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"Wenn du nicht, dann...": Bringen Androhungen was?

"Wenn du nicht, dann..." - Bringen Androhungen in der Erziehung was?

Ob gewollt oder aus dem Affekt heraus: Androhungen sind Bestandteil der Kindererziehung. Aber sind sie wirklich sinnvoll? Julia Nestle und Daniel Fischer sprechen in FFH Guten Morgen, Hessen mit der Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Sonia Del Valle darüber.

Die Situation kennen Eltern: Der Tag war eh schon stressig genug und jetzt tun die Kinder nicht das was sie sollen. Die Zimmer sind nicht aufgeräumt oder andere kleine Aufgaben im Haushalt wurden nicht erledigt. Soll man denn hier alles allein machen?! Und schon ist im Eifer des Gefechts eine Drohung ausgesprochen worden: "Wenn du nicht sofort dein Zimmer aufräumst, dann...!"

Ja, was dann? Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Sonia Del Valle findet, dass "Wenn nicht, dann..."-Sätze in der Erziehung wichtig sind. Allerdings: "Wenn man den Satz sagt, sollte man die angedrohte Konsequenz auch wirklich durchziehen. Deshalb sollten sich Eltern vorher gut überlegen, was genau sie androhen."

Unrealistische Konsequenz angedroht - was jetzt?

Denn wer seinen Kindern völlig unrealistische Konsequenzen androht wie zum Beispiel ein halbes Jahr lang Fernsehverbot oder drei Monate Hausarrest, erzielt bei den Kids keinen Lerneffekt. Was die dann nämlich "lernen" ist, dass die Dinge, die Mama und Papa da androhen, ja sowieso nicht passieren.

Die Expertin rät deshalb in FFH Guten Morgen, Hessen: "Eine unrealistische Konsequenz ist manchmal ausgesprochen, bevor man überhaupt darüber nachgedacht hat. In dem Fall sollte man erstmal herunterfahren und dann das Gespräch mit dem Kind suchen, ihm erklären, dass man wütend war und sich jetzt eine andere, angemessene Konsequenz überlegt."

Wichtig: Kinder loben

Sonia Del Valle meint außerdem, dass eine Androhung immer die letzte Instanz sein sollte. Man könne "Wenn du nicht, dann..."-Szenarien vermeiden, wenn man Kinder positiv bestärkt. Haben die Kids von alleine aufgeräumt? "Dann loben Sie Ihr Kind dafür. So merkt es, dass seine Tat gesehen und anerkannt wird", sagt die Psychotherapeutin.

Wie macht ihr es? Verratet es uns gerne direkt hier in den Kommentaren oder am FFH-Hörertelefon unter der 069 - 19 72 5!

"Wenn du nicht, dann...": Gibt's das bei dir?

Erziehung von Kindern ist kein einfaches Unterfangen. Wenn die Kinder nicht machen, was sie tun sollen: Drohst du Konsequenzen an?

Ich erkläre es meinen Kindern so lange, bis sie machen was sie sollen

Ich erkläre es meinen Kindern so lange, bis sie machen was sie sollen

15 %

Ich drohe direkt Konsequenzen an

Ich drohe direkt Konsequenzen an

13 %

Geduld schön und gut, aber manchmal hilft erklären auch nix mehr - dann gibt's Drohungen

Geduld schön und gut, aber manchmal hilft erklären auch nix mehr - dann gibt's Drohungen

72 %

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