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Schwarzer Brummer: Die Holzbiene breitet sich aus

Holzbiene breitet sich aus - Fette, schwarze Brummer im Garten

Wer einen Garten mit altem Holz hat, hat sie womöglich schon entdeckt: Bis zu 3 cm große, schwarze Insekten, die von Blüte zu Blüte brummen. Und wer sie noch nicht entdeckt hat, der wird sie womöglich bald kennenlernen. Denn die schwarze Holzbiene verbreitet sich bei uns in Hessen. Aber keine Angst: Die schwergewichtigen Flieger sind harmlos.

Wer die schwarze Holzbiene im Garten hat, wird es wahrscheinlich früher oder später bemerken. Denn die größte bei uns heimische Bienenart ist kaum zu übersehen. Sie ist noch einige Millimeter größer als eine Hummel, tief schwarz mit bläulichen Flügeln und macht einen ganz schönen Lärm, wenn sie durch die Luft brummt. Aber von ihrem auffälligem Auftreten sollte man sich nicht einschüchtern lassen, denn ähnlich wie die meisten anderen Bienenarten, ist auch die große Holzbiene sehr friedlich und geht im Normalfall einfach nur ihrem Geschäft nach, ohne uns Menschen groß zu beachten. Auch zu stechen tut die Holzbiene nur äußerst selten - und anders als ihre Größe suggeriert, ist ein Holzbienen-Stich nicht gefährlicher oder schlimmer als der von normalen Bienen.

Gast aus dem Süden mit Liebe zu altem Holz

Ursprünglich war die Holzbiene vor allem in Süd- und den wärmeren Gegenden Mitteleuropas heimisch, doch durch den Klimawandel und die wärmeren Sommer der letzten Jahre hat sie es geschafft auch hier bei uns zu überleben. Aber selbst wenn sie ihren Lebensraum ausweiten konnte, befindet sich die schwarze Holzbiene auf der roten Liste der gefährdeten Arten - denn zum Nisten braucht sie altes Holz, dass in der Gartenpflege und Forstwirtschaft häufig schnell entsorgt wird.

Wer abgestorbene Äste und Bäume liegen lässt, kann vielleicht beobachten wie die Holzbiene Gänge hinein frisst, um darin ihre Nachkommen aufzuziehen. Auch in einem Insektenhotel nistet sie sich gerne ein. Und keine Angst: solange eure Terrasse oder euer Zaun nicht bereits morsch ist, lässt die Holzbiene ihn normalerweise in Ruhe.

Fauler Blütenbestäuber mit Hang zur Abkürzung

Während kleinere Bienenarten brav in jede Blüte krabbeln und die Pflanzen so bestäuben, neigt die Holzbiene hier gerne zur "Faulheit". Wenn sie mit ihrer langen Zunge nicht gut an den Nektar kommt, beißt sie auch mal kurzerhand die Seite der Blüte auf und schnappt sich so den Nektar, ohne die "Gegenleistung" zu erbringen. Auch wenn das nicht das perfekte Verhalten ist, dass man sich als Gartenbesitzer wünscht, so trägt die Holzbiene aber trotzdem zum Bestäuben bei - nur halt nicht so fleißig, wie ihre Artgenossen.

Projekt Insektenhotel

Da freut sich sicherlich auch die Holzbiene. Um seine Enkel Amelie (10 Jahre) und Lennard (5 Jahre) zu beschäftigen, hatte FFH-Hörer Rainer die Idee für den Bau eines Insektenhotels. Für die nötigen Materialien sind dann alle gemeinsam in den Wald spazieren gegangen, oder haben in der nahen Umgebung Schilf für die Brutröhren der Wildbienen besorgt. Insektenhotel selber bauen: So geht es. Sein Projekt hat uns Rainer bei FFH Mein Zuhause geschickt.

Marc Adler

Autor
Marc Adler

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