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Kürbis-Zeit: Julia verrät ihre besten Rezepte

Zum Nachkochen und -backen - Julias leckere Kürbis-Rezepte

Er ist nicht nur sehr lecker, er ist obendrein auch verdammt gesund: Der Kürbis feiert zurecht ein wahres Comeback in deutschen Küchen. Auch Julia hat ihr Koch-Herz an die Frucht verloren und beherrscht von Suppe bis hin zu Muffins die komplette Kürbis-Klaviatur.

Rezepte vom Kürbis-Instructor

Bei Julia kommt so oft es geht Kürbis auf den Teller. Daher hat die Hobbyköchin bei uns schon den Namen "Kürbis Instructor" weg... Und der Instructor wird euch hier nun seine coolsten Rezepte verraten. Frohes Kochen und guten Appetit!

Kürbisbrot

Zum Abschluss der Kürbis-Woche hat unser Kürbis-Instructor Julia Nestle noch ein Rezept für ein leckeres Kürbisbrot parat. Sie sagt: "Das Coole ist: man kann einfach einen Brotteig seiner Wahl nehmen, wenn man schon ein Lieblings-Brot-Rezept hat, und in den Teig Kürbiskerne und kleine Hokkaidostücke machen und den Teig dann als Kürbis formen." Wie genau das geht, lest ihr hier. Und für alle, die kein Lieblings-Brot-Rezept haben - hier kommt eins! 

Zutaten

250 g Roggenmehl
350 g Weizenmehl
2 EL Salz
0,5 Würfel frische Hefe
300 ml Wasser
Nach Wahl: eine Handvoll Kürbiskerne und Hokkaido in sehr kleinen Stücken
Küchengarn (5 Stück, circa 50 Zentimeter lang, um den Brotlaib damit zu binden und in die Kürbisform zu bringen)

  • Hefe in lauwarmem Wasser auflösen
  • Mehl und Salz dazu und alles zu einem homogenen Teig verkneten (per Hand, Küchenmaschine oder Knethaken)
  • Jetzt könnten wir den Teig natürlich so lassen - schmeckt auch sehr lecker - aber wir wollen mehr Herbstgefühl! Also: eine Handvoll Kürbiskerne und sehr klein geschnittene, rohe Kürbisstückchen in den Teig kneten
  • Den Teig zu einer Kugel formen und an einem warmen Ort abgedeckt für circa 40-45 Minuten gehen lassen

Jetzt kommt das etwas Anspruchsvolle:

  • Wir brauchen das zugeschnittene Küchengarn und binden es sternförmig um das Brot, damit die "Kürbisoptik" (wie bei einem Cinderella-Kürbis) entsteht. Dann mit dem Finger ein Loch in die Mitte drücken, wo ein kleiner Stock rein kann für den "Kürbisstrunk"
  • Ab in den Ofen bei 220 Grad für 35-40 Minuten! Eventuell mit Alufolie abdecken, falls die Kruste zu dunkel wird
  • Abkühlen lassen und dann: Schmegge lasse! 

Wichtiger Tipp von Julia: Nicht einfach (so wie sie) ein Paketband zum Schnüren nehmen - das schmort euch später im Ofen nämlich schön weg. Achtet darauf, dass ihr ein ofenfestes Garn bzw. Küchengarn benutzt. Das ist Garn, mit dem zum Beispiel auch Rouladen gewickelt werden. 

Gefüllter Kürbis

Kürbis-Instructor Julia Nestle sagt: "Um es vorweg zu sagen: Es stopft so krass, dass ich die nächsten fünf Tage nichts mehr essen muss!" Und eine weitere Erkenntnis gibt's noch: Hackfleisch ist gebacken nicht sehr fotogen. Schmeckt aber! 

Zutaten

1 großer Hokkaido-Kürbis (halbiert und die Kerne entfernt)
250 g Hackfleisch
1 Zwiebel
1 Stange Lauch
50 g getrocknete Tomaten in Öl
50 g Parmesan
80 g geriebener Gouda
100 g Creme Fraiche
60 g Milch
1 TL Senf
1 TL Sambal Olek
40 g Tomatenmark
Halbes Bund Petersilie
Salz, Pfeffer

  • Die Petersilie waschen und kleinhacken, den Parmesan reiben, Zwiebeln und die getrockneten Tomaten kleinschneiden
  • Die Zwiebeln in etwas Butter oder Öl in der Pfanne glasig werden lassen, dann das Hackfleisch dazugeben, als nächstes den in Ringe geschnittenen Lauch und die getrockneten Tomaten in die Pfanne geben
  • Kurz anbraten und dann die Mischung aus Senf, Sambal Olek und Tomatenmark dazugeben und verrühren
  • Creme Fraiche mit Parmesan, Milch und Petersilie mischen, Salz und Pfeffer dazu
  • Die Hack- und Käsemischung abwechselnd in die ausgehöhlten Kürbishälften schichten, die Hälften auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech (oder in eine Auflaufform) legen und für 30 Minuten bei 200 Grad auf der unteren Schiene im Ofen backen
  • Danach den gefüllten Kürbis rausholen, mit Gouda bestreuen und für weitere 30 - 40 Minuten in den Ofen, bis der Kürbis weich ist

Gebackener Butternutkürbis

Unser Kürbis-Instructor Julia Nestle sagt zum nächsten Rezept: "Es ist der Hammer und sooo schnell gemacht! Butternutkürbis, dieser blasse, Erdnussförmige Kürbis, vor dem ich bisher immer zurückgeschreckt bin, weil man ihn im Gegensatz zum Hokkaidokürbis schälen muss bzw. die Schale super fest ist und man den Kürbis sehr lange kochen muss, um ihn z.B. für eine Suppe pürieren zu können. Deshalb kommt mein Rezept ohne Schälen aus."

Zutaten

1 Butternutkürbis
3-4 Knoblauchzehen
Rosmarin, (Meer)Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und wer mag: Chiliflocken
4 EL Sonnenblumenöl

  • Kürbis halbieren und ihn dort aushöhlen, wo die Kerne sind. Die Kerne werft ihr weg, oder trocknet sie später im Backofen als Snack
  • Die Kürbishälften kreuzförmig einritzen und mit der Schnittfläche nach oben in eine Auflaufform legen
  • Dann eine Mischung machen aus 1-2 Knoblauchzehen (fein gehackt), 1-2 TL Rosmarin, Meersalz, Pfeffer, Cayennepfeffer und Öl
  • Mit der Mischung wird der Kürbis jetzt auf der Schnittfläche eingepinselt. Den restlichen Knoblauch in Scheiben schneiden und in das Ausgehöhlte vom Kürbis legen
  • Den Butternutkürbis bei 200 Grad in den Ofen schieben und ca. alle 15 Minuten den Kürbis mit dem Öl, das sich im ausgehöhlten Loch gesammelt hat, bestreichen
  • Nach etwa einer Stunde ist er fertig und sooooo lecker!

Als Beilage passt ein frischer, knackiger Salat. Julia Nestles Freund hätte noch gerne ein Steak dazu gehabt. Kann ja jeder selbst entscheiden. 

Kürbissuppe ohne Sahne

"Eine Kürbissuppe, die ohne Sahne auskommt und trotzdem mega lecker ist: Ist das nicht geil?! Perfekt für alle Figurbewussten und Laktose-Intoleranten", findet unser Kürbis-Instructor Julia Nestle. 

Zutaten

1 kg Hokkaido-Kürbis (den muss man nicht schälen)
3 - 4 mittelgroße Kartoffel
2 kleine Zwiebeln
1 Liter Gemüsebrühe
2 EL Butter oder Öl
2 EL Mehl
Salz, Pfeffer, Muskat
Topping nach Wahl: Kürbiskerne, Kürbiskern-Öl, Petersilie, Granatapfelkerne, kleine Garnelen, geröstete Brotstückchen...

  • Zwiebeln würfeln und in Butter oder Öl anschwitzen
  • Kürbis und Kartoffeln in Stücke schneiden und kurz mit anbraten
  • Das Mehl darüber streuen und mit der Brühe ablöschen
  • Kurz aufkochen und dann 20 Minuten zugedeckt bei kleiner Hitze köcheln lassen, danach nur noch pürieren, würzen und mit den Toppings garnieren. Fertig!

Saftiger Kürbis-Rührkuchen

© privat

Dieser Rührkuchen mit geraspeltem Hokkaido-Kürbis hat nicht nur eine tolle Farbe, er schmeckt auch lecker herbstlich! Allerdings sagt Julia: "Kürbisraspeln ist richtig uncool - spätestens beim Orangenschale abraspeln streiken dann die Oberarmmuskeln! Und leider sieht die Küche durch das ganze Raspeln danach auch nicht aus wie geleckt. Die Zeit zum Putzen solltet ihr also mit einplanen."

Zutaten

400 g geraspelter Hokkaido-Kürbis (mit Schale)
220 g Zucker 
1 Päckchen Vanillezucker
1 TL Natron
1 Päckchen Backpulver
300 g Mehl (Weizenmehl Type 405)
4 TL Zimt
2 Msp. Nelkenpulver
2 Msp. Muskatpulver
100 g gehackte Nüsse (Haselnüsse oder Walnüsse
100 g gemahlene Mandeln
1 Bio-Orange (die Schale abraspeln und den Saft auspressen)
200 ml Raps- oder Sonnenblumenöl
4 Eier (Gr. M)

  • Fettet eine Springform (26 cm Durchmesser) mit Butter oder Margarine und streut sie danach mit Mehl aus
  • Den Ofen heizt ihr auf 140 Grad Umluft vor 
  • Raspelt den gewaschenen Kürbis mit der Schale. Wer einen elektrischen Raspler hat, ist hier klar im Vorteil. Alle anderen trainieren ihre Oberarmmuskulatur
  • Vermischt alle trockenen Zutaten in einer Schüssel und gebt die Hälfte der Kürbis-Raspeln dazu
  • Als nächstes kommen Orangenschale und der Saft der Orange in eine zweite Schüssel, in die ihr dann die nassen Zutaten gebt und vermischt, bevor ihr alles in die Schüssel mit den trockenen Zutaten schüttet
  • Jetzt mengt ihr noch den restlichen geriebenen Kürbis unter und verteilt den Teig in eurer gefetteten Springform
  • Backt den Kuchen auf der mittleren Schiene ca. 1 Stunde lang
  • Wenn er erkaltet ist, setzt ihr ihn auf eine Tortenplatte und bestäubt ihn mit Puderzucker
  • Wer mag, isst später dazu geschlagene Sahne, die mit etwas Ahornsirup gesüßt wurde

Blätterteig-Quiche mit Kürbis

© privat

Wenn der Kürbis erstmal im Ofen gegart ist, dann ist diese Blätterteig-Quiche ganz schnell gemacht. Und ultra-lecker ist sie auch! 

Zutaten

500 g Kürbisfruchtfleisch
2 EL Honig
2 EL Olivenöl oder neutrales Öl
Salz und Pfeffer

  • Heizt den Backofen auf 200 Grad vor und schneidet den Kürbis (z.B. Hokkaido) in Stücke
  • In einer Schüssel vermischt ihr Honig und Öl und würzt mit Salz und Pfeffer
  • Dann mariniert ihr die Kürbisstücke in der Schüssel und gebt den Inhalt dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech
  • Backt die Kürbisstücke etwa 30 Minuten im Ofen

250 g Blätterteig aus dem Kühlregal
250 g Mascarpone oder Doppelrahm-Frischkäse
100 g Ziegenkäserolle
200 g Chorizo oder 150 g Feta und 80 g Babyspinat (für die vegetarische Variante)
40 g Pinienkerne oder Walnusskerne
Thymian zum Garnieren

  • Ölt eine Tarteform ein und legt den Blätterteig hinein
  • Dann verteilt ihr die Mascarpone auf dem Teig und bröckelt den Ziegenkäse darüber
  • Wer Chorizo benutzt, macht die Pelle der Wurst ab, schneidet sie in dünne Scheiben und verteilt sie zusammen mit dem Kürbis auf der Mascarpone-Käse-Schicht
  • Wer die vegetarische Variante macht, bröckelt den Fetakäse zusammen mit dem gewaschenen Babyspinat und dem Kürbis auf die Mascarpone-Käse-Schicht
  • Zum Schluss würzt ihr nochmal kurz mit Salz und Pfeffer, streut die Pinienkerne drauf und dann wandert die Quiche für 20 Minuten bei 200 Grad auf der mittleren Schiene in den Ofen
  • Vor dem Servieren streut ihr noch getrockneten Thymian über eure Quiche

Würziger Kürbis-Latte

Espresso und Kürbis - dieser Kaffee schmeckt so gut, wie er abstrus klingt: Für diesen speziellen Wachmacher brauchst du einen Esslöffel Zimt, einen Teelöffel Muskat, ein bisschen Ingwer- und Nelkenpulver sowie Ahorn- oder Agavensirup, einen Esslöffel Kürbispüree, Milch und Espresso.

So macht's der Kürbis-Instructor

Die Gewürze miteinander vermischen und dann den Sirup unterrühren. Die klebrige Masse nun mit deinem pürierten Kürbisfleisch vermengen. Nun schäumst du deine Milch in einem Latte-Glas auf, gibst vorsichtig den frischen Espresso hinzu und verrührst einen Esslöffel deiner Sirupmasse im Glas. Fertig. Und sehr lecker!

Gegrillter Knoblauch-Kräuter-Kürbis

Gegrillte Kürbisse: lecker, gesund, abgefahren...

Kürbis macht sich nicht nur als Suppe oder sogar Kaffee gut - wie wir oben gelernt haben. Julia schmeißt die Frucht auch gerne mal auf den Grill. 

So macht's der Kürbis-Instructor

Den Kürbis musst du halbieren und die Kerne rauskratzen. Dann die beiden Hälften in einen knappen Zentimeter breite Streifen schneiden. Die Schale kann man mitessen, wenn sie gegrillt ist, diese kann also dranbleiben, wenn man mag. Mit Olivenöl bestreichen, Salz und Pfeffer drauf und auf den Rost damit. Wenn das Rost schöne Streifen gemacht hat, umdrehen und das Rost ein bisschen höher setzen. Nun Deckel drauf und eine knappe Viertelstunde garen lassen.

Währenddessen kann man das Pesto machen: Knoblauch schälen und in ganz kleine Würfelchen scheiden. Ein bisschen Chilischote (je nach gewünschtem Schärfegrad), frischen Thymian, und frischen Koriander (wer den nicht mag, der kann auch Basilikum nehmen) ganz klein hacken. Das alles mit Olivenöl und Balsamico zusammenrühren, Salz und Pfeffer dran, fertig. Das ganze dann auf die Kürbisschnitze - und Guten Appetit!

Kürbis Muffins

Süß und verdammt lecker: Kürbis Muffins.

Kürbis Muffins - klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach. Und richtig toll schmecken sie auch.

So macht's der Kürbis-Instructor

Zunächst wird natürlich der Kürbis geschält, entkernt und in Würfel oder kleine Schnitze geschnitten. 400 g Kürbisfleisch (reicht für knapp 50 Förmchen) wird dann mit etwas Vanille, einem Spritzer Zitronensaft, 20 g Zucker, einer Prise Zimt und circa 100ml Wasser für fünf Minuten bissfest aufgekocht. Die Masse muss man danach ein bis zwei Stunden ziehen lassen.

Nun müssen 350 g Mehl, 2 Teelöffel Backpulver und Mandeln (Menge nach Geschmack) gemischt werden: hinzu kommen 100 g Zucker, eine Prise Salz und drei Eier. Die Masse cremig schlagen und einen Esslöffel Butter einrühren. Nun gibt man die Kürbismasse hinein. Der fertige Teig kommt dann in die typischen Muffin-Formen und wird bei 180 Grad für 20 Minuten im Ofen goldbraun gebacken. Einfach nur lecker!

Schnelle Kürbissuppe

Ein Klassiker, den wirklich jeder hinbekommt: Frische Kürbissuppe, die im Herbst so schön von innen wärmt...

So macht's der Kürbis-Instructor

Julia nimmt am liebsten Hokkaido-Kürbisse für ihre Kürbissuppe, weil die nicht erst geschält werden müssen: Die Schale wird einfach mitgekocht. Butternut-Kürbisse eignen sich aber auch - müssen halt erst geschält werden... Das Rezept ist denkbar einfach: Schneidet den Kürbis in Stücke, entfernt die Kerne, hackt eine Zwiebel und lasst sie im Topf mit etwas Butter oder Öl glasig anbraten. Dann kommen die Kürbisstücke dazu und das Ganze gießt ihr mit Brühe auf. Lasst die Suppe 20-25 Minuten köcheln, nehmt den Topf anschließend vom Herd und püriert eure Suppe. Dann geht's ans Verfeinern. Salz und Pfeffer sind Standard, wer mag macht noch Chili oder Ingwer dazu für einen scharfen Abgang. 

Besonders cremig wird eure Kürbissuppe, wenn ihr einen Schuss Creme fraiche oder Kokosmilch dazu gebt. Als Topping eignen sich geröstete Pinienkerne, Granatapfelkerne, etwas Kürbiskernöl oder Kresse. 

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