Nachrichten > Rhein-Main, Guten Morgen, Hessen! >

Verwirrung um automatische Schranke im Parkhaus

Einfacher und doch verwirrend - Die automatische Schranke im Parkhaus

Eigentlich soll mit dem vollautomatischen System im Parkhaus alles schneller gehen. Doch wenn sich die Schranke an der Ausfahrt öffnet, ohne dass man sein Ticket einstecken muss, kann das auch erst mal für Verwirrung sorgen.

Dieser Ablauf ist in Parkhäusern seit Jahren gleich: Man zieht sein Ticket am Eingang, bezahlt am Automaten und gibt das entwertete Ticket bei der Ausfahrt ab, damit sich die Schranke öffnet. Doch in Zukunft wird der letzte Schritt wohl in immer mehr Parkhäusern wegfallen. In Hanau wird das System schon seit über einem Jahr erfolgreich getestet.

Schranke im Parkhaus geht automatisch auf

So funktioniert das System: Bei der Einfahrt erfasst eine Kamera das Kennzeichen und speichert dies zusammen mit der Nummer des gezogenen Tickets ab. Wird dieses Ticket dann später am Automaten bezahlt, dann weiß das System, welches Kennzeichen dazu gehört und öffnet bei der Ausfahrt die Schranke automatisch. Das lästige Arm aus dem Fenster strecken, um das Ticket in den Schlitz an der Schranke zu stecken entfällt.

Der größte Vorteil: Die Ausfahrt soll damit deutlich schneller gehen, es bildet sich weniger Stau. Von 60 Prozent Beschleunigung sprechen die Hanauer Betreiber. Vor allem Autofahrer die sich verschätzen und nicht dicht genug an den Schranken-Automat heran fahren und dann möglicherweise noch aussteigen müssen, um den Schlitz zu erreichen, verzögern die Ausfahrt deutlich.

So funktioniert das automatische System

Kennzeichen gescannt und schon öffnet sich die Schranke. 

Verwirrung bei der Ausfahrt 

Für Fahrer, die das neue System nicht kennen, ist es verständlicherweise erst einmal verwirrend. Geht die Schranke jetzt wirklich für mich auf oder geht sie gleich wieder runter? Bei einer FFH-Stichprobe kannte rund die Hälfte der Fahrer die Technik, der Rest hat angehalten und die Fensterscheibe runtergelassen, um das Ticket einzustecken. Die meisten haben dann realisiert, dass die Schranke bereits offen ist und sind weiter gefahren - einige wenige waren total verwirrt und haben versucht das Ticket mit aller Macht einzuschieben.

Andere Städte denken über die Technik nach

Die Erfahrungen aus Hanau haben sich natürlich auch in anderen hessischen Städten herum gesprochen. Die Frankfurter Parkhaus-Betriebsgesellschaft ist begeistert von dem System und will vielleicht schon in diesem Jahr damit anfangen, die Technik umzurüsten. In Gießen ist man schon weiter: Hier soll das System im Parkhaus "Bahnhof Lahnstraße" in den nächsten Tagen eingeweiht werden. In Fulda wird darüber gesprochen, es gibt aber noch keine konkreten Pläne. Das gleiche gilt für die Kasseler Parkhäuser.

Weniger begeistert ist man in Wiesbaden. Bei der städtischen WVV Holding, die zwei Parkhäuser betreibt, hat man sich gegen die Kennzeichen-Erkennung entschieden. Man habe Bedenken bezüglich Datenschutz und Zuverlässigkeit, sagt man uns. Datenschutz-Probleme sieht man in Hanau nicht: Die gespeicherten Kennzeichen würden direkt nach der Ausfahrt wieder gelöscht, versichert der Betreiber.

Übrigens: In welchen Parkhäusern aktuell noch Plätze frei sind, erfahrt ihr immer aktuell mit unserer Parkhaus-Info!

Marc Adler

Reporter:
Marc Adler

nach oben