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Welttag der Meteorologie: Wetterrekorde in Hessen

Wo ist das beste Wetter? - Das sind die hessischen Wetterrekorde

FFH-Wetterexperte Dr. Martin "Wetter" Gudd

Unser Experte Dr. Martin "Wetter" Gudd hat faszinierende Wetter-Fakten für Hessen gesammelt. Ihr wollt wissen, wo ihr euch im Sommer im FFH-Land am besten bräunen könnt? Oder wo ihr nachts den Sternenhimmel am schönsten seht? Wir haben die Fakten hier für euch!

Wo gibt es in Hessen die meiste Sonne?

Das ist der westliche Rodgau, rund um Dietzenbach mit ca. 1700 Stunden/Jahr (Rheingau und Bergstraße sind nicht ganz so sonnig, weil da etwas mehr Nebel ist)

Die letzten beiden Jahre waren deutlich sonniger, 2019 hatte Hessen überall im Schnitt ca. 1700 Sonnenstunden.

Und wo gibt es die wenigste Sonne?

Leider in Nordhessen und zwar rund um Hofgeismar, mit nur ca. 1250 Stunden / Jahr. Grund: Häufige Wolken von der Nordsee, sowie zusätzlich Hochnebel in der kalten Jahreszeit und in den Übergangsjahreszeiten.

In den letzten Jahren ist es ein klein wenig sonniger geworden, aufgrund der Dürresommer 2018/2019.

Wo ist es in Hessen am wärmsten?

Ist Bürstadt mit etwa 10,4°C bis 10,5°C Jahrestemperatur, dicht gefolgt von Frankfurt/City und Bensheim (10,3°C). Frankfurt ist aufgrund des Stadteffektes, also der Aufheizung der Stadt so warm.

In den letzten Jahren gab es neue Hitzerekorde (2018/2019), daher sind die langjährigen Durchschnittswerte nochmals ein klein wenig gestiegen, aber die Orte und Regionen bleiben gleich. Der Westen von Frankfurt dürfte inzwischen mit Bürstadt gleichgezogen sein, auch dort sind es mittlerweile um die 10,5°C.

Wo ist es in Hessen am kältesten?

Die Wasserkuppe mit knapp 5°C Jahrestemperatur. Die kälteste Ortschaft ist Herchenhain im Vogelsberg, da hat es nur 6,4°C. Ebenfalls sehr lausig: Kaltennordheim in der Rhön mit vielen Frösten. 

Wer sich nun wundert, wie es auf der Wasserkuppe denn so kalt sein kann, die Jahrestemeratur wird folgendermaßen berechnet: 

Die Jahrestemperatur besteht aus allen 365 Tagestemperaturen, geteilt durch die Anzahl der Monate - also geteilt durch 12. Die Tagestemperatur wiederum berechnet sich aus der Morgentemperatur (8 Uhr) + Mittagstemperatur (14 Uhr) + Abends-/Nachtstemperatur (21 Uhr). Und das alles wird durch vier geteilt!

Oder einfacher bei ständiger Messung: Alle Stundenwerte geteilt durch 24, da der Tag aus 24 Stunden besteht.

An welchem Ort gibt es den meisten Schnee?

Hier konkurrieren das Upland und die Hochrhön (Wasserkuppe) miteinander, mit über 70 Tagen im Jahr, an denen es schneien kann und mit über 110 Tagen im Jahr, an denen Schnee überhaupt liegen bleiben kann.

Wo gibt es die meisten Blitze?

Schwankt immer, aber meist sind Rhein-Main und Südhessen gut dabei. Der südliche Stadtrand von Frankfurt (der Frankfurter Stadtwald), da gibt’s 4-5 Blitze pro Jahr und Quadratkilometer.

An welchem Ort gibt es die meisten Gewitter?

Hier kann ich keinen Ort angeben, daher die Region: Südlicher Odenwald mit ca. 30-33 Tagen im Jahr, an denen es gewittert.

An welchem Ort weht der meiste Wind?

Auf den kahlen Kuppen von Wasserkuppe, Heidelstein und Schwarzem Moor in der Rhön.

Wo regnet es am meisten in Hessen?

Am Hoherodskopf im Vogelsberg, genauer gesagt das Waldstück etwa 1-2 Kilometer östlich davon.  Dort regnet und schneit es um die 1300 Liter Regen und Schnee pro Jahr. 

Warum Waldstück: Weil der Vogelsberg einmal die ganzen Regenwolken von Westen auffängt und darüber hinaus aufgrund des Windes, der meiste Regen quasi über den Gipfel hinweggeweht wird und knapp hinter dem Hoherodskopf herunter regnet. Dort gibt’s auch ein Hochmoor, die „Breungeshainer Heide“.

Wo regnet es am wenigsten in Hessen?

In Hessen: Geisenheim mit ca. 550 Liter Niederschlag im Jahr. Auf das ganze FFH-Land bezogen, ist es der östliche Stadtrand von Bad Kreuznach, so etwa Bad Kreuznach-Planig mit nur ca. 515 Liter Niederschlag.

Im Dürrejahr 2018 gab es regional sogar noch deutlich weniger.

Wo kann man in Hessen die meisten Sterne betrachten?

Rund um Rebgeshain im Hohen Vogelsberg (auf der Nordseite). Da sind wenige Ortschaften und auch wenige Großstädte in der Nachbarschaft – daher stören kaum die Lichtglocken der größeren Städte.

Wo in Hessen ist am nebeligsten?

Der Hoherodskopf im Hohen Vogelsberg, der im Wolkennebel drinhängt an über 100 Tagen im Jahr.

Aber nun stellt sich natürlich die Frage, wo in Hessen ist das Wetter denn allgemein am besten?

Nicht zu kalt, nicht zu warm, nicht zu trocken, nicht zu nass, nicht zu neblig, nicht zu düster, gute Bodenqualität, nicht zu eben, nicht zu bergig

Mein Tipp: Friedberg in der Wetterau und Umgebung, da trifft das alles zu! 

Die aktuellen Wetteraussichten für eure Region von Dr. Martin Gudd gibt's immer hier: Das FFH-Wetter

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