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Julia und Daniel suchen einen Mainfähre-Fährmann

Julia und Daniel suchen - Mainfähre braucht einen Fährmann

© FFH

Die Fähre zwischen Mühlheim und Maintal fährt seit Juli 2019 nicht mehr. Es fehlt ein Fährmann...

Seit 116 Jahren gibt's den Fährbetrieb zwischen Mühlheim und Maintal schon. Jetzt droht der allerdings komplett eingestellt zu werden. Grund ist ein fehlender Fährmann für die MS Dörheim. Kann doch nicht so schwer sein, einen geeigneten zu finden, dachten sich Julia und Daniel aus FFH Guten Morgen, Hessen...

Knapp über 1000 Fährmänner gibt's in Deutschland. Und weil es kein Ausbildungsberuf ist, ist es auch erstmal nicht offensichtlich, wie ein Interessent an seinen Traumberuf kommt. Julia und Daniel aus FFH Guten Morgen, Hessen haben sich mal schlau gemacht und nachgefragt.

So wird man Fährmann

Bewerber haben zwei Möglichkeiten, um Fährmann zu werden. Die erste Option ist es, einen Fährschein zu erlangen. Dafür muss der Bewerber zuerst zum Arbeitsmedizinischen Dienst gehen, sich untersuchen lassen und mit der Bestätigung, dass er körperlich und geistig fit ist, zu einem Wasserstraßen - und Schifffahrtsamt gehen (zum Beispiel in Mainz). Dort lässt er sich ein Schifferdienstbuch mit der Befähigung Fährgehilfe ausstellen. Es folgen 180 Fährtage an der Fährstelle, wo der Bewerber später arbeiten möchte. Erst dann erhält er die Möglichkeit, eine theoretische und praktische Prüfung zu machen. Besteht er beides, wird der Fährführerschein ausgestellt.

Die zweite Option ist das sogenannte Rheinpatent. Wenn der Bewerber das große Rheinpatent besitzt oder ein anerkanntes Befähigungszeugnis in der Binnenschifffahrt hat, kann er damit auf allen Gewässern fahren. Und damit auch als Fährmann arbeiten.

So läuft die praktische Prüfung ab

Oliver Pohl, Vorstand der Bingen-Rüdesheimer Fähr-Schifffahrtgesellschaft e.G. spricht in FFH Guten Morgen, Hessen darüber, was bei einer praktischen Prüfung auf den Bewerber zukommt und was noch alles dazugehört, wenn man einen Fährbetrieb an den Start bringen will...

Oliver Pohl: Das muss man in der praktischen Prüfung zeigen

Oliver Pohl: Ein Fährschein allein reicht nicht

Kein Fährbetrieb seit Juli 2019

Übrigens: Nachdem die Mainfähre im Juli 2019 nach längerer Pause endlich wieder in Betrieb gegangen war, war nach vier Stunden auch schon wieder Schluss mit der schnellen Abkürzung von der einen auf die andere Main-Seite. Grund war ein verheddertes und dann gerissenes Seil. Damit die Fähre keine Liegeschäden bekommt oder für den allgemeinen Schiffverkehr eine Behinderung darstellt, liegt das Schiff seit Oktober 2019 im Frankfurter Osthafen.

Am 19. Februar entscheidet der Kreistag darüber, wie es mit der Fähre weitergeht. Der letzte Übernahmeversuch zum 1. April ist im Januar gescheitert, weil es keinen geeigneten Bewerber gab.

Daniel und Julia haben deshalb mit zwei Fährmännern gesprochen und sie versucht zu überzeugen, doch vielleicht die jetzige Fähre gegen die Mainfähre zwischen Mühlheim und Maintal einzutauschen. Ob sie Erfolg hatten?  Hört selbst!   

Fährmann Marcus Seibert aus Neckersteinach

Weser-Fährmann Peter Schulze aus Norddeutschland

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