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Hessens Städte werben um Erzieher

Wer passt auf die Kinder auf? - Hessens Städte werben um Erzieher

© FFH

Altenstadt in der Wetterau sucht mit großen Transparenten nach Erziehern für die Kitas der Gemeinde.

In Hessen werden derzeit viele Kitas vergrößert oder auch neugebaut, um den Betreuungsbedarf gerade für die 1-3-jährigen zu decken. Doch weil das lange dauert, müssen Eltern oft monatelang auf einen Patz für ihre Kleinen warten. Doch nicht nur Räume fehlen. Die Gemeinden suchen auch händeringend nach Erzieherinnen. Dabei übertrumpfen sich die Kommunen mit Angeboten, um freiwerdende Stellen zu besetzen oder Auszubildende zu gewinnen. Nach einer Bertelsmann-Studie aus dem Jahr 2019 bräuchte Hessen 8 000 Erzieher mehr für eine wirklich gute Kita-Versorgung. 

Beispiel Bad Vilbel

So wirbt Bad Vilbel um neue Auszubildende mit 600-Euro-Stipendien (monatlich). Außerdem hat die Stadt eine Erzieherinnen-Wohngemeinschaft, in der Auszubildende bei Bedarf gleich einziehen können. Und es gibt ein kostenloses Jobticket.

Beispiel Altenstadt in der Wetterau

In Altenstadt in der Wetterau ist es unübersehbar. Am Ortseingang wie quer über die Straße hängen große Transparente. Drauf steht: "Erzieher gesucht". Altenstadts Bürgermeister Norbert Syguda ist mit der Aktion zufrieden. Sie kostet die Gemeinde nicht viel und zeigt vollen Erfolg. Bewerbungen in zweistelliger Zahl trudelten daraufhin bislang ein. Da die Stadt gerade einen Kita-Ausbau vornimmt, freut sich die Gemeinde darüber besonders.

Altenstadts Bürgermeister Norbert Syguda

"Nichts war so erfolgreich wie dieses einfache Transparent"

Beispiel Gießen

Die Stadt Gießen geht ganz neue Wege. Sie hat feste Arbeitsstellen für Zusatzkräfte in Kitas geschaffen. Die Zusatzkräfte arbeiten in den U-3-Gruppen mit und entlasten die Erzieherinnen, ohne alleinverantwortlich pädagogisch tätig zu sein. So steigt die Arbeitszufriedenheit und die Kleinen bekommen mehr individuelle Aufmerksamkeit.

Kitaleiterin Steudemann in Lützellinden

"Die Zusatzkräfte entlasten die Erzieherinnen sehr"

Kita-Zusatzkraft Corinna Bellof-Adigüzel Lützellinden

"Der nächste Schritt ist selber Erzieherin werden"

Anne Schmidt

Reporterin
Anne Schmidt

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