On AirGuten Morgen, Hessen! >

Wie beeinflusst Corona die Sportvereine in Hessen

Basketball, Handball, Eishockey - Wie beeinflusst Corona hessische Vereine?

Egal ob Veranstalter, Messebauer oder Sportverein: Die finanziellen Aussichten aufgrund der Corona-Krise könnten derzeit wirklich schöner sein. Für Sportarten und -Vereine außerhalb des Profifußballs könnte die so genannte "1000 Besucher-Grenze" nun sogar existenzbedrohend werden. 

Während die erste und zweite Eishockey-Liga die laufende Saison bereits abgesagt haben, bangen mittelständische Vereine wie die HSG Wetzlar oder die Gießen 46ers noch um die sportliche Zukunft im laufenden Jahr.

Wir haben mit den Chefs der Vereine gesprochen. 

Björn Seipp: Geschäftsführer der HSG Wetzlar (Handball)

HSG Wetzlar-Chef Björn Seipp glaubt, dass sich Spiele mit maximal 1000 Besuchern auf Dauer nicht rechnen. Zumindest Sportarten wie Handball, Basketball oder Eishockey können sich diese abgespeckte Form des Spielbetriebes nicht leisten: "Ticketeinnahmen machen einen ganz großen Teil unseres Etats aus. Damit bezahlen wir unsere Spieler."

Zudem hätten Vereine wie die HSG Wetzlar keine Rücklagen, auf welche man zurückgreifen könne. Die Handballer könnten demnach ganz schnell vor dem Aus stehen...

Björn Seipp von der HSG Wetzlar

Björn Seipp (HSG Wetzlar)

Sehr, sehr ernste Situation - kein Handballbundesligist kann das lange durchhalten.

© FFH

Patrick Schuhmacher: FFH-Experte für Eishockey

Die erste und zweite Eishockey-Liga wurden beendet. Die Ligen lassen sich vor allem deshalb schwer weiterführen, weil Mannschaften aus anderen Bundesländern ein Spielverbot haben. Außerdem rechnen sich Spiele unter 1000 Zuschauern nicht, weil Kosten für Halle und Orga viel höher wären als die Einnahmen.

FFH-Nordhessenreporter Patrick Schuhmacher meint: "Prinzipiell hatten die Eishockey-Clubs Glück im Unglück. Deren Hauptsaison ist gerade zu Ende gegangen. Die meisten Vereine rechnen auch nur bis dahin. Die Playoff-Einnahmen sind dann Bonus."

Zum Nachhören: Patrick Schuhmacher im Interview

Patrick Schuhmacher (FFH-Eishockeyexperte)

"Wenn die Eishockey-Playoffs jetzt wegfallen... Das tut finanziell richtig weh!"

© FFH

Zum Nachhören: Patrick Schuhmacher im Interview

Patrick Schuhmacher (FFH-Eishockeyexperte)

© FFH

"Durch Absage der Saison fallen auch die hohen Ausgaben weg!"

Michael Koch: Geschäftsführer der Giessen 46ers (Basketball)

Wir haben mit dem Geschäftsführer der Gießen 46ers gesprochen. Dieser sieht seinen Verein zwar nicht in unmittelbarer finanzieller Gefahr, abhängig von den Zuschauerzahlen sieht er alle Basketball-Vereine dennoch: Sponsoring, Ticketing und Werbung hängen direkt mit den Ticketverkäufen zusammen.

Ein Abbruch der laufenden Saison wäre demnach "ein tiefer Einschnitt und eine denkbar schlechte Startposition für die kommende Saison", so der 46ers-Chef.  

Auch der Fairness halber würde Koch gerne auf Abbruch verzichten: "Weiter spielen wäre fair vom Wettbewerb her. Aber eine Entscheidung muss die Liga treffen". 

Zum Nachhören: Michael Koch im Interview

Michael Koch (Gießen 46ers)

© FFH

"Die Basketball-Vereine sind abhängig von den Zuschauerzahlen."

Wir helfen euch den Überblick zu behalten

Inhalt wird geladen
nach oben