom Day" gefeiert. Das heißt: Keine Maskenpflicht mehr, keine 2G oder 3G Nachweise, volle Diskotheken und ausverkaufte Stadien. Die ersten Effekte der Lockerungen lassen sich jetzt sehen: So langsam setzt der "Freedom-Day-Effekt" ein und die Fallzahlen steigen stark an. Die landesweite Inzidenz liegt deutlich über 5.000, auch die Hospitalisierungsrate ist auf Rekordniveau. Aber bisher kann das Gesundheitswesen die Entwicklung noch gut verkraften. Die Verläufe sind meist nicht kritisch und die Intensivbetten kaum belegt. Das war letzten Winter in Dänemark noch anders. Ein Grund dafür könnte auch die recht hohe Impfquote von über 80 Prozent sein.

Leere Intensivbetten, aber Mitarbeiter fehlen

Die Dänen gehen mit der Situation relativ entspannt um. Viele feiern ihre neue Freiheit und drängen sich in die vollen Clubs und Restaurants. Andere gehen das Ganze noch etwas zurückhaltend an und halten sich noch an Regeln, die es gar nicht mehr gibt.

Fakt ist: Durch die vielen Infektionen leidet die Infrastruktur. Weil sich das Virus trotz der hohen Booster-Impfquote in Pflegeheimen, aber auch in Kindergärten und Schulen ausbreitet, fehlen Mitarbeiter an vielen Stellen. Viele Einrichtungen müssen dadurch krankheitsbedingt geschlossen bleiben. 

Großbritannien

Ende Januar haben die Briten bereits zum zweiten Mal ihren "Freedom Day" ausgerufen - also alle Coronaregeln aufgehoben. Corona spielt dort quasi keine Rolle mehr. Außer im Nahverkehr gibt es keine Maskenpflicht. Die Pubs sind voll und es gibt keine Kontrolle von Impfnachweisen. Im Gegensatz zu Dänemark gehen die Zahlen auch seit Aufhebung der Maßnahmen zurück.

Bei einer aktuellen Inzidenz von nur gut 700 ist England uns Deutschen um Einiges voraus und das trotz ähnlicher Impfquote. Allerdings hatte in Großbritannien die Omikron-Welle auch schon um den Jahreswechsel ihren Höhepunkt erreicht. 

Österreich

© dpa

Die Österreicher lockern zurzeit stufenweise. Seit dem Wochenende ist die 2G Regel im Handel und den Museen aufgehoben. Auch die Besuchsobergrenze bei Veranstaltungen wurde gekippt. Deshalb konnten beim Champions League-Spiel Salzburg gegen Bayern auch 30.000 Zuschauer dabei sein.

Tourismus-Verbände fordern mehr Lockerungen

Ab dem Wochenende wird in Österreich auch auf 3G in der Gastronomie und für den Tourismus umgestellt werden. Da haben dann auch wieder getestete Ungeimpfte zutritt. Das alles bei einer Inzidenz von knapp 2400 - also deutlich höher als bei uns in Deutschland. Den österreichischen Tourismus-Verbänden gehen die Lockerungen zu langsam. Sie drängen darauf möglichst viele Einschränkungen abzuschaffen, damit für den Rest der Wintersaison noch möglichst viele Gäste in das stark vom Tourismus geprägte Land kommen.

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Italien

Italien, dass zu Beginn der Corona-Krise besonders schwer betroffen war, lockert derzeit schrittweise. Die Italiener sind trotzdem weiter vorsichtig. Aktuell gilt im Freien keine Maskenpflicht mehr, viele tragen aber trotzdem weiterhin eine. Dabei sehen die Corona-Zahlen im Land vielversprechend aus. Die Kurve fällt seit rund drei Wochen steil ab. Aktuell hat Italien noch eine Inzidenz von rund 720.

Niederlande

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Die Niederlande sind derzeit voll auf Öffnungskurs. Zum Freitag wird bereits ein Großteil der Corona-Einschränkungen gestrichen. Eine Woche später sollen dann auch die restlichen Regeln fallen. Die Inzidenz hatte sich in den letzten fünf Tagen fast halbiert - von über 5000 auf nun noch etwa 2500.

Frankreich

Frankreich setzt auf Lockerungen nur für Geimpfte. Im Land ist alles offen, es gibt keine Besucherobergrenzen oder Sperrstunde mehr. Allerdings gilt 2G außer beim Einkaufen für den täglichen Bedarf fast überall - in Kinos, Fitnessstudios oder Beispielsweise Fernzügen dürfen nur Personen, die vollständig geimpft sind. Das schließt auch eine Booster-Impfung nach maximal vier Monaten mit ein. Seit Ende Januar fallen die Zahlen in Frankreich, die aktuelle Inzidenz liegt allerdings immer noch bei 1300 - zum Höchststand lag sie bei über 3000.

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