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Wolfgang Kothe: Wieder fit dank Spenderherz

Dank Spenderherz wieder fit - Wolfgang Kothe: "Genieße jeden Tag"

© FFH

Wolfgang Kothe hat vor sechs Jahren ein Spenderorgan erhalten. Er lebt jetzt mit einem neuen Herzen. 

Der Bundestag hat über eine Neuregelung zum Thema Organspende entschieden und gegen die Widerspruch-Lösung gestimmt. Stattdessen sollen Ärzte und Behörden regelmäßig für die Organspende werben. In FFH Guten Morgen, Hessen spricht Wolfgang Kothe aus Mittelhessen über das Thema Organspende. Er selbst lebt seit sechs Jahren mit einem Spenderherz.

Die Liste mit Menschen, die auf ein Spenderorgan warten, ist lang in Deutschland. Auch Wolfgang Kothe aus Hohenahr musste etwa vier Jahre warten, bevor endlich der erlösende Anruf kam, dass ein Spenderherz für ihn gefunden ist.

Nicht viel Zeit für die Einpflanzung

Und dann ging alles ganz schnell, erzählt er in FFH Guten Morgen, Hessen: "Vor der Transplantation ging es mir gesundheitlich schon ziemlich schlecht. Ich war viele Jahre herzkrank und lag zwei Monate vor der OP im Krankenhaus. Zwei oder drei Stunden nach dem Anruf lag ich schon auf dem OP-Tisch."

Zeit spielt für gelistete Menschen eine zentrale Rolle. Denn die Spenderorgane müssen schnellstmöglich eingepflanzt werden. Im Falle eines Herzens beträgt das Zeitfenster gerade mal 4,5 Stunden.

"Heute geht es mir wunderbar. Ich führe ein normales Leben und genieße jeden Tag, der mir geschenkt wurde", sagt Wolfgang. Dazu gehört zum Beispiel auch das regelmäßige Wandern. Vor zwei Jahren überquerte er die Alpen und auch in diesem Jahr steht wieder eine größere Wander-Tour an.

Einschränkungen nach der Transplantation?

Klar, Wolfgang muss jetzt für den Rest seines Lebens Medikamente nehmen, die verhindern, dass sein Körper das gespendete Herz abstößt. Auf rohes Fleisch oder Fisch muss der 60-Jährige genauso verzichten wie auf Lebensmittel, die mit Salmonellen verseucht sein könnten. Obst und Gemüse muss geschält sein und Speisen komplett gar. Aber diese kleinen Einschränkungen nimmt der Familienvater gerne in Kauf, schließlich hat ihm das Spenderherz ein neues Leben geschenkt.

Seinen zweiten Geburtstag im Februar feiert er mit Frau und Kindern jedes Jahr. "Dabei gedenken wir auch immer dem Spender und seinen Angehörigen", erzählt Wolfgang. Wer der Spender war, wird er nie erfahren. Das ist in Deutschland gesetzlich so geregelt.

Wolfgang Kothe: So war es vor und nach der Herztransplantation

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Wolfgang Kothe: Für Widerspruchslösung

© dpa

Bundestag stimmt gegen Widerspruch-Lösung 

Die Widerspruch-Lösung hätte bedeutet, dass erstmal jeder Organspender ist, insofern er bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Möchte man kein Organspender sein, muss man schriftlich widersprechen. Jeder ab 16 Jahren kann Organspender werden; ab 14 Jahren kann man der Organspende widersprechen. Ohne Widerspruch kommt's im Falle des Falles aber trotzdem nicht direkt zur Transplantation. Dann werden nämlich zuerst Angehörige gefragt, ob im Testament oder anderswo schriftlich festgehalten wurde, dass derjenige nicht spenden wollte oder eine mögliche Organspende aus religiösen oder Weltanschauungsgründen ausgeschlossen ist.

Von der Organspende ausgeschlossen sind Menschen, die das Wesen, die Bedeutung und die Tragweite einer Organspende nicht erkennen. Der geplante Start für die Widerspruch-Lösung ist im Oktober 2022.

Im Vorfeld müssten die Krankenkassen ihre Mitglieder drei Mal in einem Zeitraum von sechs Monaten darauf hinweisen, dass sie schriftlich Widerspruch einlegen müssen, wenn sie kein Organspender sein wollen.

Abgeordnete entscheiden sich für die Zustimmungslösung

Die andere Option ist die Zustimmungslösung. Hier ist jeder erstmal kein Organspender. Allerdings soll der Hausarzt alle zwei Jahre darüber informieren und beraten. Außerdem wird die Bereitschaft zur Organspende auch auf Behörden abgefragt. Beispielweise immer, wenn ihr einen neuen Pass beantragt oder euren Führerschein macht.

Umfrage zum Thema Organspende

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Hast du einen Organspendeausweis?

Tausende Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Einen Organspendeausweis haben allerdings viel zu wenige. Wie sieht's bei dir aus? 

Ich habe einen Ausweis und würde Organe spenden

Ich habe einen Ausweis und würde Organe spenden

57 %

Ich habe einen Organspendeausweis, habe der Spende aber widersprochen

Ich habe einen Organspendeausweis, habe der Spende aber widersprochen

5 %

Ich habe keinen Ausweis, würde aber "ja" ankreuzen

Ich habe keinen Ausweis, würde aber "ja" ankreuzen

18 %

Ich habe keinen Ausweis, würde aber "nein" ankreuzen

Ich habe keinen Ausweis, würde aber "nein" ankreuzen

20 %

Infografik: So viele Patienten warten auf ein Spenderorgan | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista
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