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Auto-Attacke: Was sage ich jetzt meinen Kindern?

Auto-Attacke auf Faschingsumzug - Wie erkläre ich das meinen Kindern?

Ein Autofahrer fährt in den Rosenmontagszug in Volkmarsen, verletzt Dutzende Menschen, darunter auch Kinder. Wie gehe ich richtig damit um und was sage ich meinen Kindern, die diese Nachricht vielleicht auch mitbekommen haben? Psychotherapeut Christian Lüdke gibt in FFH Guten Morgen, Hessen Antworten.

Erst die Anschläge von Hanau, wenige Tage später die Auto-Attacke Volkmarsen. Solche Vorfälle beschäftigen uns Menschen natürlich und können unser verhalten tiefgreifend beeinflussen: "Solche schrecklichen Ereignisse führen dazu, dass bei uns das grundlegende Sicherheitsgefühl ganz massiv erschüttert wird", erklärt Psychotherapeut Christian Lüdke. An Orten wo wir sonst Spaß haben und uns ganz frei bewegen, fühlen wir uns auf einmal nicht mehr sicher. Der eine oder andere denkt in solchen Fällen womöglich darüber nach, lieber daheim zu bleiben. Doch das ist genau der falsche Weg, sagt der Experte: "Wir sollten uns durch solche Ereignisse nicht lähmen lassen. Wir sollten genau das machen, was wir geplant hatten, was wir uns für die nächsten Tage vorgenommen hatten."

"Es ist wichtig Ruhe und Abstand zu bekommen"

Natürlich sollte man solche Ereignisse auch nicht vollkommen verdrängen, aber eine Beschäftigung sollte sachlich bleiben, rät der Psychotherapeut. Wir sollten solche Ereignisse genau beobachten, wir sollten gesicherte Informationen sammeln." Irgendwann ist es dann aber auch genug: "Es ist wichtig, dass man etwas Ruhe und Abstand bekommt und sich nicht permanent mit solchen Schreckensereignissen auseinandersetzt", sagt Christian Lüdke.

Psychotherapeut Christian Lüdke im FFH-Interview

Was machen solche Ereignisse mit uns?

Psychotherapeut Christian Lüdke

Wie sollten wir jetzt damit umgehen?

Psychotherapeut Christian Lüdke

Wie erkläre ich das meinen Kindern?

Psychotherapeut Christian Lüdke

© HIT RADIO FFH

Wie erkläre ich solche Taten meinen Kindern?

Neben unseren eigenen Gefühlen stehen Eltern aber noch vor einer weiteren großen Frage: Wie erkläre ich solche Schreckenstaten meinen Kindern, die eventuell auch davon gehört haben? Erste Regel: Die Kinder nicht unnötig zu verunsichern. Darum rät Psychotherapeut Lüdke, das Thema überhaupt nur anzusprechen, wenn das Kind von sich aus danach fragt: "Ich sollte als Erwachsener nicht von mir aus das Thema ansprechen."

Als Eltern keine Emotionen zeigen

Sollte es zum Gespräch kommen, dann ist es wichtig als Eltern möglichst ruhig und sachlich zu bleiben. Wenn Mama oder Papa in so einer Situation Emotionen zeigen, würde dies die Kinder massiv verunsichern, erklärt Lüdke. Und Eltern dürfen in so einem Fall auch einmal mit einer kleinen Notlüge arbeiten, damit die Kinder sich im Alltag weiterhin sicher fühlen. Es ist also vollkommen okay, dem Kind zu sagen, dass solche schrecklichen Ereignisse definitiv nicht in ihrem Kindergarten, ihrer Schule oder ihrer Freizeit passieren können.

Marc Adler

Autor
Marc Adler

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