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Das Tempo-130-Experiment

30% schneller, 50% teurer - Soviel Zeit spart man ohne Tempolimit

Ein allgemeines Tempolimit wird auf deutschen Autobahnen vorerst nicht kommen - bei der Abstimmung im Bundestag haben sich wie erwartet die Gegner durchgesetzt. Doch wir wollen wissen: Was hätte sich wirklich geändert? Wieviel Zeit spart man Dank unbegrenzter Geschwindigkeit wirklich? Wir machen den Test!

Zwei FFH-Reporter, zwei identische Autos, zweimal dieselbe Strecke. Wir haben Daniel Granitzny und Marius Franke auf die Strecke vom FFH-Funkhaus in Bad Vilbel bis nach Kassel geschickt. Einer der beiden hat sich streng an die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h gehalten. Der andere fuhr da, wo es der Verkehr und das Gesetz zuließen, auch mal schneller. Wir wollten wissen: Wieviel kürzer dauert die Fahrt auf der circa 200 Kilometer langen Strecke wirklich? 

Fast eine halbe Stunde langsamer

Um viertel vor acht haben Julia Nestle und Daniel Fischer aus FFH Guten Morgen, Hessen! Unsere beiden Fahrer auf die Reise geschickt, um kurz vor 10 kommt unser „Schnellfahrer“ Marius Franke in Kassel an und stellt fest: Zeitlich hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Denn Daniel Granitzny, der sich genau an Tempo 130 gehalten hat, biegt erst 27 Minuten später um die Ecke.

Gleichzeitig ab, unterschiedlich an: Das Tempo-130-Experiment

Zusammen losgefahren, aber doch sehr unterschiedlich angekommen. Marius hat auf der Strecke von gut 200 Kilometern über 25 Minuten gegenüber Daniel gutgemacht - aber auch deutlich mehr Sprit verfahren. Das Video...

Langsam fahren? Das stresst – zumindest bei uns

Und auch beim Stresslevel scheint es Marius besser ergangen zu sein: „Die Autobahn war schön frei, ich bin gut durchgekommen“, sagt er und schätzt seinen Stress lediglich auf 3 von 10. Ganz anders Daniel, der sich selber ein Stresslevel von 6 bescheinigt: „Ich musste immer gucken, dass ich die 130 nicht überschreite – das hat schon ein bisschen genervt.“ Auch Überholvorgänge sind als langsamerer Verkehrsteilnehmer natürlich schwieriger. Allerdings muss man hier auch sagen, dass die Situation natürlich eine andere wäre, wenn alle 130 fahren würde.

50 Prozent mehr: Klares Ergebnis an der Zapfsäule

Etwas entspannen dürfte Daniel dagegen der Blick auf die Tankanzeige und den Geldbeutel. Während Marius fast die Hälfte des Tanks leer gefahren hat, steht Daniels Nadel eher bei dreiviertel. Und auch an der Tankstelle zeigt sich der Unterschied: 17 Euro muss Daniel für das Voll-Tanken bezahlen, Schnellfahrer Marius zahlt fast 50 Prozent mehr und kommt auf 25 Euro.

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Marc Adler

Reporter
Marc Adler

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